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Alt 07.07.2011, 01:08   #1
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[Charaktergeschichte] Aus dem Eis - Jemmrik Kevrae

Die Macht zum Gruße, an alle interessierten Leser!
Die Geschichte meines Charakter befindet sich momentan in der Creationsphase (d.h. ich schreib sie gerade), was mich
jedoch nicht davon abhält, die ersten Teile davon schon mal zum Besten zu geben. Kritik (sofern sachlich) ist erwünscht, aber ich behalte mir das Recht vor auch auf manche Ratschläge nicht zu hören, wenn sie meinem Schreibstil nicht entsprechen.

Ich entschuldige mich auch für die 15 Platzhalter-Posts, aber aufgrund der Tatsache, dass ich jedes Kapitel in einen eigenen Post setze, werde ich sie denke ich auch aufbrauchen.

So und damit viel Spaß beim Lesen!
 
Alt 07.07.2011, 01:09   #2
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AW: [Charaktergeschichte] Aus dem Eis - Jemmrik Kevrae

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Alt 07.07.2011, 01:12   #3
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AW: [Charaktergeschichte] Aus dem Eis - Jemmrik Kevrae

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Erste Lebensjahre
12 Jahre vor dem Vertrag von Coruscant
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Aufwachsen im Labor
Jemmrik Taotun Kevrae wurde als Sohn eines Eisforschers auf Mygeeto geboren. Seine Eltern Uasa und Deral Kevrae unterhielten einen kleinen Laborbunker außerhalb von Phisis, einer kleinen Minenkolonie in einer der tausenden Eisschluchten des Planeten. Die ersten Jahre seiner Kindheit verliefen friedlich und ungestört, gleichwohl er in der kalten sterilen Laborumgebung nicht alles tun konnte, was andere aufwachsende Kinder als Selbstverständlichkeit erachten. Beispielsweise war es ihm unmöglich den Bunker zu verlassen, da die extremen Temperaturen auf Mygeeto alles innerhalb kurzer Zeit einfrieren lassen. So blieb ihm als Spielfläche größtenteils sein eigenes Zimmer und als Spielzeug ein kleiner zu einem Spielball umfunktionierter Remote, den sein Vater eigens für ihn gebaut hatte. Die Umgebung außerhalb blieb ihm aber nicht ganz verwehrt, statteten seine Eltern der nahe gelegenen Stadt doch alle paar Wochen einen Besuch ab. Dort kam er das erste Mal mit fremden Spezies in Kontakt. Schule im herkömmlichen Sinne gab es für den kleinen Mirialaner nicht, die meiste Zeit wurde er von seiner Mutter unterrichtet. Außerdem versuchten Deral und Uasa, obwohl sie beide ebenfalls nicht auf Mirial geboren worden waren, dem Kleinen die Traditionen und die Kultur ihres Volkes näher zu bringen. Ein schwieriges Unterfangen, soweit von gewohnten klimatischen Bedingungen und anderen Anhängern ihrer Art entfernt.
 
Alt 07.07.2011, 01:14   #4
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AW: [Charaktergeschichte] Aus dem Eis - Jemmrik Kevrae

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5 Lebensjahre
7 Jahre vor dem Vertrag von Coruscant
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Bancalars Zorn
Eine gewaltige Erruption bewirkte, dass die Gletscherwand zu bröckeln begann und große Teile der industriellen Verarbeitungsanlagen von Phisis vollständig verschüttet wurden. Die bewohnten Abschnitte blieben aber aufgrund der verstärkten Bauweise großteils verschont. Kurze Zeit nach dem Beben zitierte man Deral in die oberen Etagen von Phisis und zwei relativ kräftig gebaute Wachmänner sollten ihn dort hin schaffen. Als sie zu dritt über den offenen aber an diesem Tag verständlicherweise leeren Marktplatz gingen, wandte Deral den Kopf in Richtung Verarbeitungszentrum, um selbst ein Bild vom Chaos zu bekommen. "Nicht trödeln! Sie haben einen "Termin" und der Chef besteht darauf, dass Sie ihn nicht verpassen." Einer der Männer, ein Weequay, schubste ihn hart nach vorne, wobei der andere, ein Mensch, sein Grinsen nicht verbergen konnte. "Ich geh ja schon." gab Deral murrend zur Antwort und beschleunigte seine Schritte, senkte den Blick aber erst einige Sekunden danach. "Da rein." befahl der Weequay und nachdem der Mirialaner den Fahrstuhl betreten hatte, quetschten sich auch die beiden Muskelprotze in Wachuniformen vor ihm hinein, sodass ihm fast die Sicht durch die Glastür genommen wurde. Lediglich ein dünner Lichtstrahl von der grellen Industriebeleuchtung traf sein Gesicht, der aber schnell verschwand als der Hochgeschwindigkeitslift sich in Bewegung setzte. "Darf man erfahren was mir genau vorgeworfen wird?" Der Weequay schnaubte spöttisch. "Keine Fragen. Unser Auftrag lautet Sie in einem Stück abzuliefern und genau das werden wir tun." Dann meldete sich der Mensch zu Wort und sprach über die Schulter zu dem Forscher. "Sie erwartet kein Empfangskomitee, soviel ist sicher. Die Bosse sind stinksauer und wollen ein Exempel an Ihnen st..." Plötzlich gab die Echse ihm einen Klaps auf den Hinterkopf und bellte ihn an: "Sei ruhig! Wir werden nur für die Lieferung bezahlt also spar dir deinen Smalltalk." "Ja, Lurkor..." Die restliche Zeit wurde kein Wort gesprochen und so entschied sich Deral den Ausblick, soweit er gebeben war, soweit es ihm möglich war zu genießen.

Das hochindustrielle und mit Türmen übersähte Phisis lag an einer gewaltigen Eiswand, die am oberen Ende aus dem darüberliegenden Bancalar-Gletscher "entsprang". Die gesamte Anlage war tief ins Eis hineingebaut worden, somit zog sich vor der Stadtkulisse ein Gebilde hoch, das - wenn es eine Decke gehabt hätte - sehr an eine Eishöhle erinnerte und Phisis wie ein gigantischer Trichter umschloss. Die Stadt lag soweit unterhalb der Spitze, dass wenig bis gar kein Licht in die künstlich beleuchteten Straßen fiel - was den Eindruck in einer gewaltigen Höhle zu sitzen nur noch verstärkte. Dennoch war Phisis die meiste Zeit hell erleuchtet, da der Vorstand Unsummen investiert hatte Hochleistungslichtkörper an jeder Ecke der Stadt zu installieren. Die nötige Energie wurde über zwei riesige Turmkraftwerke im Zentrum erzeugt, die ein spezielles Verfahren der Umwandlung von Kristallen verwendeten, die tief im festen Boden auf ihre Bergung warteten. Der einzige Ausgang aus der eisigen Schlucht war ein kleiner vor Jahren von Maschinen gegrabener Tunnel, der sich unterhalb der Eiswand durchschlängelte und auf der gegenüberliegenden Seite ins Freie führte. Als anerkannter Spezialist auf diesem Gebiet hatte Deral Kevrae mehr als einmal davor gewarnt, zuviele und vor allem zu große Löcher in die Eisschicht zu bohren, da das zu einem Kollaps der gesamten Struktur führen könnte wenn eine kilometerhohe Wand Druck auf ein poröses Fundament ausübt. Man hatte nicht auf ihn gehört. Ob dieses Erdbeben damit in Verbindung stand, schloss er zwar aus erachtete die Sache aber nicht als unmöglich. Ein kurzes und dumpfes Signal deutete an, dass sie die oberen Etagen erreicht hatten, der Lift verlangsamte sich und in der Kabine war zu hören, wie das Gebilde oben an die Bremsvorrichtung anstieß. Beide drehten sich um und Lurkor deutete Deral an, durch die eben geöffnete Glastüre auf seiner Seite durch zu gehen. "Vorwärts! Und überlegen Sie sich gut, was Sie jetzt tun werden. Ich bin gerne bereit Sie unbeschadet zu übergeben, doch die Bosse haben nix von gebrochenen Körperteilen gesagt." Lurkor schlug sich demonstrierend in die Faust. "In einem Stück sind Sie ja dann immer noch."

Deral nickte verständig und schritt wortlos in die Halle, gefolgt von den beiden Schlägern. Vorbei an einigen üppig grünen Zierpflanzen inmitten von künstlichen Steinteichen am Rande der Treppe, stiegen sie diese hinauf und betraten schließlich das große Vorstandsbüro. Deral musste den Ort nicht weiter mustern, es war schließlich nicht das erste Mal, dass er hierher bestellt wurde. Nur ansonsten war er immer selbstständig gekommen. Im Vorraum des Büros angekommen nahmen die beiden ihre Bezahlung entgegen, übergaben ihn dem dortigen Sicherheitsmann und verschwanden so schnell, wie sie an der Tür seines Labors aufgetaucht waren. Der Mirialaner blickte nun rechts durch eines der vielen Panoramafenster der Chefetage, von wo aus man einen guten Ausblick auf die gesamte Anlage tief unterhalb hatte. Doch dadurch dass das Licht im Raum abgedreht worden war, wirkte die Wand des Bancalar bedrohlicher denn je, denn von den Außenmauern der oberen Bereiche strahlten viel weniger Lichter herab. Der gesamte Gletscher war in ein schummriges Dunkelblau getaucht und in der Dunkelheit kamen die kalten Nebelschwaden an der Außenscheibe, die sich aufgrund der Temperaturdifferenz zwischen Außen und Innen bildeten, voll zur Geltung. Hier oben klopfte die Gletscherwand beinahe an die Scheibe, somit liefen die Wärmegeneratoren auf Hochtouren, deren Geratter man sogar innerhalb der Räume hörte. Er bemerkte, dass der Zabrak der ihn eben noch festgehalten hatte, seine Hände hinter seinen Rücken zog. "Hat Mister Ceyluum etwa Angst, dass ich eine Waffe ziehen könnte?" fragte der Forscher ohne nach hinten zu sehen. "Machen Sie sich nicht lächerlich. Ich befolge hier nur das Standard-Gefangenen-Protokoll." Ein leises Klicken gefolgt von einem festen Ziehen vermittelte Deral, dass er nun Handschellen trug. "Gefangenen..? Wann wurde ich denn verurteilt?" Der Zabrak seufzte. "Sie wissen wie das hier läuft. Also dann los. Der Vorstand erwartet Sie bereits." "Kann's kaum erwarten." Nach einem kurzen Druck auf das Terminal links neben dem Fenster öffnete sich die mit zu einem Muster geformten Goldblättchen und anderen edlen Materialien verzierte Tür mit einem sanften Schnarren und gab den großen aber diesmal in Dunkelheit gelegenen Geschäftsraum preis. Der mirialanische Forscher kannte diesen Ort nur zu gut, da er hier im Abstand von ein paar Monaten regelmäßig vorbeigesehen hatte.

Es war einer der größten Räume in den gesamten oberen Etagen und maß gut die Größe des unteren Markplatzes. Die Form konnte man am besten mit einem "T" beschreiben. An der hinteren Wand thronte ein weiteres aber um einiges breiteres Panoramafenster, das links und rechts jeweils von einer mit Bildern und anderem Schnickschnack behangenen Wand abgeschlossen wurde und über dem ein großes Schild mit dem Firmenzeichen der Czerka Coorporation angebracht war. Der mittlere Teil, wo sich auch der nicht weniger pompöse Schreibtisch befand, war in den Boden eingelassen bzw. nach unten versetzt, sodass die beiden Bereiche links und rechts ca. einen halben Meter höher lagen und über zwei mit Samtteppichen belegte Stufen erreichbar waren. Das gesamte Ambiente lag in einer starken Dunstwolke und strotzte nur so vor geschäftlicher Atmosphäre, ließ aber einen gewissen Touch von Extravaganz auch nicht vermissen, wobei Deral den Kunstgeschmack der Vorstandsleute noch nie geteilt hatte. An besagtem Tisch befanden sich auch drei in Schatten gehüllte Silhouetten, die alle regungslos verharrten. "Hier hin." sagte der Zabrak und positionierte den Mirialaner auf einem Stuhl in dem einzigen erleuchteten Bereich. "Ein Verhör also?" bemerkte der Forscher spitzfindig, doch es kam keine Antwort. "Erst einmal verlange ich zu wissen, wieso Sie mich hierher bringen haben lassen, wenn..." Nun unterbrach ein menschliches Mitglied des Vorstands Deral. "Es steht Ihnen nicht zu etwas zu verlangen, Professor." Ein anderer der drei setzte auf Rodianisch fort und erklärte, dass Deral die Vertragsbedingungen gebrochen hatte und Sie am überlegen waren, ob diese Investition sich überhaupt noch rechnen würde. Deral schüttelte demonstrierend den Kopf.

"Das ist Schwachsinn und Sie wissen das auch. Der Vertrag sah vor, dass ich im Austausch für ein Bleiberecht eine beratende Funktion einnehmen sollte, was ich auch tat." Nun meldete sich der Vorsitzende Ceyluum, ein Quarren, zu Wort. "Wir hatten eigentlich erwartet, dass Ihnen klar war was das bedeutet. Ihre Aufgabe hier sah nicht vor bloß den Aufpasser zu spielen, Sie sollten Mittel und Wege finden wie sich die Infrastruktur optimieren lässt. Eine Aufgabe, an der Sie kläglich gescheitert sind." Der Mensch fuhr fort. "Verdammt nochmal Kevrae! Was haben Sie sich dabei gedacht? Der Wiederaufbau von Sektor G-50 wird Unsummen verschlingen, die Reperaturzahlungen an die Familien der Opfer nicht einmal mit eingerechnet." Deral konnte hören, wie er begann wild auf seinem Datapad herumzutippen. "50 Millionen Credits!" Wieder meldete sich der Rodianer und bemerkte mit ironischem Unterton, dass er nicht erwartete dass der Forscher das Geld zurückzahlen würde. "Ich habe eindringlich davor gewarnt den Zugangsstollen weiter auszuweiten, doch haben Sie auf mich gehört? Jede weitere Bohrung könnte bewirken, dass die ganze Stadt sich in ein eisiges Grab verwandelt! Hätten Sie stattdessen meinen Plan verfolgt..." "Ihr "Plan" sah vor Sektor P-30 abzutragen, unser ertragreichstes Gebiet." Der Mirialaner grinste in sich hinein. "Ich könnte Ihnen natürlich erklären, warum genau dort, doch Sie interessiert wie immer nur der geschäftliche Teil. Wohin uns das gebracht hat sieht man ja." Der Quarren schlug mit der Faust auf den Tisch. "Sie nehmen sich ganz schön viel raus für jemanden, der kurz davor steht nie wieder das Licht der Welt zu erblicken!" Deral ließ sich nicht einschüchtern und stand kurzerhand auf. "Wenn Sie ohnehin vorhaben mich einzusperren, sparen wir uns doch diese Farce. Ich weiß, dass ich unschuldig bin und außerdem weiß ich, dass die Prinzipien der Republik hier unten noch nie gegolten haben." Ihm war klar, dass dieses gesamte Gespräch nur darauf abzielte, Zusatzinformationen aus ihm herauszubringen. Sie konnten ihn genausogut sofort in Haft stecken. Freiwillig würde er nichts mehr sagen.

Kurze Zeit später befand er sich, im Schlepptau von zwei neuen Sicherheitsleuten, weit unterhalb seiner vorherigen Position in der Keller-Etage, wo sie gerade dabei waren tiefer und tiefer durch die gefrorenen Gänge zum Gefängnistrakt vorzustoßen. Als sie gerade in eine weitere Ecke einbogen, begann die Erde oder besser gesagt das Eis erneut zu beben und zu Derals Glück konnte er sich gerade noch aus dem Sturzbereich retten. Seine beiden Wachmänner hatten weniger Glück und wurden beinahe vollständig unter dem herunterstürzenden Schnee begraben. Deral überlegte nicht lange, nahm einem der beiden den Blaster ab, bevor er den Gang fluchtartig verließ. Es konnte nicht lange dauern, bis die Wachzentrale Verstärkung schicken würde. Zwei Stunden später, Deral hatte sich unbemerkt Zutritt zur Transportebene verschaffen und einen Speeder ausborgen können, erreichte er schließlich den Laborbunker und kam übereilt durch die Eingangstür gestürmt. "Schatz! Uasa! Komm schnell her!" Seine Gattin schritt die Treppe hinunter, seinen jungen Sohn am Arm. Als sie Derals aufgelösten Gesichtsausdruck erblickte, erschrack sie beinahe. "Deral? Was ist denn passiert?" "Wir haben viel zu bereden und wenig Zeit." Er bat sie ins Wohnzimmer und legte so schnell er konnte die Sachlage dar. "Ich verstehe... das musste eines Tages passieren. Diese Idioten schneiden Löcher in die Wand ohne zu wisssen was sie da eigentlich anrichten." Uasa schüttelte zornig den Kopf. "Das wollte ich ihnen auch erklären, doch..." "Doch sie haben nicht auf dich gehört."

Er blickte ihr in tief in die Augen. "Ich weiß, es... Wir müssen Phisis verlassen. Wenn sie mich schnappen, stecken sie mich ins tiefste Loch, das sie finden können und was sie mit euch machen, will ich mir gar nicht erst ausmalen." Deral lehnte am Tisch und blickte gedankenverloren aus dem Fenster in die eisigen Ebenen. Weit entfernt zwischen dem durch den starken Wind aufgewirbelten Schnee konnte man immer noch die Lichter der Stadt erkennen. "Sie werden nicht lange brauchen um zu merken, dass ich nicht mehr da bin und hier werden sie zuerst nachsehen." Uasa nickte kümmerlich und eine Träne kullerte ihre Wange hinab, worauf Deral seine Frau in den Arm nahm. "Sein Zuhause zu verlassen ist nie einfach, doch wir können hier nicht bleiben." Er wischte ihr die Träne aus dem Gesicht, sah ihr erneut in die Augen und lächelte sanft. "Hör mir zu. Es ist nicht so, dass wir Flüchtlinge sind. Ich habe Kontakte. Mit etwas Hilfe vom ISA können wir uns eine neue Heimat auf einem anderen Planeten aufbauen. Eine bessere Heimat als hier. Denk doch nur einmal an Jemmrik." Beide sahen auf den kleinen Jungen, der glücklich am Boden mit seinem Ball spielte. "Er könnte aufwachsen wie jedes andere Kind. Diese Gegend ist doch nichts für einen Fünfjährigen." "Du hast recht." Er gab ihr einen Kuss auf die Wange, streichelte über ihren Arm und machte sich dann daran, zusammenzupacken. "Wir sollten nur mitnehmen, was wir unbedingt brauchen." Kurze Zeit später verließ das Paar zusammen mit dem Kind das letzte Mal ihr kaltes aber dennoch lieb gewonnenes Heim. Mit dem von Deral ergatterten Speeder gelang es ihnen, die Bancalar-Schlucht hinter sich zu lassen und einige Stunden später erreichten sie den nächsten Raumport. Deral konnte dank seiner weiterhin guten Beziehungen zu seinem Forscherverband ein Shuttle organisieren, das sie ohne größere Probleme zur nächsten Orbitalstation brachte, der Synal-Station.
 
Alt 07.07.2011, 01:26   #5
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AW: [Charaktergeschichte] Aus dem Eis - Jemmrik Kevrae

Eine Station in die Freiheit
Jemmriks Vater behielt recht. Kurz nachdem sie den Liefertunnel passiert hatten, wurde in Phisis Großalarm geschlagen. Sämtliche Sicherheitsstreitkräfte und Söldnergruppen wurden auf den Plan gerufen und in alle Himmelsrichtungen der Schlucht entsandt, um den Flüchtigen aufzuspüren. Auch die Forschungsstation wurde vom Keller bis zum Dach durchsucht und anschließend gesprengt. Standard-Vorgehen um keine unnötigen Beweise übrig zu lassen. Der Bericht des zuständigen Sicherheitschefs aber verlief ernüchternd. Keine Spur von seiner Familie und erst recht keine Spur des Forschers selbst. "Ich muss Ihnen mitteilen, dass die Kevraes so wie es aussieht erfolgreich die Flucht ergreifen konnten. Sie befinden sich nicht mehr innerhalb unserer Sensorkapazitäten." Mit ihm im Raum befand sich als einziger der Vorsitzende Ceyluum, dessen Mine rapide versteinerte. "Außerhalb der Sensoren? Können Sie das näher.... ausführen?" Der sichtlich nervöse Sicherheitsschef merkte dem Quarren direkt an, dass er um Fassung rang und setzte erst unter erneuter Aufforderung seine Erklärungsversuche fort. "Das bedeutet, dass sie vor einigen Stunden den Matekuu-Raumhafen passiert haben müssen." "Matekuu?... Die Lurmenstadt an einem dieser Kristalltürme?" Er nickte heftig. "Außerdem... besteht der dringende Verdacht, dass sie die Planetenoberfläche bereits verlassen haben, denn auch dort konnten wir sie nicht ausfindig machen." Gerade plusterte sich Ceyluum auf, gleich einer Riesenwelle die kurz davor war herniederzubrechen und sich träge nach oben streckte, als der Mann beschwichtigend die zittrigen Hände hob. "Das ist aber noch nicht alles! Ein Lurmen namens Kala Prensa berichtet, dass er vor zwei Stunden eine Gruppe Reisender, auf die die Beschreibung der Kevraes passt, dabei beobachtet hat wie sie in ein Orbitalshuttle einstiegen." "Er hat also vor das System zu verlassen... Das können wir unter keinen Umständen zulassen!" Der Quarren schritt vor dem Fenster hin und her, wobei das Licht auf seinen maßgeschneiderten Anzug fiel, was ihn nicht minder bedrohlich aussehen ließ. "Sie dürfen wegtreten. Vorerst muss ich mich mit meinen Kollegen und der Corp kurzschließen, ehe wir weitere Schritte einleiten können. Ihre Männer sollen ihre Posten wieder bemannen, sie werden für das Folgende nicht gebraucht."

Indess versuchte der mirialanische Forscher ein Schiff hinaus aus dem Sektor aufzutreiben, um seine Familie endgültig in Sicherheit bringen zu können. Uasa Kevrae war damit beschäftigt, den jungen Jemmrik bei Laune zu halten. Nach einigen erfolglosen Preisverhandlungen gelang es Deral schließlich, ein vernünftig erscheinendes Angebot aufzutreiben. Ein abgehalfterter Frachterpilot versprach ihm, sie für eine angemessene Summe in den Inner Rim mitzunehmen. Die nähere Besprechung sollte in der Stationscantina getätigt werden, also fand sich Deral zur vereinbarten Zeit dort ein. Er schlängelte sich durch das vollbesetzte Lokal bis zu einem der hinteren Tische, an dem der Pilot in lässiger Position mit einer Zigarre im Mund bereits auf ihn wartete. Als der Forscher sich setzte, schien sein Gegenüber die Verhandlung für eröffnet zu halten. "Eins möchte ich im Vorhinein klarstellen." Er tippte mit dem Zeigefinger auf den Tisch. "Wenn alles glatt läuft und ich Sie übersetze, täten Sie gut daran kein Wort über meine Fracht zu verlieren. Beachten Sie sie am besten gar nicht, ist ja auch nich' Ihre Angelegenheit. Verstehen wir uns?" Er blickte den Mirialaner mit einem Auge scharf an, während das andere halb-geschlossen blieb und paffte ein paar Mal zügig an seiner Zigarre. Deral nickte zustimmend. "In meiner derzeitigen Situation bin ich nicht auf weiteren Ärger aus. Wir werden Ihnen nicht zur Last fallen." "Weiteren Ärger?" Er hob fragend eine Augenbraue. "Klingt fast so als ob ich besser einen Gefahrenzuschlag berechnen sollte..." Deral winkte verneinend ab. "Nein, nein, nein. Sie verstehen mich da falsch. Ich sprach von meiner finanziellen Lage, die Geschäfte gehen schlecht, Sie verstehen?" "Ja... wegen dem verdammten Krieg bekomm' ich momentan auch fast keinen Fuß auf den Boden. Was arbeiten Sie denn?" "Forschung." "Und was für ne' Art von Forschung?" Er zog ein weiteres Mal stark an und ließ die Zigarre dann von einem Mundwinkel zum nächsten wandern, während er den Mirialaner immer noch misstrauisch musterte. "Die Diversive-Doppelquadrasions-Verstärkung zählt zu meinen Fachgebieten." "Ich hab Sie nich' um nen' Wissenschaftskurs gebeten. Für Normale heißt das?" Deral konnte sich ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen. Irgendwelches Fachchinesisch aneinanderzureihen schien zu funktionieren und der weiße Kittel tat das Übrige. Es würde sicher nicht schaden, nicht direkt zu erwähnen dass er der flüchtige Professor war, der wie sie an einigen Nachrichtenterminals innerhalb der Station erfahren hatten, gesucht wurde. "Sagen wir einfach ich arbeite für die Schiffsantriebs-Industrie." Der Pilot sah ihn einige Sekunden schweigend an und streckte sich dann ruckartig nach vorne, sodass sein Gesicht vom Licht erhellt wurde. "Gut." Er nahm die Zigarre aus dem Mund, da er sichergehen wollte dass Deral die nächsten Worte genau verstand. "Der Preis wird sich nicht ändern. Mein Schiff liegt an Hangar K3 und wird exakt..." Er holte ein Stück Flimsiplast hervor, kritzelte darauf und schob es über den Tisch. "...um diese Zeit abheben. Ob Sie an Bord sind oder nicht bestimmen Sie alleine." Ohne weitere Worte erhob sich der Mensch vom Tisch und ließ Deral mit den Informationen und diesen Worten zurück.

Kurze Zeit später setzte sich der Vorstand mit einem nur als Holobild anwesenden Verantwortlichen der C.C. zusammen. Sowohl der Rodianer als auch der Mensch saßen am Tisch im Geschäftsraum, während beide zusammen mit dem Mann von der Corp den Ausführungen des umherschreitenden Quarren lauschten. "... und laut unseren Informationen befindet sich der Professor auf der Orbitalstation dieses Planeten. Noch." "Und was gedenken Sie zu unternehmen, dass ihm der Sprung in die Freiheit nicht gelingt?" wollte der Verantwortliche erfahren. Bevor Ceyluum antworten konnte, schnitt ihm der Mensch das Wort ab. "Was wir auf keinen Fall wollen ist, dass die Republik oder die Behörden hier zum herumschnüffeln anfangen. Ich denke da sind wir uns alle einig." Der Rodianer betonte, dass die Angelegenheit außerdem möglichst diskret erledigt werden sollte. "Das sehe ich auch so." stimmte der Verantwortliche zu. Nun meldete sich wieder Ceyluum zu Wort, wobei er sich auf den Tisch stützte. "Irgendwelche Vorschläge? Es muss jemand sein, der nicht mit uns in Verbindung gebracht werden kann. Zumindest nicht direkt." "Wir werden das mit dem nötigen Feingefühl handhaben. Ein Profi muss her. Setzen Sie ein Kopfgeld auf Professor Kevrae aus. Für seine Ergreifung werden 60.000 Credits ausgezahlt, das sollte es ihm deutlich erschweren einen geeigneten Anhalter zu finden. Wenn Sie mich nun entschuldigen, dringende Geschäfte warten." Sofort danach erlosch das Bild und der Projektor unterhalb am Tisch deaktivierte sich.
 
Alt 07.07.2011, 01:27   #6
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AW: [Charaktergeschichte] Aus dem Eis - Jemmrik Kevrae

Unbekannte Hilfe
Unter großer Aufregung und dauerhaftem Stress schafften es die Kevraes die zwei Tage an Bord der Station hinter sich zu bringen. Für den Flug musste das gesamte restliche Geld herhalten, also war die Beschaffung einer Unterkunft nicht möglich. Jemmriks Vater entpuppte sich als geschickter Verhandler und schaffte es, durch eine Vereinbarung mit der örtlichen Cantina etwas Nahrung zu besorgen. "Entschuldigen Sie, wenn ich Sie aus der Küche geholt habe." Ein Ugnaught in Kellnerkleidung schloß die Türe am Hinterausgang der Cantina sorgfältig, um dann dem Forscher einen leicht genervten Blick zuzuwerfen. Dann pochte er demonstrierend auf sein Chrono, wobei das grüne Licht von der oberhalb angebrachten Leuchtreklam mit der Aufschrift "Sky's Delight" ihn noch unfreundlicher aussehen ließ. "Pausenzeit. Beeilen Sie sich." "Selbstverständlich." Er bedeutete dem Ugnaught mit einem Druck auf die Schulter, dass sie ein Stück von der Tür weggehen sollten und sah sich dann noch einmal vorsichtig um. "Ich bin mit meiner Frau und unserem Sohn auf Reisen und wir wollten uns eigentlich hier nicht lange aufhalten." Dabei zeigte er auf die einige Meter entfernt auf einer der vielen Warteplätze sitzende Uasa, wie sie gerade versuchte mit Jemmrik zu spielen. "Nur nachtanken und vielleicht etwas essen, Sie verstehen. Leider wurde mir gestern der Restbestand an Credit-Chips gestohlen, weswegen wir momentan kein Geld haben." Der Kellner knurrte hörbar. "Ja, diese Taschendiebe werden immer dreister. Wenn der Verwalter hier nicht bald was unternimmt, bin ich an Board eines der nächsten Shuttles weg von hier! Synal verkommt langsam... eine Schande." "Ja, ich kann Sie verstehen. Ich bin nicht das erste Mal hier und ich habe das hier vom letzten Besuch auch anders in Erinnerung." Der Kellner verschränkte die Hände und blickte zornig den schmalen Gang zum Hauptkomplex der Station hinunter, sah dann aber wieder zu dem Mirialaner hin.

"Aber kommen wir zurück auf das, warum Sie hier sind." "Richtig. Ich möchte Sie nicht länger aufhalten, als es unbedingt nötig ist: Ich habe bereits einen Bekannten angerufen, der mir einen Teil von seinem Konto überweist, aber bis das Geld hier ist, was noch ca. zwei... sagen wir drei Tage dauern könnte, bräuchte meine Familie etwas zu essen." Sein Gegenüber zog ablehnend die Mundwinkel hinunter. "Und wie wollen Sie das..." Da öffnete sich plötzlich die hintere Türe und eine schrille Stimme schrie irgendetwas in einer Sprache, der Deral nicht mächtig war. Prompt darauf begann der Ugnaught vor ihm ähnliche Grunzlaute nach hinten zu brüllen, weswegen Deral vermutete, dass das Wesen innerhalb der Cantina der selben Spezies wie der Kellner angehörte. Dann wandte sich das Schweinewesen wieder ihm zu. "Also gut, wegen Ihnen habe ich jetzt wohl Stress am Hals... Sie und Ihre Frau können hoffentlich arbeiten. Wenn Sie beide meine und Yurdas Nachtschicht übernehmen, schaue ich was ich für Sie tun kann." "Hört sich gut an. Ich gehe gleich meiner Frau davon erzählen." Beide teilten sich die Arbeit und übernahmen abwechselnd die Schicht. Während Uasa nach kurzem Gespräch mit dem Wirt, der bisher von dem kleinen Handel zwischen den Kevraes und Zuk - so hieß der Kellner - nichts gewusst hatte, bereits kurz nachher dran war, sollte Deral die Zeit vor der Sperrstunde übernehmen.

Als er gerade dabei war, die Tische zu polieren um sie für den nächsten Tag vorzubereiten, betrat eine seltsame wirkende Gestalt die ohnehin schon leer gefegten Räumlichkeiten. Augenblicklich und ohne, dass der Unbekannte viel dafür getan hätte, zog er alle Blicke auf sich und auch Deral, der ein Stück entfernt den Rest des Mahls eines Gastes wegzuschrubben versuchte, beäugte ihn kurz. Der Mirialaner - die Ärmel hochgekrempelt - hielt sich mit der linken Hand am Tischrand fest und schob das vor Schaumwasser triefende Tuch so fest er konnte über die Oberfläche, doch die eingetrocknete bläuliche Flüssigkeit wollte nicht auch nur einen Centimeter der Tischplatte wieder hergeben. Voll mit dem widerspenstigen Essensrest beschäftigt, merkte Deral nicht wie der Unbekannte sich inzwischen ein kühles Ale bestellt, es sich einen Tisch weiter in einer kleinen Nische bequem gemacht hatte und ihm nun, wobei er zeitweise an dem Getränk nippte, bei seinem Unterfangen zusah. Er entschied sich dazu, seinen Zuseher nicht anzusehen, sondern bemerkte einfach knapp über die Schulter: "Kann ich Ihnen helfen?" Der Mann hinter ihm lachte kaum hörbar und Deral vernahm wie er sein Glas auf die Tischplatte stellte. "Tja, ich habe hier laut dem Wirt den feinsten Tropfen des Hauses, einen harten Tag hinter mir und deswegen etwas Ruhe nötig. Fehlt mir etwas?" "Wie auch immer, trotzdem bin ich zu Ihrer Bedienung und nicht zu Ihrer Unterhaltung hier." "Würde ich nach Unterhaltung suchen, wäre ich woanders besser aufgehoben." So sehr ihm der Bursche auf die Nerven ging, konnte er nicht sagen dass etwas Abwechslung in Form einer Plauderei ihm nicht gut tat. "Was suchen Sie denn dann? Entspannung?" "Vielleicht... aber wenn ich ehrlich bin ist auch das nicht der Grund meines Hierseins." Deral seufzte. "Sie sprechen gern in Rätseln, wie?" Er setzte seine Arbeit fort und nahm den Fleck wieder in Angriff, aber hielt die Ohren für eine Antwort offen.

"Das gewöhnt man sich so an, wenn man in meinem Tätigkeitsfeld unterwegs ist." "So?" Nun lehnte er sich an der anderen Seite des Tisches an, um einen näheren Blick auf den Fremden haben zu können und schrubbte weiter. "Was wäre das denn für eine Tätigkeit?" Ein Lächeln blitzte auf seinem Gesicht auf, als die Flüssigkeit offenbar langsam nachzugeben schien und erste Ränder verblassten. Der Mann blickte kurz auf den Tisch unterhalb von Deral und richtete dann den Blick wieder auf ihn. Erst jetzt konnte Deral sehen wie er aussah. Sein relativ dünnes knochig wirkendes Gesicht wurde von einem sanften Bartansatz umstrichen und unterhalb eines schwarzen Büschels Haare, das zwischen Kapuze und Kopf hervordrang, saßen zwei mattgrüne Augen. Insgesamt wirkte der Mensch vor ihm wie ein Mann in den besten Jahren, also definitiv nicht alt, obwohl Deral immer schon Schwierigkeiten damit gehabt hatte, das Alter von Menschen zu schätzen. "Gegenfrage: Was machen Sie hier?" Er blickte den Fremden verdutzt an. War es denn nicht offensichtlich weshalb er hier war? "Was meinen Sie damit?" Deral versuchte dem Unbekannten mit einem aufgesetzten Grinsen die Lächerlichkeit seiner Frage aufzuzeigen. Sein Gegenüber nahm einen Schluck aus dem Glas, schlug ein Bein über das andere und besah ihn näher. "Nun, Sie wirken nicht so als ob Sie hierher gehören, geschweige denn schon lange hier sind. Davon ab, wer erscheint so bei seiner Schicht?" Er deutete mit der freien Hand auf Derals aufgerollte Ärmel, worauf sich einige Zeit zwischen den beiden Stille breitmachte. "Also gut, erwischt." Deral seufzte leise, legte das Tuch zur Seite und setzt sich neben den Unbekannten.

"Für die nächsten paar Minuten hab' ich Pause, da können wir reden, wenn Sie wollen." "Gegen etwas Gesellschaft ist nichts einzuwenden." Der Fremde nickte, nahm dann einen weiteren Schluck und sah ihn dabei nichtssagend an. Anscheinend war es wohl an Deral mit ihrer "Unterhaltung" zu beginnen, was ihm ganz und gar missfiel, denn der Unbekannte schien noch dazu jeden Wimpernschlag von ihm genauestens zu beobachten. Sonst herrschte absolute Stille. Merkwürdiger als das Verhalten dieses komischen Kerls vor ihm, fand er nur die Tatsache, dass er selbst so bereitwillig seinem "Spiel" zu folgen schien. Noch dazu war ihm komisch zumute, doch er wusste nicht wieso. Wie wenn irgendetwas ihn am aufstehen und fortgehen hindern würde, denn normalerweise brach er so eine sinnlose Verschwendung von Zeit umgehend ab. Doch genau das schien in diesem Moment unmöglich zu sein. "Wie war noch gleich Ihr Name?" "Oh, mein Name? Ich heiße Deral Kevrae, Professor Deral Kevrae." Der Mensch sah ihn lächelnd an. "Sie wollten mir gerade erzählen, Professor, wieso jemand in einem zerknautschten Hemd an so einem Ort die Möbelt poliert. Noch dazu jemand mit ihrem Titel." "Richtig." gab Deral prompt zur Antwort, obwohl er sich gerade fragte warum er einem Wildfremden seinen echten Namen verraten hatte. "Sie haben Recht, wenn Sie denken, dass ich sonst etwas anderes mache. Ich bin nämlich Wissenschaftler, eigentlich und zusammen mit meiner Familie dabei, dieses System hinter uns zu lassen." "Interessant. Ein Wissenschaftler zusammen mit seinen Liebsten auf Reisen... Weiter."

Der Unbekannte deutete mit einer leichten Handbewegung dem Mirialaner an, fortzufahren und ohne Widerworte aussprechen oder dem Menschen auch eine Frage stellen zu können, öffnete sein Mund sich erneut. "Wir kommen von der Oberfläche des Planeten, genauer gesagt aus der Gegend des Turquat-Beckens. Am westlichen Ende davon, unterhalb eines Gletschers steht... stand mein Labor, unser Zuhause. In der Nähe davon liegt auch eine Minenstation der Czerka namens Phisis, in deren Namen ich öfters geforscht habe." Deral blickte den Fremden wieder an und konnte ein leises Glucksen vernehmen. "Nun kommen wir der Sache näher. Die Czerka sagen Sie? Wenn man mit denen zu tun hat, sollte man aufpassen wem man vertraut. Aber lassen wir das." Er winkte demonstrierend ab. "Sie stammen also von Mygeeto, habe ich das richtig verstanden?" Deral nickte. "In den Nachrichten hört man derzeit ununterbrochen von einem Wissenschaftler, der wegen einem Anschlag auf Firmeneigentum gesucht wird. Es heißt, er habe aus Rache gehandelt. Es heißt auch, auf seine Ergreifung wurde eine beträchtliche Summe ausgesetzt. Wissen Sie etwas darüber, Deral? Sie sollten den Planeten besser kennen als ich." Nun wurde die Lage brenzlig. Entweder er hatte ihn bereits entlarvt oder war kurz davor. Doch war er überhaupt eine Gefahr für ihn? Eine Gefahr für seine Familie? Er hatte ihn nun innerhalb der letzten paar Minuten dazu gebracht ihm genug zu erzählen, um den Rest selbst zusammenzufügen zu können. Warum ein flüchtiger Wissenschaftler zusammen mit seiner Familie sich auf einer Orbitalstation mit starkem Durchzugsverkehr befand, konnte jeder erraten wenn er eins und eins zusammenzählte. Die Frage blieb, warum er das getan hatte, um das Wie konnte Deral sich später noch genug Gedanken machen. In seinem Kopf schwirrte Erklärung um Erklärung umher, doch keine schien ihm wirklich schlüssig zu sein und es fiel ihm auch außerordentlich schwer die Konzentration aufrecht zu erhalten.

Doch bevor er noch weiter darüber hätte nachdenken können, spürte er plötzlich eine innerliche Freiheit, die sich in ihm ausbreitete. Wie wenn das, was ihn daran gehindert hatte, etwas gegen dieses "Gespräch" zu unternehmen, auf einmal von ihm abließ und sich langsam zurückzog. Er atmete tief aus. Nun stellte der Unbekannte das mittlerweile leere Glas wieder auf den Tisch und zwar so heftig, dass das Geräusch den Mirialaner aus seinen Gedanken hochfahren ließ. "Sie haben einen starken Willen, Professor." Der Mensch sprach die Worte mit einer tiefen Ruhe aus, fast so als ob er damit die Verwirrung in Derals Kopf lindern wollte. "Ich danke Ihnen für den Einblick, den Sie mir verschafft haben..." Mit jedem Wort wurde seine Stimme leiser. "...doch nun muss ich Sie verlassen. Möge die M..t...mt...n...sn." Dann wurde ihm schwarz vor Augen. Deral wachte zwar bereits einige Minuten später, die ihm wie Sekunden vorkamen, wieder auf, konnte sich auch noch an den Menschen und ein gemeinsames Gespräch erinnern, aber der genaue Inhalt war ihm entfallen. Sein erster Blick auf drei leere Gläser auf seiner Seite des Tisches verriet ihm, warum er wohl eingenickt gewesen war. Von dem Anderen war aber bis auf sein Glas keine Spur mehr. Schlaftrunken streckte er sich genüsslich, hob den Kopf von der Tischplatte und stellte sich wieder auf die Beine. Er hatte zu seiner Überraschung eine erstaunlich klare Sicht und überhaupt keine Balance-Schwierigkeiten, weswegen er annahm, dass er wohl doch noch einiges vertrug, trotz der Tatsache dass er sich nicht mehr in seiner Ausbildung befand. Mit einem verschmitzten und teils selbstgefälligen Lächeln machte er sich zurück an die Arbeit. Von seiner verspäteten Rückkehr in den Dienst hatte an diesem Abend keiner etwas gemerkt.
 
Alt 07.07.2011, 01:28   #7
Gast
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AW: [Charaktergeschichte] Aus dem Eis - Jemmrik Kevrae

Kopfgeld
Am dritten Tag auf der Synal-Station sah das mirialanische Paar endlich Licht am Ende des Tunnels: Der vereinbarte Termin mit dem Frachterpiloten zur Abreise rückte näher und näher. Deral hatte sich dazu entschieden Uasa zwar von dem Fremden zu erzählen, den Teil als er vor einer Fuhre leerer Getränkebehältnisse aufgewacht war, ließ er aber aus Selbstschutzgründen aus. Beide hatten die Schichten erfolgreich hinter sich gebracht und waren anscheinend im Gegensatz zum sonstigen Personal - dem Ugnaught-Paar Zuk und Yurda - derart fleißig und sauber gewesen, dass der Wirt ihnen zusätzlich zu den letzten zwei versprochenen Portionen und einer Welle von Danksagungen und "Kommen Sie ruhig wieder vorbei!" auch ein paar Credits mit auf den Weg gab. Somit konnten sie sich den letzten ausstehenden Tag selbst versorgen und warteten nun sehnsüchtig darauf, dass die Zeit verging und der Frachter sie endlich von dieser Station herunterbringen würde. Erst dann, so hatte Deral es Uasa erklärt, wenn sie weit genug entfernt wären, würde er es riskieren Kontakt mit seinem Verband aufzunehmen. Die Verbindungen innerhalb des Systems könnten überwacht werden und er wollte sie nicht weiter in Gefahr bringen, als sie es ohnehin schon waren.

Die Familie befand sich wie die letzten Tage und Nächte zuvor auch auf einem der Warteplätze der großen Abflughalle, direkt zwischen einem abgesperrten Geschäftsbereich und dem einzigen Krämerladen auf der ganzen Station. Das Paar unterhielt sich und sie versuchten dabei so gut es ging auf der unebenen Oberfläche eines Sitzes mithilfe einer von Deral organisierten Sternenkarte, ihre weiter Vorgehensweise nach dem sie der Pilot abgesetzt haben würde zu planen. Mit dem Sprung in die inneren Systeme wäre es noch lange nicht getan. Ihr Sohn saß direkt neben seiner Mutter und beobachtete die verschiedenen, für ihn komisch oder fast lustig wirkenden Wesen, wie sie alle eiligst an ihnen vorbeihuschten. Seine Eltern hatten Jemmrik zwar beigebracht, dass das Universum aus vielen vielen und abervielen Planetensystemen besteht und dass sich darin eine unverstellbare Vielfalt tummelt, aber für ihn war schon die Anzahl hier überwältigend, auch noch nach mehreren Tagen. Da gab es Tentakeln, Greifarme, Glubschaugen, Flossen, riesige Nasen, Stacheln, Stelzen, Plattfüsse, Wasserköpfe und behaarte Rücken so weit seine kleinen funkelnden Augen blicken konnten. Soetwas hatte er noch nie zuvor gesehen, auf Mygeeto gab es hauptsächlich nur Menschen, Lurmen und Muun. Kein Vergleich zu dem hier.

Aufgeregt zog er fest an einem Stück Stoff von Uasas Mantel, riss eigentlich fast daran. "Du Mama?" Sie war gerade dabei Deral eine Route auf der Karte zu zeigen, als sie abrupt stoppte und über die Schulter blickte. "Ja, Jemm? Was gibt's denn? Wir sind gerade sehr besch.." Doch Jemmrik platzte sofort mit seiner Frage heraus, die seiner Ansicht nach sooooo wichtig war, dass sie keinen Aufschub duldete, wie fast jede auf die er unbedingt und sofort eine Antwort haben wollte. "Du und Papa, ihr habt gesagt wir sind nicht die einzigen Miris (den Spitznamen hatte er erfunden, da ihm das Aussprechen schwer fiel und seine Eltern hatten sein Spiel bis jetzt mitgespielt und sie ebenso genannt) im Universum." Uasa sprach mit sanfter Stimme, die sie immer dann verwendete wenn sie ihrem Sohn etwas erklärte. "Ja, das haben wir, Liebling. Du möchtest wissen, wieso du noch keinen hier gesehen hast, oder?" Jemmrik nickte mit einem unschuldigen Grinsen. "Weißt du, nicht jedes Volk hat die gleiche Größe wie ein anderes. Es gibt da draußen Spezies, die sind sehr weit verbreitet, wie etwa die Menschen oder Twi'lek. Das Universum ist zwar riiiieeesengroß aber deswegen teilen sich nicht alle Völker den Platz untereinander auf." Deral pochte kurz auf sein Handgelenk und flüsterte ihr zu, dass sie dafür später auch noch genug Zeit hätten, aber Uasa wandte sich wieder ihrem Sohn zu.

"Wir Mirialaner... Miris." Jemmrik stieß bei der Erwähnung seiner Wortkreation immer ein freudiges Glucksen hervor. "Wir sind ganz einfach nicht so groß wie andere Völker. Viele da draußen haben Kolonien oder Außenwelten, während unser Volk immer auf Mirial gelebt hat, und es wahrscheinlich immer tun wird. Wir haben dort nicht nur unsere Heimat, sondern auch unsere Wurzeln. Ich hab' dir doch von den Ritualen erzählt, oder? Es stimmt dass die meisten unserer Art sie auch außerhalb anwenden, denn Tradition spielt immer eine große Rolle, aber nur wenn man sie auf heimischem Boden ausführt, können sie zu ihrer wahren Bedeutung gelangen. Es wird als ehrenwert angesehen wenigstens einmal im Leben den Heimatort besucht und an der Zeremonie teilgenommen zu haben. Auch Außenweltler und Mirialaner von anderen Systemen sind dabei herzlich willkommen. Wir haben das noch vor uns und vielleicht wirst auch du eines Tages unsere Heimat besuchen, wer weiß?" Die Frau machte eine beschwichtigende Geste in Richtung Deral, der sie ungeduldig ansah. "Es leben wenige außerhalb Mirials, aber die sind wahrscheinlich genau wie wir auf irgendeinem System gestrandet, auf dem sie keinen anderen ihrer Art zu Gesicht bekommen. Aber ich verspreche dir, das wird sich ändern wenn wir erstmal im Inner Rim angekommen sind. In der Republik leben nicht wenige Mirialaner und ich bin mir sicher du wirst bald einen anderen sehen." Der Junge hatte den Erzählungen aufmerksam zugehört und nickte verständig - seine Mama konnte immer schon viel besser erzählen als sein Vater. "Gut." Uasa lächelte ihn an. "Wir müssen jetzt etwas Wichtiges bereden, Jemm. Spiel doch inzwischen mit etwas... zum Beispiel mit deinem Ball." Er holte sich das Spielzeug und begann es im Umkreis des Warteplatzes umherspringen zu lassen. Nun hatten sie die nötige Ruhe um fortzufahren.

Die Zeit verstrich, irgendwann begannen die Läden zu schließen und auch das rege Treiben in den Gängen und Hallen wurde weniger, da die System-Uhr der Station auf Abend- bzw. Nachtbetrieb umgeschaltet hatte. "Ich glaube das war genug für heute." bemerkte Deral gefolgt von einem herzhaften Gähnen. Sie hatten nun über vier Stunden damit verbracht, aufzuschreiben, Routen zu berechnen und weitere Eventualitäten so gut es ging einzuplanen. Der kleine Jemmrik schlief bereits fest und tief an die rechte Seite seiner Mutter gekuschelt, als sie die Karte wegräumten und darüber nachdachten, ob sie das Geld das eigentlich für das heutige Abendessen gedacht war, lieber einsparten um morgen doch noch etwas zu haben, bevor sie ihre Reise antreten würden. Die Entscheidung fiel gegen ihre Bäuche aus, also legten sie sich nicht lange darauf hoffentlich das letzte Mal auf den harten und kalten Metallsitzen schlafen. Während Frau und Kind dicht nebeneinander schlummerten, suchte sich Deral, um Uasa etwas Beinfreiheit zu lassen, zwei Sitze entfernt eine halbwegs angenehme Liegeposition.

Als er die gefunden und sich darüber vergewissert hatte, dass seine Beiden wohlbehalten an ihrem Platz waren, schloss er schließlich ebenfalls die Augen. Doch seine Ruhe sollte nicht lange andauern, denn bereits wenige Minuten später - Deral war noch nicht wirklich fest eingeschlafen - vernahm er einen lauten Pfiff direkt neben seinem rechten Ohr, woraufhin er ein Auge öffnete und in die pechschwarze Mündung eines auf ihn gerichteten Blasters blickte. Als er das realisiert hatte, schrack er auf einmal blitzschnell hoch und starrte auf die im Schein der Hallenoberlichter glitzernde Waffe. "Ja, das ist er." sprach ein bärtiger Mensch in Söldnerkleidung. "Hey, Sie da! Ich habe hier ein Bild von Ihnen. Da hat Sie einer gut getroffen." drang es ihm von dem zweiten Anwesenden ins Ohr, einem Devaronianer, der ihm hämisch ein Data-Pad mit Derals Gesicht darauf entgegen hielt. Auf einen Schlag wurde ihm klar, wer da vor ihm stand und er war sofort hellwach: Ein Ausschreiben mit seinem Gesicht und Namen darauf, die beide von einem dicken roten "Gesucht"-Schriftzug überschrieben worden waren und darunter die verlockende Summe von sage und schreibe 60.000 Credits konnten nicht lügen. Es musste sich um Kopfgeldjäger handeln. Kopfgeldjäger, die auf das Angebot von Phisis eingegangen waren.

"Anscheinend dämmert's ihm langsam." Der Mensch schüttelte demonstrierend die Waffe, sah auf seinen Kollegen um zu sehen ob der Witz angekommen war und als er bemerkte, dass dies nicht der Fall war, wieder zurück zu Deral. "Ich denke Ihnen ist klar, warum wir hier sind." Der Devaronianer erschien Deral von anfang an klüger als der Mensch und er vermutete, dass das wohl der Anführer war, weswegen er sich auch direkt an ihn wandte. "Glasklar." "Gut, dann können wir die Erklärung auslassen. Dreyd, fessel ihn." Er deutete beiläufig auf den inzwischen aufgestandenen Mirialaner, der zwar erst versuchte sich dagegen zu wehren, aber gegen den durchtrainierten Söldner keine Chance hatte. Anschließend schlenderte der Devaronianer zu Uasa, weckte diese mit einem heftigen Ruck an der Schulter und flüsterte ihr etwas zu, dass sie sofort dazu brachte aufzustehen und ganz ruhig dort zu verharren. Ihr Mann sah zu ihr hinüber und sie erwiderte seinen Blick sorgenvoll und obwohl kein Wort über ihre Lippen kam, wusste er was sie ihm mitteilen wollte. Sie waren vom Regen und die Traufe geraten. Sie drehte sich kurz zu Jemm, der vom allgemeinen Lärm ebenfalls aufgeweckt worden war und sich schlaftrunken umsah, und dann wieder zurück zu den Kopfgeldjägern, das Kind nun in den Armen.

"Sie wollen mich und nicht meine Familie. Lassen Sie sie gehen und ich werde keinen Widerstand leisten." Dreyd lachte laut auf. "Als ob wir den Spruch noch nie gehört hätten." Der Blaster wechselte von Deral auf seine Familie und der Mensch sah ihn dabei bestimmend an, doch zu Wort meldete sich erneut der Devaronianer. "Die Sache läuft so: Die Zwei bleiben hier bei Dreyd und ich bringe Sie zurück auf die Oberfläche. Sobald der Deal mit dem Auftraggeber gelaufen ist und Sie übergeben wurden, funke ich ihn an und er lässt Frauchen und Sohn frei. Verstanden?" "Ist das wirklich nötig?" Er streckte die Hände mit den Handschellen empor und hielt sie sich vors Gesicht. "So komme ich Ihnen schlecht davon." Es meldete sich wieder der Mensch. "Ich und Dynis hier gehen gern auf Nummer Sicher. Hatten schon zu viele Scherereien mit Männern, die am Ende doch nicht so ehrenhaft sind, wie sie behauptet haben. Das kennen wir schon alles." Es übernahm wieder der Devaronianer: "So ist es. Schluß jetzt! Sie können sich hier nicht herausreden..." Er sah wie er erneut auf das Pad lugte und mit dem Finger offenbar den Text nachfuhr, den er gerade las. "Professor... Ihre Redegewandtheit wird Ihnen nichts bringen, Professor Kevrae, denn wir verhandeln nicht mit unseren Zielpersonen. Jetzt setzen Sie sich in Bewegung, bevor wir ungemütlich werden müssen." Er deutete mit ernster Mine auf den Gang, der direkt zum zweiten Hangar von Synal führte.

Uasa und der Junge blickten beide wehmütig dem Vater und Ehemann hinterher, der mit vorgehaltener Waffe gerade weggebracht wurde. Kurz vor der in den Gang mündenden Abbiegung, wandte Deral sich kurz noch einmal zu seiner Familie und schrie so laut er konnte: "Hab keine Angst, Schatz! Alles wird gu..!" Die Reaktion darauf erfolgte prompt, denn er wurde von dem Devaronianer unsanft um die Ecke geschubst und verschwand aus ihrem Blickfeld. Doch trotz der Tragödie, dass ihr Mann wieder im Begriff war den selben Männern in die Hände zufallen, vor denen sie eigentlich flüchten wollten, hatte sie selbst andere Sorgen, die momentan ihrer Aufmerksamkeit bedurften. Es gab da ja noch diesen schmierig grinsenden Mann, Liren Dreydell lautete sein voller Name, der nun bedrohlich behäbig auf die beiden zustampfte, den Blaster immer noch lässig in der Hand haltend. In dieser aussichtslosen Situation und beim Anblick des Menschen, dem sie in diesem Moment alles zutraute, erwachte ihr Mutterinstinkt: sie presste Jemmrik so fest sie nur konnte an sich und fokussierte den Söldner dabei scharf, darauf aus einen Eindruck zu vermitteln, dass sie - wenn er ihrem Kind zu nahe kommen würde - ihn ohne zu zögern anfallen und notfalls töten würde, einem ungebändigten Raubtier gleich.

Mit jedem Schritt, den der Mann näher kam, verfinsterten sich ihre Züge noch mehr. Dreyd aber war auf keinerlei Übergriffe aus, doch das wusste die Mirialanerin natürlich nicht. Er erkannte die Drohgebärden der Frau rechtzeitig und blieb in einem Abstand von drei Metern stehen, die Waffe auf beide richtend. "Sie können mit dem Knurren aufhören, Lady. Ich tu euch nichts, solang Sie keinen Blödsinn anstellen." Er spuckte einen großen Batzen auf den Boden. "Ich und mein Partner sind keine dieser Schweine, die sich an den Ehefrauen ihrer Opfer vergreifen." Für Uasa klang das nicht so beruhigend, wie es Dreyd im Sinne gehabt hatte, denn sie entspannte sich kein Stück und veränderte auch ihren Blick nicht. "Warum sollte ich gerade Ihnen glauben? Ihr Kollege hat meinen Mann entführt!" Die Mine des Menschen sank ab. "Ich werd' Ihnen sagen, wie das hier abrennt: Sie machen, was ich sage und ich lasse Sie und ihren Sprössling gehen, sobald die Sache vorbei ist. Wenn nicht, dann werden Sie trotzdem eingesperrt, aber geknebelt und ich überleg' mir nochmal, ob ich euch so früh wieder rauslasse. Hab' nämlich keine Lust für Sie den Babysitter zu spielen." Er griff mit der freien Hand in eine Tasche und zog ein langes schwarzes Seil heraus, das er Uasa entgegenhielt. Sie ließ den Kopf hängen und blickte kurz zu Boden, während Jemm erstaunlich still und ruhig in ihren Armen verharrte. Zwei Tränen bildeten sich in ihren Augen und kullerten kurze Zeit später die Wangen hinab, sie aber nickte, stand auf und wartete auf weitere Anweisungen des Kopfgeldjägers.

Unmittelbar darauf - genauer gesagt fünf Minuten später - fiel die große metallerne Tür der Stationswartung ins Schloß, womit die Mirialanerin und ihr Sohn im Dunkeln saßen, aber immerhin Arme und Beine frei bewegen konnten. Dreyd hatte Wort gehalten. Der Wartungsraum war gerade einmal groß genug, damit drei ausgewachsene Personen Platz fanden, somit hatten sie zwar nicht übermäßig viel davon, aber für eine Mutter und ihr Kind reichte es. Uasa hatte sich die ganze Zeit über gewundert, warum der Mensch ihnen nicht den Mund verbunden hatte, doch jetzt wo sie in der Kammer angekommen war, stellte sich diese Frage nicht mehr. Sowohl die Türe als auch die umliegenden Wänden waren absolut schalldicht, kein Wort drang nach draußen, sondern alles was sie oder Jemm sagten hallte vielfach von den Ecken des Raumes wieder. Nach Hilfe zu rufen gestaltete sich also als unsinnig. Genauso verhielt es sich mit Klopfen oder harten Schlägen auf die Türe, denn sie leitete neben Schall auch noch keine Erschütterungen weiter. Kurzum: Sie saßen in der Falle, was Uasas Laune nicht besserte. Jemmrik begann zu allem Überfluß dann auch noch zu quängeln - verständlich, da einem Kind das Ausharren in Gefangenschaft schnell einmal zuviel werden konnte - und einige Male musste Uasa ihn harsch zurechtweisen, auch wenn ihr in dieser Situation so mit ihrem Sohn zu reden fast das Herz brach. Nach einer Weile stand die Frau auf und versuchte sich im Dunkeln an den Wänden entlangzutasten. Sie erfasste ein großes Regal an der Rückseite der Kammer, daneben einen verschlossenen Metallspind und - nachdem sie eine Runde im Kreis gegangen war - stieß sie schließlich auf einen Lichtschalter, der zu ihrer Freude funktionierte. Das Zimmer wirkte im kalten sterilen Licht der oberen Leuchtröhren sehr karg. Neben den von ihr ertasteten Dingen gab es noch ein abgeschaltetes Terminal, dessen Eingabe-Vorrichtung entfernt worden war und in der entgegengesetzten Richtung erspähte sie ein größere Sichtfenster, hinter dem zahlreiche Rohre und Wasserleitungen kreuz und quer verliefen.

Da nichts davon nützlich oder auch nur im entferntesten von Gebrauch war, kehrte sie schließlich wieder zum am Boden sitzenden Jungen zurück, nahm ihn in den Arm und versuchte ihn mit sanfter Stimme - so sanft wie sie eben in dieser Situation möglich war - ruhigzuhalten. So befanden sich beide am Boden und da Jemm irgendwann eingeschlafen war, herrschte absolute Stille. Nur das leise Plätschern des in den Röhren befindlichen Wassers und das Knarzen und Quietschen dieser war zu hören. Uasa hielt gerade noch ein Auge offen, obwohl ihr die Lider schon schwer wurden, als sie plötzlich ein leises Klopfen vernahm, das sie erst für ein weiteres dumpfes Knarren, hervorgerufen durch eine der Leitungen, hielt. Dem Schlaf nahe, ertönte das selbe Geräusch aber noch einmal, und noch einmal, diesmal lauter, was sie jetzt deutlicher glauben ließ, dass sich tatsächlich jemand vor der Tür befinden musste und hart dagegenschlug. Sehr hart, wenn man sich an ihre tonschluckende Eigenschaft erinnerte. Sie legte den tiefschlummernden Jemmrik sanft neben sich hin, verhalf sich selbst auf die Beine und schlurfte langsam zur Türe hinüber. Dort legte sie vorsichtig ein Ohr an die Türe und horchte. "Hallo? Ist da jemand?" rief sie, wobei ihre Stimme erneut durch den ganzen Raum hallte. Leise konnte sie den Klang einer Männerstimme vernehmen, wenn auch stark abgedämpft. "Ich hole euch da raus. Geht von der Türe weg!" Dann erklang ein helles zischendes Summen und die aufgeschreckte Frau wandte sich schnell zu Jemmrik um, nahm ihn hoch und stellte sich so weit wie möglich vom Eingang weg, zwischen das Regal und den Spind hineingepresst, die Augen gespannt und nervös zugleich auf die Tür gerichtet.

Unmittelbar darauf schallte ein klirrender und lauter Knall herein, fast so als ob ein stark erhitztes Metallstück mit einem Schlag in zwei Hälften zertrennt wurde und kurz darauf neigte sich die schwere Tür leicht zur Seite, fiel mit einem ohrenbetäubenden Lärm auf den Boden und gab den Weg in die Freiheit frei. Die dadurch zur Seite gepresste Luft wirbelte einiges an Staub und Dreck auf, da dieser Teil der Station wohl selten gereinigt wurde. Als sich diese Staubwolke gelegt hatte, kam ein schattenhafter Umriss direkt hinter der umgefallenen Tür zum Vorschein. Das musste ihr unbekannter Retter sein. Leicht hustend schritt Uasa mit dem Jungen an der Hand nach draußen ins Freie. Ein kurzer Blick auf das hell leuchtende Lichtschwert des Mannes, das immer noch aktiv in seiner Hand brummte, und zu ihrer Rechten auf die glühenden und aufgebrochenen Metallringe am Türrahmen, verriet ihr dass der Jedi wohl die Scharniere der Türe mit seiner Waffe zerschnitten haben musste. Uasa konnte nicht anders, als dem Mann den Tränen nahe um den Hals zu fallen. "Danke, danke, danke!" Sie umarmte den Fremden so fest, dass dieser verdutzt nach vorne starrte und dabei den kleinen Jungen sah. "Schon... gut. Sie sind frei, beruhigen Sie sich." Dann ließ sie endlich locker und entfernte sich wieder ein Stück nach hinten, um den Mann näher zu betrachten. Es war ein in einen dunkelgelben Trenchcoat gekleideter Mensch, mit kurz geschorenem Bartansatz und mattgrünen Augen, der eine starke beruhigende Ausstrahlung besaß und sowohl sie als auch ihr Kind abwechselnd anlächelte.

Schweigen machte sich für eine Weile breit, bis Jemm schließlich unverhofft die Stille brach. "Wer ist das, Mama?" Unbeholfen näherte er sich dem großen Mann neugierig und sah ihn dabei gespannt an, der seinen Blick ebenso voll Interesse erwiderte. Er schenkte dem Kleinen ein warmes Lächeln und kniete sich vor ihm hin, um ihn besser ansehen zu können. Uasa hatte gerade realisiert, wie nahe sie dem Mann in ihrer Ausgelassenheit gekommen war und wollte ihren Sohn davon abhalten, auf die selbe Tuchfülle mit ihm zu gehen. "Entschuldigt, wenn er Euch..." Hastig ging sie nach vorne, legte ihren Arm um den Bauch des Kindes und wollte es gerade hochheben, als der Fremde zu ihrer Erstaunung abwinkte. "Warten Sie kurz." Die Mirialanerin ließ von ihm ab und ging erneut ein Stück nach hinten, während der Mensch immer noch dem Jungen tief in die Augen sah. "Ihr beide müsst sehr stolz sein. Das Kind umgibt eine außerordentliche Ausstrahlung. Nur scheint sie etwas zu unterdrücken." "Wie... wie meinen Sie das? Unterdrücken?!" Gerade hatte sich wieder einigermaßen Ruhe in ihr ausgebreitet, da begann ihr Herz wieder schneller zu schlagen. Was wollte der Kauz von ihrem Kind? "Wie heißt er?" fragte der Mensch beiläufig in Richtung Uasa. "Jemmrik. Er heißt Jemmrik." "Ihr Sohn Jemmrik besitzt eine starke Präsenz in der Macht." Als er das sagte, sah er die Frau ernst aber ohne jegliche Strenge an. "Ihr meint er ist..." "Ich meine gar nichts, sondern sage nur was ich spüre. Ich könnte mich auch irren, das würde nur ein genauerer Test belegen." Uasa sah ihn verwundert an, den Mund geschlossen. Sie wusste beim besten Willen nicht, was sie darauf sagen sollte.

Plötzlich stand der Fremde wieder auf. "Doch genug davon. Verzeihen Sie, ich habe mich noch nicht vorgestellt: Mein Name ist Nour Akkon und ich bin im Auftrag des Rates der Jedi hier, um diesen Sektor zu überwachen." "Ihr seid ein Jedi?" Uasas Stimme erklang hinter ihm. "Ja, Schatz. Das ist ein Jedi, genau wie es Großvater war. Meister Jedi, Euch ist nicht zufällig ein Jedi-Meister namens Gedron Kevrae bekannt?" Nour schüttelte den Kopf. "Von solch einem Mitglied meines Ordens habe ich noch gehört, tut mir leid Sie enttäuschen zu müssen. Ich könnte aber, wenn Sie es wünschen, das nächste Mal wenn ich mit den Jedi in Kontakt trete nach ihm fragen." "Das ist nicht nötig. Er trat den Jedi bei, bevor ich geboren war. Er muss schon ein ziemlich alter Mann sein, wenn er überhaupt noch lebt. Außerdem erhielten wir vor einigen Jahren einmal die Nachricht, dass er in einem Gefecht als vermisst gilt. Nähere Informationen hat uns der Überbringer aber nicht geben wollen." "Mein Beileid." "Das ist nicht nötig. Er hat sich, nachdem er zum Jedi wurde, nicht mehr viel für seine Familie interessiert. Keine Nachrichten beantwortet und auch sonst so getan, als gäbe es uns nicht mehr..." Sie sah kurz auf und ihr fiel ein, mit wem sie da gerade redete. "Entschuldigt, Meister Jedi. Ich wollte nicht unhöflich sein." "Schon gut." Er setzte wieder ein warmes Lächeln auf. "Viele verstehen zwar, was es für jemanden bedeutet ein Jedi zu werden, aber sie vergessen dabei seine Angehörigen, die er oft zurücklässt. Zu sagen dass ich Ihren Ärger nachempfinden kann, wäre übertrieben, aber ich kann verstehen, dass es für Sie auch nicht leicht gewesen sein musste." Uasa nickte wortlos. Die Aussage des Jedi erschien ihr aufrichtig zu sein.

Er blickte sich kurz um und sah dann wieder auf die Frau. "Ich würde Ihnen gerne all Ihre Fragen beantworten, aber erst sollten wir zusehen, dass wir Ihren Mann befreien. Jede Minute, die verstreicht, bewegt er sich weiter von uns weg. Ich spüre aber, dass er sich noch auf der Station befindet." Uasa war erstaunt, dass Nour offenbar so gut im Bilde war, jedoch verkniff sie sich aufgrund der letzten Ereignisse die Frage, woher er denn von ihrem Mann und seiner Gefangenschaft wusste. "Ihr habt Recht. Lasst uns gehen. Komm Jemm." Zu dritt machten sie sich direkt auf den Weg in die Stationscantina, denn Nour erklärte ihnen auf dem Weg, dass er einen Söldner auf den die Beschreibung von Uasa passte, dort einen heben gesehen hatte. Nach kurzer Zeit befanden sie sich kurz vor dem Lokal, als der Mensch plötzlich anhielt. "Es wäre glaube ich besser, wenn ich ihn mir alleine vornehme." Die Frau schüttelte entschieden den Kopf. "Nein, mit dem habe ich noch eine Rechnung offen." Der Jedi seufzte. "Also gut, aber halten Sie wenigstens etwas Abstand." Uasa nickte und sah sich nach Jemmrik um, der neben Nour stand und ihn immer noch ansah. Zu dritt traten sie in die Cantina ein und entdeckten nach kurzem Umsehen in einer hinteren Ecke den Söldner Dreyd, wie er sich gerade seinem Gesöff hingab und schon etwas benommen auf der Tischkante hing. Wegen der Tatsache, dass er schon weit über den Durst getrunken hatte, bemerkte er Nour erst, wie dieser kurz vor ihm stehen blieb und Uasa und ihr Sohn entgingen ihm sogar völlig, obwohl sich diese nur wenige Meter weiter hinten befanden.

Der Jedi lehnte sich auf den Tisch und schnippte leicht grinsend zwei Mal mit den Fingern, woraufhin Dreyd den Kopf hob. "W..er is da?" "Jemand, der eine Auskunft braucht und das möglichst sofort." Der Söldner begann im Suff leicht zu gackern, verstummte dann aber wieder. Er wirkte so, als ob er nicht mehr große Kontrolle über seinen Körper hatte. "Niemnd ert...eilt mir Befehle, Alterchen. Verschwinde!" "Ist das so?" Nour hob fragend die Augenbrauen und sah den Söldner dabei grinsend an. Nach kurzer Zeit begann er zu lachen und der Mensch neben ihm setzte ebenfalls zu einem erneuten Lachen an, was auf die direkt hinter ihm stehende Uasa einen seltsamen Eindruck machen musste. Zwei Männer, die sich ins Gesicht lachten, obwohl der eine eigentlich etwas aus dem anderen herausquetschen sollte. Plötzlich schlug Nour mit der Faust auf den Tisch und der Söldner wich zurück. Der spaßige Teil des Verhörs war wohl nun vorbei. "Ich habe keine Zeit für soetwas! Du sagst mir jetzt, wo ich deinen Partner mit eurer Zielperson finde, oder es wird Konsequenzen haben." Dabei packte er mit der linken Hand ein Mantelende, streifte es zur Seite und gab den Blick auf seinen glitzernden Schwertgriff frei und zwar so, dass der Mann ihn ganz genau sehen konnte. "Nun?" Ein verschmitztes Grinsen erschien auf dem Gesicht des Jedi. "Was das ist und was jemand wie ich damit anrichten kann, müsste sogar einem versoffenen Banthaschädel wie dir klar sein." Der Jedi konnte erkennen wie der hektische Blick des Söldners abwechselnd von seinem Gesicht auf die Waffe und wieder zurück wechselte. Dann nickte er wortlos, wobei ihm der Schock ins Gesicht geschrieben stand. "Gut." bemerkte Nour zufrieden. "Wo sind sie also?" Dreyd schluckte hörbar. In seinen Augen konnte der Jedi erkennen, dass die Aufregung ihn offenbar wieder nüchtern werden hatte lassen. "Mein Partner befindet sich mit dem Professor auf dem Weg zurück auf die Planetenoberfläche. Sie werden jetzt gerade in unser Schiff einsteigen." "Was für ein Schiff? In welchem Hangar?" "Eine umgebaute R800. Hangar D5." Nour wandte sich zu Uasa um, die ihm zunickte. Ohne weitere Erklärung ließ er den Menschen zurück, Uasa und Jemmrik schloßen auf halbem Weg zu ihm auf und gemeinsam verließen sie die Cantina wieder.

Nour wartete kurz, bis sie wieder auf dem Gang draußen waren und startete dann plötzlich los, sodass Uasa mit Jemmrik in den Armen Mühe hatte nachzukommen. Im Laufschritt erreichten sie den Südhangar der Station binnen Minuten. Der Mensch bog gerade um die letzte Ecke, da tauchte auch schon über der ersten Halle ein leuchtendes Schild mit der Aufschrift "D1" auf, unter dem sie direkt durchschritten und den Doppelhangar betraten. "Davorne! Das sieht nach der R800 aus." Nour deutete im Laufen auf das direkt vor ihnen stehende Schiff, dessen hintere Triebwerke gerade aufglühten, denn im Hangar machte sich das typisch sonore Brummen breit. Es war ein relativ großes Schiff, dessen kurze Flügel in einer X-Form im stumpfen Winkel vom runden Cockpit abstanden und sich bis zu den hinteren Doppeltriebwerken zogen. Die Maschine selbst stand auf zwei länglichen Standbügeln, die sich direkt unterhalb der versetzten Repulsorlifte befanden, von denen ein sanftes bläuliches Licht am Boden abgebildet wurde. Es stand kurz davor, abzuheben. Zusätzlich konnte man erkennen, wie die Einstiegsrampe sich gerade nach oben neigte, also waren sowohl Jäger als auch Beute gerade erst eingestiegen. "Stehen bleiben! Ich mach das." Beinahe augenblicklich hielt Uasa heftig schnaufend an, denn ihr war klar dass sie dem Jedi nicht mehr folgen konnte. Nour hatte zu einem Sprung angesetzt und flog einige Meter durch die Luft, die Hand zum Schiff hin ausgestreckt. Und tatsächlich schaffte er es eine der beiden Hyraulikstangen zu greifen und sich durch den schließenden Spalt hindurchzuzwängen, bevor das Schiff durch das Kraftfeld in den Raum hinaus schoss.

Im Inneren angekommen, sah sich Nour erstmal einmal um. Am oberen Ende einer weiteren Rampe, breitete sich vor ihm ein kleiner Lagerraum aus, gefüllt mit Kisten der exotischsten Herkünfte und verschiedensten Aufbewahrungsgläsern in allen Farben. Die Fliehkraft hatte inzwischen eingesetzt, denn er spürte einen sanften Ruck der Triebwerke. Sowohl zu seiner Rechten als auch zu seiner Linken sah er zwei Schiebetüren. Spontan entschied er sich, nach rechts zu gehen. Die Tür ließ sich überraschend einfach zur Seite drücken und gab den Blick auf einen langgestreckten Gang frei, an dessen hinterem Ende Nour den Eintritt zum Cockpit vermutete. Allerlei Kisten und andere Behältnisse standen hier verstreut auf dem Boden oder hingen wackelnd an Ketten von der Decke herab, sodass er sich sehr vorsichtig fortbewegte, um keinen unnötigen Lärm zu verursachen. Vor ihm baute sich eine Trennwand auf, die an die Schiffshülle rechts anschloß und an der er sich links vorbeizuschlängeln versuchte. Wie er das Hindernis überwunden hatte, fand er mit einem Blick dahinter ausreichend Belohnung. Denn niemand Geringeres als der Professor selbst saß dort gut verschnürt und geknebelt an einem starr montierten Stuhl. Der Mirialaner begann, als er den Jedi erblickte, unaufhaltsam zu murmeln, jedoch drang wegen dem Knebel in seinem Mund kein Wort durch. Nach wenigen Sekunden hatte der Mensch ihn befreit, bat ihn aber Stille zu bewahren, da sich der Kopfgeldjäger in unmittelbarer Nähe befinden musste. Deral, sichtlich erschöpft, begnügte sich damit auf dem Stuhl sitzen zu bleiben, Luft zu holen und überließ dem Jedi alles weitere.

Dieser schlüpfte aus den Ärmeln seines Mantels, der ohne ein Geräusch zu seinen Füßen hinunterschwebte und dort stark verknittert liegen blieb. Unter der Hülle, die Nour zur Tarnung getragen hatte, kam nun seine wahre Erscheinung hervor. Er trug eine lederne braunrote Robe mit kurzem Schnittmuster, an deren Hüften sich drei schwarze Gurte kreuzend überlappten, wobei sein Lichtschwert an einer zweigliedrigen Kette vom untersten baumelte. Nour nickte dem ihn aufmerksam betrachtenden Mirialaner zu, begab sich dann in Kampfstellung und betätigte den Öffnungsmechanismus. Der Pilot hatte nicht im Mindesten mit einem Angriff von hinten gerechnet, weswegen er dem Jedi nichts entgegensetzen konnte. Es kam zwar zu einem kurzen Handgemenge, jedoch konnte der Mensch den Devaronianer ohne die Waffe zu gebrauchen, ausschalten. Gemeinsam vollbrachten sie es, den Kurs des Schiffes zu ändern, weswegen die R800 bereits einige Minuten darauf wieder neben der freudig zuwinkenden Uasa im Hangar landete.
 
Alt 07.07.2011, 01:29   #8
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AW: [Charaktergeschichte] Aus dem Eis - Jemmrik Kevrae

Wahre Absichten
Die Familie, wieder vereint, konnte ihr Glück kaum fassen und Deral selbst wollte Nour für seine Heldentat ausreichend belohnen. "Ich kann Euch gar nicht sagen, wie dankbar ich bin, dass Ihr aufgetaucht seid." Der Mensch lachte väterlich und hob beschwichtigend die rechte Hand. "Immer mit der Ruhe. Ich würde gerne erstmal eure Namen erfahren. Ich kenne momentan nur den von Ihrem Sohn." "Natürlich... natürlich. Mein Name ist Deral Kevrae und Euch nennt man, wie mir meine Frau Uasa verraten hat, Nour Akkon. Liege ich da richtig?" Nour verschränkte aufmerksam zuhörend die Arme. "Absolut richtig sogar. Ich grüße Sie, Uasa." Wieder tauchte ein charmantes Lächeln auf, als er sich vor der Frau verbeugte. Das Gespräch wurde kurz unterbrochen, da ein in offizielle Uniform gekleideter Ortolaner an das Grüppchen heranschritt und dem Jedi ein Data-Pad entgegenhielt. Die Sprache des Wesens war für die Mirialaner unverständlich, aber scheinbar schien sie Nour zumindest zu verstehen. "Ja, das sind sie." Wieder waren die Laute des Ortolaners zu hören und von der Mimik des Beamten schloß Deral darauf, dass dieser dem Menschen wohl eine Frage stellte. "Mir ist durchaus bewusst, dass der Amtsweg in diesem System seine Zeit beansprucht. Stellen Sie sicher, dass sie hinter Schloß und Riegel sitzen. Um den Rest kümmere ich mich, wenn ich zurückkomme. Setzen Sie mich am besten als Ankläger ein, damit ohne meine Anwesenheit die Verhandlung nicht beginnen kann."

Ein lauter und schwerliegender Seufzer war von dem blauen Kerlchen zu hören, als es mit den neuen Anweisungen des Jedi wieder abzog. Nour wandte sich wieder Deral zu. "Verzeihen Sie, Bürokratie." Er rollte mit den Augen, sah aber dann wieder auf die Familie hin. "Ihr seid uns noch Erklärungen schuldig." warf Uasa ein. "Gewiss. Doch wollen wir das nicht an einem gemütlicheren Ort weiter bereden? Ich könnte jetzt gut etwas zu essen vertragen." Nour tätschelte seinen Bauch. So begaben sich alle vier zur Abwechslung einmal nicht zur Cantina, sondern hatten vor in einem von einem Iridorianer geführten Imbiss in der obersten Etage einzukehren. "Liegt es eigentlich daran, dass Ihr Jedi seid, dass man Euch keinen Wunsch abschlagen kann oder hat das mehr mit Euch selbst zu tun?" Nour musste bei Derals geistreicher Erwähnung, mit der er absolut nicht gerechnet hatte, auflachen. "Sie wären erstaunt, wie viele mich das schon gefragt haben, nachdem sie mich einmal näher kannten." Mehr wurde dazu, bis sie auf den Stühlen Platz genommen hatten, nicht mehr gesagt.

Nach einem ausführlichen Mahl fand Deral, dass es an der Zeit war zum eigentlichen Thema zurückzukehren. "So. Dann erzählt, was Ihr zu erzählen habt." Nour deutete mit halb geöffnetem Mund ein Augenrollen an, fast so als ob er gehofft hatte, dass die Sache nicht wieder angeschnitten werden würde. "Also schön..." Er senkte deutlich seine Stimme, sodass jeder der Kevraes näher herankommen musste, um ihn verstehen zu können. "Jemand in meiner Position vermeidet es normalerweise tunlichst, sich in die Karten schauen zu lassen, aber ich vertraue Ihnen. Mein voller Name lautet Nourenje Akkon und ich bin, wie Sie bereits erfahren haben, ein Jedi. Anders aber, als die meisten Mitglieder meines Ordens, gehöre ich einer gewissen Gruppierung an, einer gewissen und außerdem sehr kleinen Gruppierung, im Orden allgemein hin bekannt als Jedi-Wächter." Mit geschlossenem Mund sah er sich im Gesicht jedes Einzelnen um. Es war, wie er vermutet hatte: Eine Familie wie die Kevraes, die fernab der Hauptsysteme ihr Dasein fristete, konnte wenig mit der bloßen Erwähnung eines Namens anfangen. "Ich sehe, es besteht Erläuterungsbedarf. Die Jedi-Wächter stellen eine wie erwähnt zahlenmäßig kleine Gruppe in meinem Orden dar. Ein Wächter hat die Aufgabe, ein ihm zugeteiltes System oder einen Sektor zu bewachen, nach Aktivitäten der dunklen Seite Ausschau zu halten oder..." Blitzschnell fielen seine Augen auf den kleinen Jemmrik, nur um eine Sekunde danach wieder Deral anzuvisieren. "...machtempfängliche Kinder aufzuspüren." Dem Vater des Jungen war diese Anspielung offenbar entgangen, denn seine Stimmung schien nicht zu kippen. Anders war es bei Uasa der Fall, der die Worte von Nour als er die beiden aus dem Raum geholt hatte noch gut in Erinnerung waren und die deswegen leicht nervös wurde, aber erstmal nichts dazu sagen wollte.

"Das ist ja alles sehr interessant, Meister Jedi, aber das erklärt noch nicht Euer plötzliches Auftauchen. Hier. Auf dieser Station." Bevor er antwortete, konnte der Mensch erkennen, wie sich die Mimik bei Derals Frau veränderte. Natürlich konnte Deral es beim besten Willen nicht wissen, dennoch fand sie, dass er in diesem Moment ziemlich einfältig reagierte. "Ich bin zu einem ganz speziellen Zweck auf die Synal-Station gekommen, beziehungsweise war bereits da, als Sie hier ankamen, aber erfahren habe ich letzendlich per Zufall von Ihnen. Es war in der unteren Cantina, da schnappte ich ein Gespräch zweier seltsamer Gestalten auf, die sich über einen Haufen Mirialaner unterhielten, die es sich offenbar in der Hangar-Etage heimisch gemacht hatten." Er deutete über die Schulter hinweg zum Aufzug, der in den Stock mit der Cantina zurückführte. "Einfach gesagt wurde ich neugierig und begab mich auf die Suche nach Ihnen." "Warum habt Ihr dann nicht schon früher mit uns Kontakt aufgenommen? Warum diese Geheimniskrämerei?" "Dazu komme ich noch." Nour versuchte Deral zu beschwichtigen, der offenbar erbost war über die Tatsache, dass der Jedi sich solange Zeit gelassen hatte. "Ich hätte mich Ihnen schon früher vorgestellt und meine Hilfe angeboten, jedoch gab es da ein... zwei Vorkommnisse. Erstens wurde ich unverhofft in eine Sache hineingezogen, die keinen Aufschub geduldet hatte. Ich hoffe Sie verzeihen mir, wenn ich Sie nicht mit jedem Detail meiner Arbeit vertraut machen kann." Der Mirialaner nickte, auch wenn er die Antwort bisher noch nicht zufriedenstellend gefunden hatte. Nours Stimme nahm nun einen verschwörerischen und noch tieferen Ton an. "Die andere und wichtigere Sache ist meine zuvor erwähnte Berufung, meine Pflicht als Wächter. In dieser Position muss man sehr vorsichtig vorgehen und genau abwägen, wem man vertraut. Das ist nichts gegen Sie, Professor. Jedenfalls musste ich, zu ihrem Schutz und auch zu meinem, erst sichergehen, dass Sie wirklich der sind, der Sie vorzugeben scheinen. Deswegen die Sache in der Cantina und deswegen auch die... ausgetrunkenen Gläser vor Ihrem Platz. Es tut mir Leid, falls ich Ihnen Unannehmlichkeiten bereitet habe, aber ich würde es jederzeit wieder tun." Er sah Deral mit einer ungewohnten Strenge an, das warmherzige Lächeln war verschwunden.

"Ich..." Deral schluckte hörbar. "...verstehe, glaube ich." Der Mensch seufzte tief und lange. "Nun kommen wir zum unangenehmsten Teil meiner Geschichte. Dem eigentlichen Grund, weswegen ich hier bin." Er warf Uasa einen kurzen Blick zu. "Ich werde Sie nicht weiter anlügen, Professor, denn die Zeit der Maskarade ist vorbei. Ich bin nicht zufällig vor einigen Tagen an Ihrem Tisch erschienen, habe auch nicht nur aus purer Nächstenliebe Ihre Familie befreit und bin nicht umsonst dem Kopfgeldjägerschiff gefolgt, obwohl ich hätte mich die Macht aus anderen Gründen zu Ihnen geführt natürlich ebenso geholfen hätte." Er schluckte erneut schwer, sowohl Ton als auch die Art der nächsten Worte entschieden darüber, wie das weitere Gespräch verlaufen würde. "Ohne weitere Umschweife: Der Grund meiner Anwesenheit ist..." Plötzlich rief Uasa dazwischen. "Jemmrik! Schatz, es ist Jemmrik. Er ist gekommen, weil er glaubt er könnte ein Jedi werden. Ist es nicht so?" Die Frau blickte ihn scharf an und zum ersten Mal, seit sie Nour Akkon kennengelernt hatten, brachte dieser für kurze Zeit keinen Ton heraus, sondern nickte einfach nur stumm. "Ihr... Ihr wollt Jemm zum Jedi machen? Ihn uns wegnehmen?" Keine Wut schwang in den Worten des besorgten Vaters mit, im Gegensatz zu seiner Frau war es viel mehr Verwunderung, denn damit hätte er am wenigsten gerechnet. Schließlich hatte der Mensch wieder den Mut gefasst, weiterzusprechen. "Von Jemmrik geht eine deutlich spürbare Aura aus, die ich seit längerer Zeit nun verfolge. Was mich allerdings wundert ist, dass ich ihn nicht schon früher wahrgenommen habe. Wie alt ist er? Vier?" "Fünfeinhalb." "Es ist seltsam, dass mir seine Präsenz bisher entgangen war. Ich kreuze diesen Sektor nicht selten." Er strich sich gedankenverloren am Bart. "Fast als ob er lange Zeit unter einer Tarnkappe gesteckt hatte." Deral fiel es wie Schuppen von den Augen. "Phisis." "Aber ja! Die dicke Eisschicht muss ihn vor meinen Sinnen abgeschirmt haben. Das wird es sein."

"Kehren wir zu der Stelle zurück, an der ihr unseren Sohn mitnehmen wollt." bemerkte Uasa mit kalter Stimme, doch Nour konterte mit einer eigenen Frage. "Wieviel wissen Sie über die Jedi?" Beide blickten sich fragend an. "Relativ wenig, muss ich gestehen. Wir sind Diener der Wissenschaft, nicht des Glaubens." Nour sah konzentriert nach vorne und hob die rechte Hand, die Finger zum Handballen gerichtet, sodass sie einem angreifenden Mynock ähnelten und vor allem Jemmrik sah ihn dabei gespannt an. "Man muss nicht daran glauben, um sie wahrnehmen zu können." In einer flüssigen Bewegung streckte er den Arm nach vorne und richtete dabei die Finger gerade, als ob er an einem sanften Stoff entlangfahren würde. Augenblicklich hob sich ein Gewürzbehälter am hinteren Rand eines entfernten Tisches, schwebte langsam über ihre Köpfe hinweg in seine Hand und blieb dort liegen. "Das ist nur ein Fingerhut von dem, zu was Ihr Sohn einmal fähig sein könnte." Erneut machte sich ernstes Schweigen breit. Beide Elternteile sahen auf ihren kleinen Jungen, der ihnen plötzlich in einem anderen Licht erschien, fast so als ob sie ihn das erste Mal richtig sehen würden. Jemmrik ein Jedi? War das denn wirklich möglich? Hatte er deshalb als Baby schon so stark auf bestimmte Wesen reagiert? Fragen über Fragen, doch nur einer konnte ihnen Antworten liefern. "Genug der Taschenspielertricks. Es ist folgendermaßen: Wir haben Krieg und theoretisch sind Jedi befugt, verschiedenste Mittel einzusetzen, ab von körperlicher Gewalt, um Schüler für den Orden zu gewinnen. Ich aber werde Sie weder manipulieren..." Er stellte den Gewürzbehälter hin und zog die Hand wieder unter den Tisch. "...noch in irgendeiner anderen Art gegen Ihren Willen handeln. Ich sehe großes Potenzial in Ihrem Sohn und biete Ihnen die Möglichkeit, ihm zu gestatten, es für das Wohl der Galaxis einsetzen zu können. Er ist stark in der Macht, jedoch habe ich Ihrer Frau schon erzählt, dass es etwas gibt, dass seine Fähigkeiten zurückhält." Der Professor sah ihn fragend an. "Und was wäre das?"

"Der Junge hält seine Kräfte zurück. Deswegen haben Sie seine Gabe auch nie bemerkt. Deswegen war es mir auch nicht möglich, ihn auf dem Planeten zu spüren. Er ist wie es scheint außerordentlich begabt darin, seine Präsenz in der Macht zu verbergen." "Aber warum tut er das?" Beide sahen wieder auf ihren Sohn, der immer noch erstaunlich ruhig bei Tisch saß, aber offensichtlich genau wusste, dass es um ihn ging. "Das ist eine sehr gute Frage, auf die ich vielleicht schon die Antwort gefunden habe." Er blickte auf den Kleinen. "Du weißt es nicht, stimmt's? Da ist etwas, aber du kannst es dir nicht erklären." Jemmrik sah den Menschen an, blickte verlegen auf den Boden und nickte dann sachte. Erneut stand die Verwirrung beiden ins Gesicht geschrieben. "Ihr Sohn tut das unterbewusst, wahrscheinlich weil er sie schützen möchte. Machtempfängliche Kinder folgen oft so einem Verhaltensmuster. Sie erkennen zwar ihre Kraft, aber nicht deren Wirkung und da sie sich die Sachlage selbst nicht verständlich machen können, ist ihnen das Ganze nicht geheuer. Bei den meisten Kindern zeigt sich die Gabe aber dennoch früher oder später. Da sie sie nicht direkt kontrollieren sondern höchstens unterdrücken können, kann sie bei Situationen, in denen starke Emotionen wie Hass oder Angst ausgelöst werden, zum Vorschein kommen." Deral und Uasa war klar, dass Nour offenbar nicht das erste Mal in so einem Gespräch steckte. Er sprach mit großem Selbstvertrauen und äußerst fachmännisch. "Viele Eltern haben mir schon berichtet, wie ihr Sohn oder ihre Tochter plötzlich das Mobiliar schweben hat lassen, weil er oder sie nicht das tun wollte, was sie sagten. Oder aber, und das ist ein Thema über das ich keine Scherze mache, das Kind hatte Todesangst oder aber Angst, seine Eltern zu verlieren, verspürt. In solch einer Situation kontrolliert nicht der Verstand den Körper, sondern etwas viel tiefer liegendes und auch gefährlicheres. In den meisten Fällen können sie keine großen Schäden anrichten, jedoch gab es auch schon Fälle, in denen ein Sechsjähriger einen ausgewachsenen Mann bewusstlos schlug." Er bemerkte, dass er vom Thema abgekommen war und wollte zurück auf das Wesentliche. "Jemmrik hier gehört zur selteneren Sorte, wobei ich auch bei ihm überzeugt bin, dass es irgendwann herausgekommen wäre. Wie ich feststellen konnte, scheint er sehr sensibel auf Schwingungen in der Macht anzuschlagen. Er ist sich natürlich dem vollen Umfang nicht bewusst, aber im Gegensatz zu anderen Kindern scheint er zumindest auf telepatischer Ebene bereits jetzt schon ein Verständnis dafür zu entwickeln, mit anderen Worten hat er keine direkte Angst davor. Eine seltene Eigenschaft, die ihn meiner Meinung nach noch wertvoller für den Orden machen würde." Uasa räusperte sich hörbar. Der Mensch sollte nur nicht vergessen, was er ihnen am Anfang des Gesprächs versprochen hatte.

"Ich könnte Ihnen noch viel mehr erzählen, Ihnen das letzte Fünkchen Unwissheit in Bezug auf meinen Orden nehmen, jedoch wird das nichts ändern. Die Entscheidung, die vor Ihnen liegt, ist eine des Herzens, nicht des Verstandes. Kein Argument, das ich vorbringen könnte, würde Ihnen das erleichtern. Meine Worte mögen nicht aufbauend sein, aber sie sind ehrlich: Es ist wahrscheinlich die schwerste Wahl in Ihrem Leben." Damit schwieg der Mensch und erneut sahen sich beide Elternteile wortlos und traurig an. Dennoch meldete sich Deral noch einmal zu Wort. "Wir erbitten uns Bedenkzeit. Wenigstens bis morgen." Nour nickte und zog dabei eine Schnute, während er von der Tischbank herunterrutschte und sich stehend die Kleidung zurechtrückte. "Mein Schiff steht im Hangar F4. Ich werde an Bord warten, bis die ersten Sonnenstrahlen über Mygeeto aufgehen. Sollten Sie bis dahin nicht aufgetaucht sein, erkenne ich Ihre Entscheidung das Kind zu behalten an, reise unverzöglich ab und werde Sie nicht mehr behelligen." Erneut sah er die Familie wortlos an und ging dann schnellen Schrittes davon.

Lange Zeit herrschte eine bedrückende Stille, in der die Familie einen Eindruck vermittelte, als ob sie gerade vom Tod eines geliebten Angehörigen erfahren hatten. Deral hatte die Hände verschränkt auf dem Tisch und starrte in die Leere, während Uasa mit ebenso emotionslosem Gesichtsausdruck Jemmrik umarmt hielt. Schließlich ließ einer von ihnen ein Wort fallen, wie es die Situation treffender nicht umschreiben konnte. "Verdammt." Uasa atmete tief aus und nickte dabei betrübt. "Das kannst du laut sagen. Und wir dachten, die eigentlichen Probleme würden erst in ein paar Jahren beginnen." Ihr Mann nickte vielsagend. "Was tun wir jetzt?" Sie zuckte mit den Schultern. "Ich weiß es doch auch nicht! Ich war auf viel gefasst, aber doch nicht auf soetwas." "Nour scheint mir aber ehrlich gewesen zu sein. Was man so von den überfallsartigen Besuchen der Jedi hört, scheint das nicht der Regelfall zu sein, dass er uns die Wahl lässt." "Mir ist egal, wie freundlich er wirkt! Er will uns unser Kind wegnehmen. Inwiefern macht ihn das besser als die Kopfgeldjäger, die dich abgeführt haben?" Sie stand den Tränen nah, verkniff es sich aber ihrem Kummer freien Lauf zu lassen. "Er wird Jemm sicher nicht auf irgendeinem Sklavenmarkt verkaufen, das kann ich mir nicht vorstellen.... Bei ihm wäre er wenigstens vor dem Vorstand sicher. Wer weiß, was diese Monster noch alles tun würden, um mich zu fassen zu kriegen? Auch wenn Dynis und Dreyd sitzen, ist die Sache glaube ich noch nicht ausgestanden." Er sah Uasa direkt in die Augen, wie so oft wenn er auf sie einreden wollte. "So sehr es dich auch schmerzt, wir müssen überlegen, was für den Jungen das Beste wäre, nicht für uns selbst. Angenommen wir behalten ihn und seine... Jedi-Kräfte werden stärker. Könnten wir damit umgehen? Können wir uns überhaupt vorstellen, ob wir damit umgehen könnten? Wir beide sind Wissenschaftler, was wissen wir schon von der Macht? Außerdem..." Erneut bildeten sich Tränen in Uasas Augen, aber sie sah ihn fragend an. "...wenn dieser Nour ihn aufspüren kann, kann es vielleicht auch ein Sith." Im Gesicht seiner Frau war augenblicklich Trotz abzulesen. "Lieber weiß ich, dass mein Sohn weit weg von uns im Jedi-Tempel ausgebildet wird, als dass ich ihn von irgendeinem Abschaum in den imperialen Raum verschleppen lasse!" Ihre Stimme nahm einen verzerrten Ton an, denn sie schrie lauter, als sie eigentlich gewollt hatte. Im Imbiss befand sich aber zu der Zeit niemand außer ihnen. Ihr Mann sah Uasa bestimmend an. "Wir wissen wohl, was..." Er seufzte noch einmal tief. "...was wir zu tun haben."

Die Nacht verging schnell. Es war noch dunkel, als sie Jemmrik viel zu früh aufweckten und die nächsten Minuten damit verbrachten, ihn so fest wie möglich zu drücken und ihm gut zuzureden. Die Zeit des Abschieds stand nahe, denn der Sonnenaufgang lag nicht einmal mehr eine Stunde entfernt. Beide hatten schweren Herzens den Entschluss gefasst, den Jungen zu einem Jedi ausbilden zu lassen, wie einst sein Großvater es vor ihm geworden war. "Und versprich mir, dass du das beherzigst, was wir dir beigebracht haben. Ich habe dich nicht unsere Rituale gelehrt nur damit du... damit du... sie dann vergisst." schluchzte seine Mutter hervor, während Deral seinen Arm auf ihre Schulter gelegt hatte. Jemmrik versprach es und nickte. Dem Kleinen war zwar ebenfalls nach weinen zumute, jedoch wollte er seine Mutter nicht trauriger machen, als sie ohnehin schon war. Deswegen streichelte er seine Mutter an der Wange. Deral flüsterte: "Wir müssen jetzt los." Drei Minuten später, als Uasa sich wieder etwas gefangen hatte, schritten sie zu dritt den längsten Gang ihres Lebens entlang, zumindest fühlte es sich für sie so an, obwohl es nur zweihundert Meter bis zum Hangar waren.

Nour stand inzwischen an der Außenhülle seines Schiffes angelehnt und blickte durch das Kraftfeld hinaus auf die noch im Dunkeln liegende, blassblaue Kugel namens Mygeeto, die einst die Heimat der Kevraes dargestellt hatte. Es waren nur noch wenige Minuten bis Sonnenaufgang, dennoch hatte er den Eltern des Kleinen sein Wort gegeben. Er würde es halten, würde notfalls mit leeren Händen zum Rat zurückkehren, nachdem er ziemlich große Töne über die überaus starke Präsenz des Jungen gespuckt hatte. "Etwas derartiges habe ich noch nie gespürt." und "Das Kind wird mit Sicherheit einen wunderbaren Kandidaten abgeben!" Vielleicht würden ihm diese Worte nun im Halse stecken bleiben. Ihm war klar, dass eine weitere Enttäuschung ihm seine Position als Wächter dieses Sektors kostete. Soweit außerhalb der Verfügbarkeit der Jedi, war man ihm auf Coruscant schon öfter mit Misstrauen begegnet. Er erstattete selten Bericht, blieb oft über Monate verschollen und beteiligte sich auch sonst wenig am Ordensleben. In gewisser Weise verstand er ihre Skepsis, jedoch war er genausowenig bereit, sich zu ändern. Es wäre natürlich ein Leichtes für ihn, sich das Kind einfach zu nehmen. Die Eltern wüssten gar nicht, wie ihnen geschieht, bevor es zu spät wäre. Jedoch stand diese Handlungsweise, die manche seiner Ordensangehörigen an den Tag legten, für ihn absolut außer Frage. Er würde Wort halten, defintiv, auch wenn er damit seine letzte Chance vertat. Er würde für den Rat nicht seine Prinzipien aufgeben.

Ein plötzliches Geräusch riss ihn je aus seinen Gedanken. Jemand oder etwas hatte die Hangartorsteuerung betätigt, womit sich das Tor gerade behäbig nach oben hob und nach kurzer Zeit die Sicht auf drei Personen dahinter freigab. Es waren die Kevraes, die in betretenem Schweigen hereingeschlurft kamen, das Kind an der Hand. Vier Meter vor der Schiffsrampe und damit vor dem Jedi, blieben sie stehen und Uasa beugte sich erneut zu Jemm hinunter, küsste ihm die Wange, lächelte ihn an und stand dann wieder auf. Auch Deral verabschiedete sich von seinem Sohn, indem er ihn hochhob und ihm noch einige Worte schnell ins Ohr sprach. Was das genau war, konnte Nour von seinem Platz aus nicht verstehen und wollte es auch nicht, da er die Privatsphäre der Familie achtete. Einen solch intimen Moment stört man nicht. Zum Abschluss umarmten den Kleinen beide noch einmal, wobei weiteres Geflüster fiel und gaben ihn dann schließlich frei. Der Junge kam, zuerst zögerlich, auf den Jedi zugegangen und blickte sich noch einige Male zu seinen Eltern um, bis er das Schiff schließlich erreicht hatte. "Es ist mir eine Ehre dich, Jemmrik Kevrae, an Bord der Blueharbinger begrüßen zu dürfen." Er lächelte ihm warm entgegen. "Danke." Bevor beide die Rampe hinaufstiegen, fiel noch ein letzter Blick zu Uasa und Deral, die beide winkend noch dort standen, von wo sie ihn losgeschickt hatten. Jemmrik winkte ihnen ebenfalls entgegen und betrat dann das Schiff des Menschen. Als die Blueharbinger startete, waren die Kevraes bereits aus dem Hangar verschwunden. Sie konnten nun nichts mehr für ihren Sohn tun, als ihm ihren Segen mit auf den Weg zu geben. Außerdem mussten sie sich sputen, um ihren eigenen Flug als Passagiere des Frachterpiloten auch wirklich antreten zu können. Die Triebwerke des Schiffes glühten auf, die Repulsoren setzten ein und der junge Jemmrik war kurz davor, seinen ersten Hyperraumsprung und damit den Sprung ins neue Leben zu tätigen.
 
Alt 07.07.2011, 01:31   #9
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AW: [Charaktergeschichte] Aus dem Eis - Jemmrik Kevrae

Initiation
"Bist du bereit?" Der kleine Junge sah nun schon einige Minuten fasziniert aus dem Transparistahlfenster und jeder neu auftauchende Himmelskörper zog seine Aufmerksamkeit auf sich, wenn Nour das Schiff eine Kurve vollführen ließ. Es war zwar streng genommen seine zweite Reise durch den Raum, jedoch hatte er im Shuttle von Matekuu aus die ganze Zeit geschlafen. Die Strapazen der überhasteten Flucht aus der Minenanlage hatte auch ihn mitgenommen gehabt. Jetzt jedoch, da er sich im Gegensatz zu seinen Eltern relativ gut auf Synal erholen konnte, war er hellwach und bereit, all die Wunder die diese unendlich große Galaxis zu bieten hatte, auf einmal zu ergründen. Seine Augen funkelten stärker denn je. "Jemmrik?" Da er Nour jetzt erst gehört hatte, sah er ihn fragend an. "Das, was du bisher gesehen hast, hält einem Vergleich zu dem, was vor der liegt, nicht stand." "Wie meint Ihr das?" "Du wirst es gleich sehen." Selbstgefälliges und tiefes Glucksen war von dem Menschen zu hören, wobei er ruckartig einen großen Hebel nach hinten zog.

Augenblicklich begann die Cockpit-Kabine leicht zu vibrieren. Kein unkontrolliertes Zucken, sondern mehr ein tiefes mechanisches Beben, weswegen der kleine Junge zwar erst erschrocken umhersah, sich aber dann entspannte und auf das Kommende harrte. Unmittelbar darauf folgte ein heller fast kreischender Ton, der sich aber schnell in die monotonen Maschinengeräusche einordnete und mit ihnen eine Einheit bildete. Jemmrik fühlte, wie er von der Fliehkraft stark in den Sitz gedrückt wurde - zum Glück hatte er sich vorher angeschnallt, und die gerade noch so konstant und unbeirrbar feststehenden Sterne begannen sich plötzlich zu biegen, zu verkrümmen, sich in die Länge zu ziehen, wobei der helle Ton sich wieder bemerkbar machte, diesmal schriller denn je. Es klang, als ob sich die Triebwerke aufluden, geradezu vorm Explodieren standen. Und dann passierte es: Mit einem lauten aber sehr kurzlebigen Knall, der zeitgleich von einem überaus hellen Blitz begleitet wurde, der kurz den gesamten Sichtbereich der Fenster ausleuchtete, tauchte ohne Vorwarnung ein riesiger reißender Strudel vor dem verwunderten Gesicht des Mirialaners auf, der sich binnen kurzer Zeit in eine rundlich oszillierende Form presste und durch den das Schiff mitsamt seinen Insaßen, so sah es von seiner Warte jedenfalls aus, mit atemberaubender Geschwindigkeit hindurchschoss. Kurz nach ihrem Eintritt in den Hyperraum, Jemmrik hatte sich von diesem Anblick noch nicht im Mindesten gefangen, drehte sich Nour erneut zu ihm. "Na? Habe ich dir zuviel versprochen?" "Was war das? Ist das der Hyperraum?" Mit verwundertem Gesichtsausdruck deutete er auf die Außenscheiben des Cockpits, hinter denen der dunkelblaue Strudel immer noch heftig wirbelte. Der Mensch schloß die Augen und nickte sanft. "Faszinierendes Erlebnis, nicht? Zumindest die ersten zehn Male. Als Jedi, falls du es soweit wie ich bringst, wirst du diese Röhre noch hunderte Male sehen. Irgendwann aber gibt man nicht mehr viel darauf. Leider."

Nour sah einige Sekunden nachdenklich auf die unter ihm liegende Armatur, an der auch der große Hebel mit dem breiten Griff in die hintere Einrastung gedrückt war, mithilfe dessen er das Schiff in den Hyperraum hatte eintreten lassen. "Wenden wir uns anderen Dingen zu. Wir beide haben noch einiges zu tun, bevor wir ankommen." Er sprang aus dem Pilotensessel und stapfte zielgerichtet nach hinten. Der kleine Mirialaner, dem der Gurt fast bis zum Kinn ging, wollte es ihm zwar gleichtun, musste sich aber erst noch seiner Fesseln entledigen. Ungefähr eine Minute später, der Mensch hatte bereits nach ihm gerufen, stolperte Jemmrik von seinem Sitz und hechtete wackelig nach hinten. Er war das Gehen auf einem fliegenden Schiff noch nicht gewohnt. Durch die hintere Tür hindurch, betrat er einen kurzen doppelstöckigen Raum, an dessen Ende sich eine Tür in den hinteren Verlade-Raum und zwei Treppen, wobei eine hinauf- und eine hinabführte, befanden. Nours Stimme kam vom unteren Deck, da war er sich sicher. So stieg er die Stufen hinunter und fand sich in einem relativ großen Zimmer wieder, an dessen Ende drei Matten an einen größeren Sockel grenzten. Auf dem Sockel schwebte eine große und mit Aurebesh-Zeichen übersähte Holo-Kugel, die sich langsam um die eigene Achse drehte. Da restliche Ausstattung bestand aus einem großen Bildschirm zu seiner Rechten und unmittelbar vor sich erkannte er einen kleinen Tisch mitsamt Sitzbank, auf dem Datapads und Flimsis heillos übereinanderlagen. Nour selbst schritt aus einer kleinen Seitentür auf ihn zu, diverse Dinge in den Händen haltend. Eines davon erkannte Jemm ganz klar als Spritze. Doch was der Jedi mit diesen Dingen vorhatte, war ihm noch nicht ganz klar beziehungsweise wollte er es gar nicht so genau wissen. Er sah dem Menschen dabei zu, wie er vollbepackt auf den kleinen Tisch zuschritt, alles darauf mit einer lockeren Handbewegung herunterwarf und unter lautem Ausschnaufen seine Last darauf ablud.

"Bevor wir beginnen, möchte ich dich erst einweihen." Er setzte sich auf die Bank und bedeutete Jemm ebenfalls Platz zu nehmen. "Wie du vielleicht glaubst, nehmen wir Kurs auf Coruscant, Richtung Jedi-Tempel. Das stimmt aber nicht so ganz." Erneut sah ihn der Junge verwundert an. "Nicht?" "Nein. Es herrscht Krieg zwischen der Republik und den Sith, auch wenn ihr auf dieser Eiskugel vielleicht wenig davon mitbekommen habt. Eben dieser macht eine Reise, die mit unserem Antrieb mehrere Tage dauern würde, ziemlich gefährlich. Auf der Strecke lauern zwar wenig Soldaten des Imperiums, aber ein Konflikt diesen Ausmaßes lockt oft Kriminelle hervor. Aasgeier und Opportunisten, die das Unglück anderer ausnutzen wollen. Du siehst also, selbst wenn wir keinem feindlichen Schlachtschiff begegnen sollten, könnten wir theoretisch einer Bande Piraten ins Fangnetz gehen. Ein Risiko, das ich mit einem Kind an Bord erst recht nicht eingehen werde." "Wie weit ist denn Coruscant von hier weg?" Der Mensch griff sich an die Schläfe. "Genau kann ich dir das aus dem Kopf auch nicht sagen. Ich schätze 50.000 Lichtjahre.... sagen wir einfach es ist weit weit entfernt und für uns in kurzer Zeit nicht erreichbar." Der Junge nickte verständig. "Ich möchte dich nicht einer Gefahr aussetzen, die ich selbst nicht abschätzen kann. Aber zum Glück hat der Orden aus alter Zeit solche Probleme vorausgeahnt und sogenannte Akademien in Systemen errichtet, die innerhalb von zwei Tagesreisen vom Kern aus nicht erreichbar sind." Er stand von der Bank auf, beugte sich über den abgeladenen Haufen und begann darin eifrig zu suchen. "Ah! Hier haben wir es." Nour zog ein Datapad heraus und schaltete es ein. Auf dem Display erschien eine grobe Sternenkarte der näheren Umgebung, auch Mygeeto war darauf zu erkennen. "Wir befinden uns jetzt hier." Er deutete auf einen blinkenden weißen Punkt, der die Position der Blueharbinger beschrieb und sich langsam von der großen weissblauen Kugel zu entfernen schien. "Und hier müssen wir hin. Das ist das Aris-System in der Nähe des Gaardring-Nebels." Sein Finger fuhr weit über den Schirm nach unten, wobei das Pad registrierte, wenn er sich dem Rand der Darstellung näherte und automatisch weiterscrollte, bis er schließlich an einer relativ kleinen Kugel mit einem Farbton aus einem matten Grün und einem sanften Braunrot ankam. Das war also Aris.

Nachdem Jemm ihr Ziel gesehen hatte, schaltete Nour das Pad wieder ab und verstaute es in seiner Robe. "Aris ist ein ziemlich kleiner, aber sehr fruchtbarer Planet, auf dem viel Grün wächst. Die dortige Akademie oder Enklave wie man auch dazu sagt, liegt im gebirgigen Teil der Welt, genauer gesagt auf einem Hochplateau, das aus der ansonsten ziemlich grünen Oberfläche herausragt. In der Nähe befindet sich eine der zwei einzigen Städte des Systems: Shatra Floiryn. Die andere heißt Gundeb Klant und liegt im tiefsten Unterholz, eigentlich auf der genau gegenüberliegenden Seite des großen Waldes, den die Eingeborenen Rish Mead nennen." Nour konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. "Komplizierte Namen, ich weiß. Sprich sie wenn du dort bist halbwegs korrekt aus und niemand wird dir grollen. Jedenfalls zählt, soweit ich weiß, die Enklave auf Aris zu den jüngsten Lehrstätten der Jedi in der Galaxis. Sie befindet sich gerade einmal 200 Jahre dort. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Jedi mit den ansässigen Wokwoks in einer Art Partnerschaft leben. Jünglinge lernen während ihrer Ausbildung mit ihrer Umgebung im Einklang zu leben. Das betrifft sowohl die Natur, die alles auf Aris umgibt, als auch die Bevölkerung. Das schlägt sich unter anderem dadurch nieder, dass sie beispielweise den Eingeborenen helfen, neue Hütten zu bauen. Du hast richtig gehört: Jedi, die sich als Handwerker betätigen." Der Mensch hob den Zeigefinger, um der Ungewöhnlichkeit dieser Tatsache besonderen Ausdruck zu verleihen. "Im Austausch dazu, lehren die Wokwoks angehenden Studenten und Schülern der Akademie ihren Körper im Kampf vollkommen unter Kontrolle zu halten. Aber davon wirst du noch genug hören." Jemmrik bemühte sich dem Jedi aufmerksam zuzuhören, aber aus dieser Fülle an Informationen schien ihm bereits einige Minuten danach wieder einiges zu entweichen.

"Um auf das Wesentliche zurückzukommen: Die Shatra-Enklave verlangt wie jede andere Jedi-Akademie auch zwei Dinge von Initianden, das heißt eigentlich von ihren Überbringern, also mir. Erstens müssen wir nachweisen, dass du auch wirklich in der Lage bist, die Macht zu spüren." Er nahm die Spritze zur Hand, tippte mit dem Finger auf die Spitze und sah ihn dann an. "Und wie?" Die Frage war ziemlich überflüssig, Jemm stellte sie aber trotzdem und erhielt prompt Antwort. "Dafür muss ich dir Blut abnehmen." Einen beißenden Stich später, hielt Nour eine volle Ampulle mit Jemms Blut in der Hand, die er augenblicklich in eine schmale Konsole eines kleinen Apparates auf der anderen Seite des Zimmers hineinsteckte. "Wissenschaftler sagen, dass man die Verbundenheit eines Wesens zur Macht in seinem Blut feststellen kann. Es hat etwas mit winzig kleinen Lebewesen in unseren Zellen zu tun. Ich halte zwar nicht sonderlich viel von dieser Methode, da sie oft sehr ungenau ist, jedoch kann man sich dieser Tage der Wissenschaft nicht erwehren." Obwohl er sich momentan mehr auf die Stelle, an der Nour die Spritze angesetzt hatte, konzentrierte, entging Jemmrik der unterschwellige Ton in der Stimme des Menschen nicht. "Das Gerät wird einige Zeit brauchen, um die Daten auszuwerten. Lass uns inzwischen mit der zweiten Voraussetzung fortfahren: Dem Testen deiner Fähigkeiten." Er legte die Unterlagen beiseite, schlüpfte am Tisch vorbei und stand auf. "Das Schiff manövriert selbstständig durch den Hyperraum, wir haben also einiges an Zeit bis ich wieder ans Steuer zurück muss. Die werden wir aber auch brauchen, denn..." Er sah über die Schulter auf den Jungen, der gerade von der Bank rutschte. "...wir müssen deine Sperre irgendwie loswerden."

Gemeinsam betraten sie beide über die zwei Treppen das Oberdeck, wo der Junge einen langgezogenen Raum mit tiefliegender Panoramadecke vorfand, durch die man sonst auf den weiten Raum blicken konnte. Jetzt gerade befand sich über ihnen genau der gleiche Strudel, jedoch war seine Einwirkung hier wesentlich gedämpfter als wenn man frontal auf ihn draufblickte. "Das ist mein Meditationsraum. Die Architektur des Schiffes lässt mir nicht viel Platz." In seiner Stimme lag Anstrengung, da er sich gebückt fortbewegen musste. "Aber wenn man erst einmal sitzt, fällt einem das nicht weiter auf." Bei zwei in der Mitte liegenden Kissen angekommen, ließ sich Nour darauf nieder und begab sich in den Schneidersitz. Jemm tat es ihm gleich, so gut er konnte. Der Mensch deutete mit der rechten Hand nach oben. "Im Ernstfall oder wenn ich nicht anwesend bin, schiebt sich eine massive Schutzhülle darüber. Du musst also keine Angst haben." "Tu' ich nicht." Erneut lächelte der Mann. "Eine schöne Aussicht hat man von hier oben, oder?" "Ja, das All muss wunderschön sein, wenn wir nicht im Hyperraum fliegen." "Von hier aus, ja. Aber es birgt genausoviele Gefahren wie Schönheiten. Lass dich davon nicht allzu sehr blenden." Jemm schüttelte heftig den Kopf. "Du wirst einen guten Schüler abgeben." Nachdem er das gesagt hatte, hob er wieder die rechte Hand und ließ einen kleinen schmalen Gegenstand zu sich schweben. "Damit du das aber auch wirklich werden kannst, müssen wir dich befreien." "Befreien?" Er nickte. "Befreien von dem Schutzschild, den du dir über die Jahre hinweg aufgebaut hast und durch den deine Kräfte nicht hindurchkönnen." Die Sänfte verließ jetzt seine Stimme und stattdessen machte sich ein scharfer, aber nicht strenger Ton in ihr breit. "Du wirst dich jetzt ziemlich anstrengen müssen. Das wird nicht einfach. Es ist sogar wahrscheinlich, dass dich das an deine Grenzen bringen wird. Wenn du aber wirklich, und ich meine wirklich, ein Jedi werden möchtest, so musst du diese Hürde überspringen. Musst dich von dieser Begrenzung in deinem Inneren befreien. Hast du mich verstanden?" Jemmrik bejahte erneut, diesmal aber zögerlicher, denn er wusste nicht genau was nun vor ihm lag. "Die Aufgabe, die ich dir stelle und deren Erfüllung dir die Pforten zur Shatra-Enklave öffnen wird, ist einfach. Sehr einfach sogar. Für einen Jedi." Er öffnete seine rechte Hand wieder und ließ den schmalen Gegenstand vor Jemmrik auf den Boden gleiten, wo er ruhig liegen blieb. "Das ist ein Flußstein, den ich vor Jahren einmal auf Alderaan gefunden hatte. Er wiegt für einen Stein fast nichts. Fliegt weit und wirbelnd durch die Lüfte, wenn man ihn wirft." Nour sah ihn nun ernst an, wobei Jemmrik ein Gefühl der Unsicherheit beschlich. "Beweg' ihn, ohne deinen Körper zu benutzen."

Der kleine Junge sah abwechselnd zwischen dem Stein und Nours versteinerter Mine hin und her, wobei ihm bei jedem Anblick des streng aussehenden Menschen mehr bange wurde. Er seufzte laut, was von dem Menschen wie jegliche sonstige Regung des Mirialaners nicht registriert wurde. Dann fokussierte er den Stein und begann, so angestrengt wie es ging darauf zu starren, sodass ihm beinahe schwarz vor Augen wurde. Doch das Ding blieb unberührt auf dem Boden liegen, egal wie sehr er es auch versuchte. In Gedanken begann er bald den Stein anzuschreien. *Beweg' dich doch endlich, du Mistding! Beweg' dich! Beweg' dich! Beweg' dich!* Minuten vergingen, die dem beinahe abwesenden Jungen wie Sekunden vorgekommen waren. Zeit war bedeutungslos, er musste dieses Ding zum rühren bringen. Es war seine einzige Chance. Er wollte sich gar nicht vorstellen, was der Mensch mit ihm machte, wenn er es nicht schaffen würde. Zu seinen Eltern konnte er nicht mehr zurück, die waren fort. Ihm war nicht klar gewesen, dass seine weitere Zukunft sich so schnell entscheiden würde. Warum hier? Warum jetzt? Könnte er sich denn nicht vorher erst einmal in der Akademie einleben, bevor die Prüfungen begannen? Innerlich begann er allmählich die gesamte Situation zu verfluchen, schimpfte auf alles hier. Doch bevor er in Gedanken zu Nour kommen konnte, unterbrach ihn dieser nach vollen acht Minuten schließlich. "Dein Fehler ist, dass du versuchst deine Kräfte aus deinem Inneren herauszureißen. Dass du etwas mit Gewalt erzielen willst, was nur durch Gelassenheit erreicht werden kann. Noch dazu lässt du dich viel zu einfach ablenken. Schärfe deine Sinne auf das Hier und Jetzt, Vergangenes kann später bedacht werden." Wieder fuhr Jemm ein Schauer über den Rücken. Offenbar hatte der Mensch seine Gefühlsregung bemerkt, auch gegenüber ihm. Er konnte ihn anscheinend lesen wie ein offenes Buch. "Versuch' es nochmal und diesmal konzentriere dich auf dich selbst. Der Stein ist nur Mittel zum Zweck. Ich bin nur Mittel zum Zweck. Die Kraft muss von dir selbst kommen. Vergiss alles um dich herum."

Wieder schwieg der Mensch und Ruhe machte sich im Raum breit. Jemmrik hallten seine Worte weiterhin in den Ohren. Dann schloss er die Augen und Nour nickte ihm kurz zu, was der Junge, wie er wusste, gerade nicht sehen konnte. *...vergiss alles um dich herum...* Unbewusst verlangsamte sich Jemms Atmung. Die ersten zehn Minuten spiegelte sich reine Dunkelheit vor seinen Augen. Das pure Nichts. Völlige Bedeutungslosigkeit. Er versuchte diese Stase zu halten, regulierte weiterhin seinen Atem, sodass er immer gleichmäßiger wurde und die Luft, die sich durch seinen Körper windete, bald einem sanften Fluss glich. Nach fünf Minuten begann er Bilder wahrzunehmen. Seine Gedanken kehrten zurück, waren aber nicht annährend so chaotisch wie vorhin. Langsam begann er seine Aufmerksamkeit wieder auf den Stein zu lenken, ohne aber die Augen zu öffnen. Er versuchte nicht ihn zu ertasten, er tat es einfach. Vorsichtig baute er ein ungefähres Bild des Raumes in seinen Gedanken auf. Es war beinahe komplett, nur noch die Decke fehlte, als ihn plötzlich eine innere Unruhe erfasste. Der heftig wirbelnde Strudel außerhalb, wölbte sich erst und brach dann plötzlich durch die Scheibe in den Raum herein, wo sich er sich sofort breitmachte und alles verschluckte, was Jemm mühevoll in Gedanken aufgebaut hatte. Der Junge begann leicht zu zittern - die vollkommene Leere war in seine Gedanken zurückgekehrt - und öffnete dann erschreckt die Augen. Er schnaufte unkontrolliert. "Was ist passiert?" fragte der Mensch, als er den erschrockenen Gesichtsausdruck sah. "Ich.. ich weiß es nicht." Jemm kam nur langsam wieder zu Atem. "Ich habe gespürt, dass du die Stelle gefunden hattest und dabei warst, sie zu lösen. Aber irgendetwas ging schief." Der Mirialaner blickte den Menschen vorwurfsvoll an. "Ich... da war etwas großes und gewaltiges, das alles an das ich dachte sofort aufsaugte. Ich konnte nichts dagegen tun!" "Beruhige dich erst mal. Das war schon sehr gut, aber du musst wieder dorthin zurück, wo du gerade warst." "Ich dachte schon es würde mich auffressen. Es kannte all meine Gedanken." "Du wirst es besiegen. Ich bin mir da ganz sicher." Die Bemühungen Nours, den Kleinen zu beruhigen, fruchteten nicht wirklich. "Nein, das ist... zuviel verlangt. Wie könnt Ihr Euch da so sicher sein?!"

Nour schwieg kurz, er schien mit sich selbst zu ringen. Schließlich aber seufzte er lange und gab dann Antwort. "Weil sein Erschaffer du selbst bist. Das, was du gesehen hast, diese unendliche Leere die dir deine Konzentration nimmt, sind die Zweifel die du an deinen Fähigkeiten hast. Sie verhindern, dass du deine Kräfte verwenden kannst. Sie sind die Sperre, die dich von der Macht abschirmt." Er blickte Jemmrik kurz tief in die Augen. "Eine der wichtigsten Eigenschaften eines Jedi, eine seiner wichtigsten Waffen ist sein Wille." Er knüpfte die Gürtelschnalle auf und hob den Gurt mit dem Griff daran hoch. "Ein Lichtschwert kann dich ebenso wenig wie jede andere Waffe vor der Dunkelheit beschützen." Er warf den Gurt samt Schwert zur Seite, wo beides auf dem Boden neben ihnen landete. "Ich spreche von der Dunkelheit, die in deinem Innersten lauert. Die dich wie ein Parasit befallen kann und sich von dir ernährt. Den einzigen Schutz davor bietet das Vertrauen in das Gute und ein unerschütterlicher Wille. Letzterer fehlt dir, Jemmrik Kevrae, und du musst ihn zu deinem Wohl wiedererlangen." Wortlos nickte der Mirialaner und schloss kurz darauf wieder die Augen. Diesmal brauchte er wesentlich weniger Zeit, um innere Ausgeglichenheit zu finden, seinen Atem zu steuern und den Raum um sich herum wahrzunehmen. Bereits zehn Minuten, nachdem er in die Meditation gesunken war, stand er kurz davor erneut dem Fenster gegenüberzustehen. Wieder, als die Scheibe vor seinem inneren Auge auftauchte, begann sich der heftig tobende Wirbel außerhalb zu wölben und Jemm befiel wieder die Angst. Je mehr Unsicherheit sich in ihm breitmachte, so spürte er, wurde der Strudel wilder und wilder. Plötzlich hörte er eine Stimme von außerhalb. Es war Nour, der zu ihm sprach. *Konzentriere dich auf dich selbst. Alles um dich herum ist unwichtig. Alles um dich herum ist unwichtig.... um dich herum ist unwichtig... dich herum ist unwichtig... unwichtig.* Wie von Geisterhand fokussierte Jemm wieder den Stein, auch wenn der Wirbel kurz davor war, erneut einzufallen. Er steuerte sämtliche Gedanken einzig und allein auf den kleinen Gegenstand vor ihm.

Jemmrik rief sich die Worte von Nour wach. *Flußstein, Alderaan... wiegt fast nichts. Fliegt weit und wirbelnd durch die Lüfte, wenn man ihn wirft.... weit und wirbelnd... wenn man ihn wirft... wenn man ihn wirft... wirft... wirf ihn.* drang es ihm in den Kopf. *Wirf den Stein.* Das Zimmer nahm nun eine immer festere Form an und je mehr es sich manifestierte, desto mehr wich der Wirbel zurück und glitt zurück in seine ihm vorbestimmte Form als Tunnel des Hyperraumfensters. Nour bemerkte, wie der stark konzentrierte Junge tief einatmete. Tiefer und tiefer, bis keine Luft mehr in seine Lungen passte. Und plötzlich rührte sich der Flußstein vor ihm, tänzelte etwas über die glatte Bodenfläche und blieb unmittelbar vor seinen Füßen liegen. "Du hast es geschafft!" brüllte der Mensch vor Freude hervor, was Jemmrik aus seiner Konzentration riss und ihn nach hinten überkippen ließ. "Wirklich?" Der Mirialaner rappelte sich schnell auf und sah voller Verwunderung über sich selbst auf den Stein, der eindeutig nicht mehr an seinem vorherigen Platz lag. "Ich habe ihn wirklich bewegt." stammelte er hervor. "Du hast deine inneren Zweifel besiegt und deine Verbindung zur Macht wieder gestärkt!" "Aber ich habe doch nicht wirklich etwas gemacht." Der Mensch legte ihm väterlich die Hand auf die Schulter und hob den Zeigefinger. "Wie mein früherer Meister einst gesagt hat: Die größten Kämpfe werden immer im Geist ausgefochten." "Der Wille ist das was zählt, richtig?" fügte Jemm hinzu. "Ganz genau. Du hast dich bewiesen, also werde ich mein Wort halten und dir zu deiner Ausbildung verhelfen." Er erhob sich fröhlich, nur um dann mit dem Kopf hart gegen die obere Decke zu krachen. Nour rieb sich mit zugekniffenen Augen den schmerzenden Schädel, als beide den Raum verließen und zurück auf das untere Deck hinabstiegen.

Kaum unten angekommen, steuerte Nour geradewegs auf die Konsole mit der mittlerweile leeren Ampulle zu. Die Ergebnisse des Bluttestes waren zufriedenstellend. Nour wollte den Jungen nicht weiter mit irgendwelchen Midichlorianerwerten verwirren, weswegen er ihm einfach versicherte, dass alles in Ordnung sei. "Deine Werte sind allemal ausreichend. Der Enklavenrat wird nichts zu beanstanden haben." Der Mensch zog die Ampulle heraus und warf sie dann in den Abfall. "Wir sind schätzungsweise noch einen halben Tag unterwegs. Wie wäre es mit etwas zu essen?" Jemm nickte müde, was dem Menschen erneut ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. "Und ein Bett für danach wäre wohl auch nicht verkehrt. Wir quartieren dich nach unserem Mahl ein. Ich zeig' dir dann, wo du schlafen kannst." Der Junge trottete ihm wieder über die Treppe aber diesmal zurück Richtung Cockpit hinterher. "Hier sollen wir essen?" Der Jedi stellte sich vor die rechte Wand des Vorraumes, bückte sich hinunter und schien etwas an der Oberfläche ertasten zu wollen. "Ich habe dieses Schiff damals einem Kampfpiloten abgekauft. In meiner Position, finde ich, ist es wichtig nicht in einem hochoffiziellen Gefährt des Ordens herumzugondeln. Ich kann es mir nicht leisten, dass mich jeder sofort als der erkennt, der ich bin. Deswegen..." Mit einem beherzten Ruck zog er an einem Henkel, wodurch sich die Unterwand nach oben klappte und durch ein dahinter liegendes Gestell zu einem Tisch aufbaute. "...reise ich in der Blueharbinger umher. Den Namen hat sie übrigens vom Vorbesitzer. Aber wie du siehst.." Er deutete demonstrativ auf die Tischplatte. "...hat es auch Vorteile." Jemmrik verzog das Gesicht. Der erwähnte Vorteil, auf einer mit Dellen übersähten Wand dinieren zu müssen, erschloss sich ihm nicht ganz. "Und Stühle?" "Geduld." Wieder schob er - diesmal auf der gegenüberliegenden Seite - eine Wand beiseite und holte zwei Sessel hervor, die augenscheinlich einmal aus einer Cantina entwedet worden waren. Der Mensch verließ den Raum noch einmal, um wie er sagte etwas Essbares zu organisieren, was Jemm Zeit gab die Einrichtung näher zu begutachten. Die Stühle waren zwar schon ziemlich zerkratzt, das aufdringliche Rot schimmerte aber immer noch hervor. Noch dazu prangte die Aufschrift "Herrel's Bar" immer noch darauf. Das alles war Jemmrik aber jetzt nicht derart wichtig, um unbedingt nachfragen zu müssen, denn sein Magen knurrte fürchterlich.
 
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