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Alt 11.07.2011, 23:35   #1
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[Charaktergeschichte] Eine von Vielen

Vorwort
Ich liebe es Geschichten zu meinen Charakteren zu schreiben. Nicht nur deren Vorgeschichte, sondern auch das, was sie denken, fühlen, tun, wenn sie am Ende im Rp auf andere Charaktere treffen, seltsame Situationen hinter sich gebracht haben, oder aber einfach versuchen, das Erlebte eines Tages zu verarbeiten.

Natürlich ist diese Geschichte nun rein die Grundlage für das, was sich noch mit dieser jungen Dame zutragen wird. Ich habe erst begonnen diese Geschichte zu schreiben und gebe mir mühe so wenige Lorefehler (und Rechtschreibfehler) wie möglich einzubauen. Dennoch bin ich natürlich nicht sicher, ob alles was ich dort schreibe am Ende auch wirklich in die Welt
von Star Wars und vor allem am Ende in das Rp das dort betrieben wird passt.

Ich verwende sehr viel Zeit und Mühe in meine Charatere und dementsprechend auch in die Hintergrundgeschichten, die ich diesen gebe. Nicht jedem wird der Inhalt der Geschichte gefallen, nicht jeder wird den Charakter mögen und nicht jeder wird sich über die Wahl der Worte oder meine Ausdrucksweise in den kommenden Texten erfreuen. Dies alles basiert auf dem Geschmack des Einzelnen und ist daher ausserhalb jeder Bewertung, meines erachtens nach.

Allerdings gibt es Fakten, Ereignisse und Regeln, die man bedenken muss wenn man eine Geschichte zu einem Universum schreibt, das so allumfassend ist wie das "Star Wars"-Universum. Sollte ich eine dieser Regeln brechen, Fakten falsch darstellen oder Ereignisse in eine falsches Licht bringen, so bitte ich inständig darum mir dies mitzuteilen. Niemand ist frei von Fehlern und jeder sollte sich bemühen diese zu erkennen oder/und zu verbessern wenn er darauf hingewiesen wird.

Ihr werdet, sofern ihr am Ende noch die Muse habt zu lesen, feststellen, das wenn das Spiel erst einmal erschienen ist sowohl meine Beschreibung der Umgebung, als auch der Ereignisse wesendlich detailreicher ausfallen wird. Was alleine daran liegen wird, dass ich die Welt und vor allem meinen Charakter dann "vor Augen" haben werde beim Schreiben. Bis dahin jedoch und ohne das, was ich durch die Quest und das Erkunden der Welten an sich in "Star Wars The old Republic" erfahren kann, bin ich auf euer und mein Wissen und eure Meinung zu gewissen Situationen angewiesen.

Ich hoffe das ihr, sofern ihr die Zeit finden solltet, euch die Mühe macht mir zu sagen wie ihr die Geschichte findet. Ob euch das was ihr lest gefällt oder nicht, was ihr verbessern würdet und was nicht.

Ich danke euch schon einmal im Vorraus und hoffe ihr werdet genauso viel Spaß beim Lesen haben, wie ich es beim Schreiben habe.

Bis dahin,

Nita
 
Alt 11.07.2011, 23:38   #2
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AW: [Charaktergeschichte] Eine von Vielen

Abreise
Sie packte gerade die letzten Kleidungsstücke in den Rucksack während ihre Mutter in der Tür stand und ihr dabei über die Schulter sah. „Hast du die Datapads eingepackt die dein Bruder dir gegeben hat?“ Ein leises, kaum vernehmbares Seufzen entrann der jungen Chiss. „Ja, Mutter. Die sind bereits in der großen Tasche die du und Vater mir vor Wochen gekauft haben.“ Die ältere Frau trat an das Bett der Jüngeren und setzte sich dann auf dieses. Mit ruhigen und fast erhaben wirkenden Bewegungen strich sie das hier und da mit feinen Ornamenten verzierte Kleid glatt, ehe sie den Blick auf ihre Tochter warf und diese einen Moment aus den unergründlichen, rotschimmernden Augen ansah. „Und du bist dir sicher, dass du diesen Weg und keinen anderen gehen willst?“ Die Stimme der Älteren klang ruhig, gelassen, auch wenn die Worte die sie sprach von Zweifel der Entscheidung ihrer Tochter wegen zeugten. „Diese Diskussion hatte ich bereits mit dir und Vater. Wollt ihr das so kurz vor meiner Abreise noch einmal wiederholen anstatt mir einfach nur viel Glück und alles Gute zu wünschen?“ Die Mundwinkel der Älteren verzogen sich kurz missmutig nach unten, ehe sie mit der ruhigen und melodischen Stimme weiter auf ihre Tochter einredete. „Du musst uns verstehen. Dein Bruder hat sich schon für den Kampf und das Militär entschieden, bei dir hingegen liegen die Karten noch verdeckt. Du könntest dich einer anderen Bestimmung zuwenden. Du weißt, dass dein Vater und ich dich gerne in der Forschung sehen würden.“ Sie legte sachte eine Hand auf die ihrer Tochter, welche gerade dabei war den Rucksack zu verschließen. „Wir sind im Krieg und jeden Tag sterben dort draußen tausende. Es ist nicht gut wenn beide Kinder sich in diese Gefahr begeben.“ Ein weiteres, resignierendes Seufzen entrann der jungen Chiss. „Es ist ebenso unklug sich ein Leben lang etwas zu verschreiben, was einen nicht interessiert und zu langweilig erscheint, Mutter.“ Mit diesen Worten setzte sich die junge Frau auf die Kante ihres Bettes. Mit der einen Hand strich sie sich eine der schwarzen Strähnen aus dem Gesicht, während die andere sich auf das Knie der Mutter legte.
„Ich werde kaum an direkten Kämpfen beteiligt sein.“
„Die Ausbildung ist hart, du hast es doch schon von deinem Bruder gehört.“
„Warum sollte ich dort versagen wo er erfolgreich war?“
„Ich sage nicht, dass du schlechter bist als er. Nur, dass du dir das nicht zwingend antun musst.“
„Ich möchte es mir aber ‚antun‘, Mutter.“
„Gib endlich Ruhe, sie wird sich ohnehin nicht mehr umstimmen lassen.“
Erklang eine ältere, männliche Stimme aus dem Raum nebenan. Hart und schroff war der Ton. Bestimmend, als würde er keine weiteren Worte dies betreffend mehr hören wollen. „Sie hat sich entschieden und es ist nicht mehr in unserer Hand. Wenn sie gehen und vielleicht dort in der Galaxie sterben will, dann ist es ihre Wahl gewesen.“
Einen Moment richtete die ältere Chiss den Blick auf die offen stehende Tür in das Zimmer nebenan, ehe sie noch einmal sachte auf die Hand ihrer Tochter klopfte um sich am Ende zu erheben. „Egal was du dir auch aussuchst, wir werden dich unterstützen. Und wenn wir keinen weiteren Rat mehr wissen, dann wende dich an deinen Bruder.“
„Danke, Mutter.“
Mit diesen Worten verließ sie ihre Tochter dann und schloss die Tür hinter sich, wohl um der jungen Chiss noch einmal die Chance zu geben, ihre Entscheidung zu überdenken. Diese hingegen ließ sich auf ihrem Bett nach hinten fallen und begann an die Zimmerdecke zu starren.

Das Zimmer war schlicht eingerichtet. Ein Bett, ein Tisch daneben auf dem eine einfache Lampe zu sehen war. Ein Schreibtisch stand etwas versetzt zu dem Tischchen und war übersät mit Holoprojektor-aufzeichnungen, einigen technischen Teilen und Apparaten sowie einigen Datapads die offenbar die besten Jahre auch schon hinter sich gelassen hatten. Mit etwas Abstand zum Fußende stand ein Regal an der Wand in dem sich weitere technische Apparaturen stapelten die offenbar selbst zusammen gebaut worden waren. Bei einigen war der Zweck offensichtlich, bei anderen wusste wohl nur die Schöpferin selbst, was diese Gebilde darstellen und welchen Nutzen sie haben sollten. Nichts mehr war in dem Raum zu hören, außer dem leisen Atmen der jungen Chiss. Man konnte ihre Gedanken, ihre leisen Zweifel ihrer Entscheidung wegen fast greifen. Wie sie das Für und Wider immer wieder abwog und versuchte sich nicht von dem Gerede ihrer Eltern beirren zu lassen.

‚Du würdest dich zu Tode langweilen irgendwann, wenn du unentwegt in einem Labor oder auf einer Forschungsstation bleiben würdest. Selbst wenn du mit einigen Forschungsschiffen zu reisen beginnen würdest, du weißt das dir etwas fehlen wird.‘

Sie drehte sich auf die Seite und begann ihre Konstruktionen zu betrachten. Einige davon waren kleine Versuche ungefährlichen und ohne Zünder versehenen Bomben zu bauen. Andere waren der Versuch einen Teil eines Droiden fertig zu stellen. Immer wieder hatte sie eine Arbeit abgebrochen um der Idee einer Neuen nachzugehen, immer mit dem Vorsatz sich dann wieder um das andere Projekt zu kümmern. Nun, da sie kurz davor war abzureisen hatte sie missmutig feststellen müssen, das nicht eines ihrer Werke das Endstadium erreicht hatte.

‚Wenn ich diesen Ideenreichtum in Forschungsprojekte stecken würde, könnte ich sicher am Ende einige revolutionäre Neuerungen hervorbringen.‘

Eine Weile lag sie so da, betrachtete ihre Konstruktionen, ließ ihre Gedanken schweifen, ehe sie am Ende ihre Entscheidung ab nickte und sich erhob. Mit ruhigen und selbstsicheren Schritten ging sie auf die Kommode zu, welche ihrem Bett gegenüber stand. Sie schob eine der Schubladen auf und griff nach einem Holoprojektor welcher sich darin befand. Mit einem leisen Geräusch dann stellte sich kurz darauf ein Abbild ihrer Familie dar.
Es musste einige Jahre her sein, denn sie war auf der Abbildung noch recht jung. Nicht älter vielleicht als das fünfte Lebensjahr. Ihr Bruder war bereits in eine der Uniformen gekleidet welche die jungen Schüler der Militärakademie zu tragen hatten. Ihr Vater hatte seine Hand auf die Schulter seines Sohnes gelegt und diese mit festem aber sicher nicht schmerzhaftem Griff umschlossen, während seine andere Hand an der Taille seiner Frau lag. Ihre Mutter trug die kleine Chiss auf dem Arm und blickte mit demselben erhabenen Blick, wie ihr Vater und ihr Bruder es taten. Nur sie selbst, das kleine Mädchen in diesem digital festgehaltenen Moment, lächelte.
Mit einem weiteren leisen Geräusch verlosch das Bild wieder und die junge Chiss drehte sich zurück zu ihrem Rucksack, öffnete diesen noch einmal und steckte das Gerät in eine der Taschen, ehe sie den Rucksack aufnahm und sich aus dem Raum bewegte. Mit einem leisen Zischen schloss sich die Tür zu ihrem alten Zimmer, den alten Apparaten und der Kindheit die sie an diesem Tag hinter sich ließ.
 
Alt 11.07.2011, 23:41   #3
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AW: [Charaktergeschichte] Eine von Vielen

An der Tür hinaus legte ihr Bruder ihr sachte eine Hand auf die Schulter. „Noch ist es nicht zu spät einen Rückzug anzutreten. Du kennst die Geschichten die ich erzählt habe. Nicht wirklich viel davon ist übertrieben.“
„Jetzt fang du nicht auch noch an.“ Gab die junge Chiss auf die Worte ihres Bruders zurück, ehe ihre Eltern aus dem Wohnraum heraus auf die Beiden zutraten.

Ihr Vater war ein hochgewachsener, schlanker Chiss. Er hatte wohl fast die Höhe von 2 Metern erreicht, war jedoch damit immer noch nicht der größte Mann, den die Familie hervor gebracht hatte, denn ihr Bruder überragte ihn um einige, wenn auch nur wenige Zentimeter. Ihr Vater hatte im Laufe der Jahre einige Falten um Augen- sowie Mundwinkel erhalten, war aber immer noch recht attraktiv und auch die grauen Haarsträhnen, die von den Schläfen her nach hinten wanderten taten diesem Bild keinen Abbruch. Immerzu pflegte er sein kurzes, schwarzes Haar streng nach hinten zu kämmen, was ihm das Aussehen eines Herrschers dieser kleinen Familie verlieh. Seine Gesichtszüge waren, solange sie sich erinnern konnte meist ernst und kontrolliert gewesen. Es gab nur wenige Augenblicke in der Vergangenheit, in denen sie etwas anderes als diesen Ausdruck an ihm gesehen hatte. Einer davon war jener gewesen, als sie bekannt gemacht hatte sich dem Militär anzuschließen. Er hatte die Augenbrauen angehoben damals, hatte sogar das Essen unterbrochen und sie mit diesen schmalen Augen angesehen, wie er es nun wieder tat. Sie glaubte damals genauso wie heute einen Hauch von Sorge in dem Blick zu erkennen, auch wenn sie wusste, dass er dies niemals ausgesprochen oder zugegeben hätte. Wie auf dem Holoprojektor, welcher sich nun in ihrer Tasche befand, hatte er einen Arm um seine Frau gelegt, die Hand an ihrer Hüfte und hielt sie so, wenn auch mit geringem Abstand an seiner Seite.

Ihre Mutter war recht klein, vielleicht gerade mal etwas über 1,60 Meter hoch gewachsen. Sie wirkte so neben ihrem Vater wie ein zierlicher und zerbrechlicher Zweig, auch wenn sie wusste, dass diese Frau nicht zu unter-schätzen war. Begann man sich mit ihr ernsthaft in Diskussionen zu verwickeln, war es mehr als schwer den eigenen Standpunkt nicht aus den Augen zu verlieren und sich ihrer Meinung zu ergeben. Heute hatte die ältere Frau ihre recht langen Haare zu einem Zopf zusammen geflochten, welcher ihr gerade und versetzt mit einigen grauen Strähnen den Rücken hinab fiel. Auch ihr Gesicht war vom Altern nicht verschont geblieben, wenn auch die Falten die sie trug noch nicht so tief und markant waren wie jene, die das Gesicht ihres Vaters zierten. Auch ihr Blick, obwohl sie versuchte ruhig und gelassen zu wirken, barg Unruhe und Sorge. Ob der Tochter wegen, die sich freiwillig in die Gefahr des Krieges begeben wollte, oder der Tatsache, das beide Nachkommen vielleicht in den kommenden Jahren sterben könnten, war dabei einzig und alleine den Gedanken dieser beiden Chiss vorbehalten.

„Es ist keine Schande festzustellen, dass man für etwas nicht geeignet ist. Solltest du also Zweifel bekommen, wenn du erst einmal die Ausbildung begonnen hast, so werden wir dir jederzeit helfen doch noch anderweitig unterzukommen.“ Ihr Vater hatte die Tonlage von herrisch auf besänftigend gewechselt, doch am Ende machte das für die junge Chiss keinen Unterschied – ihre Eltern trauten ihr nicht zu, diese Ausbildung zu absolvieren. Dies hatten sie, wenn auch nicht mit direkten Worten, mehrfach zum Ausdruck gebracht. „Ich werde nicht versagen, Vater. Und ich werde nicht eher hierher zurück kommen, bis ich dies mit meinem Abschluss beweisen kann.“ Es war kein Trotz der aus ihr Sprach sondern Stolz. Sie wusste das alle anderen Zweige die ihr offen standen ihr nicht das gleiche bieten konnten, wie es eine Ausbildung im Militär tat und am Ende das Imperium selbst.

Ihre Mutter trat einen Schritt nach vorne und legte ihre Hände auf die linke und rechte Schulter ihrer Tochter, sah sie mit einem schier durchdringenden Blick an. „Wir wissen dass du ehrgeizig bist. Aber verwechsel das nicht mit anderen Dingen. Komm sicher und wohlbehalten zurück. Das ist alles was wir wollen, ob mit oder ohne den Abschluss der Akademie.“
Die junge Chiss presste die Lippen einen Moment etwas fester aufeinander, wendete den Blick dann von ihrer Mutter und ihrem Vater ab und blickte hinauf zu ihrem Bruder.
Der junge Mann war seinem Vater fast wie aus dem Gesicht geschnitten. Ebenso wie der ältere Mann hatte er markante Kieferknochen, diese schmalen Augen und das schwarze Haar der Familie. Und ebenso wie sein Vater hatte er sich das Haar streng nach hinten gekämmt, wenn auch bei ihm nicht alle Strähnen bereits so perfekt liegen wollten und immer wieder hier und da eine in seine Stirn fiel. Auch sein Körperbau unterschied sich doch von dem seines Vaters. Während das Oberhaupt der Familie eher schlank und untrainiert war, so war der junge Chiss durchtrainiert und wirkte im Gegensatz zu seiner kleineren und schmächtigeren Schwester ein wenig wuchtig.
„Können wir dann?“
„Ich warte nur auf dein Zeichen.“ Meinte er zu ihr und nickt bei den Worten leicht zu ihr hinab, worauf die junge Chiss sich noch einmal kurz ihren Eltern zuwandte und ihnen mit einem letzten, entschlossenen Nicken den Rücken kehrte, ihr Bruder nur einen Schritt hinter ihr.
 
Alt 11.07.2011, 23:45   #4
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AW: [Charaktergeschichte] Eine von Vielen

„Kannst du dir vorstellen eine Woche hier draußen zu verbringen, ohne Aussicht auf eine feste Unterkunft, ein warmes Bett oder anständige sanitäre Einrichtungen?“ Die Worte ihres Bruders waren kaum zu verstehen während sie sich durch den Schneesturm zu ihrem Fahrzeug kämpften. Der kalte Wind brannte auf der Haut die nicht von Stoff oder der Schutzbrille bedeckt war. Selbst durch die dicken Anzüge spürte man die Kälte, die diesen Planeten eisig umklammert hielt. „Das sind doch alles nur Gerüchte die unter den Neulingen gestreut werden um die Angsthasen gleich auszusortieren“ brüllte sie gegen den heftigen Wind und die Schneeflocken an. „Das sagst du, aber ich habe eine ganze Gruppe von Neulingen rennen sehen, als man ihnen davon erzählt hat. Glaub es oder nicht.“

Das leise, monotone Geräusch des Motors welcher sie immer weiter von zu Hause weg und immer dichter zu der Akademie führte ließ sie schläfrig werden. Auch die warme Luft die nach dem, wenn auch nur kurzen, Gang durch die Kälte auf sie einströmte tat ihr übriges.



„Wir haben einen Ausfall des Hyperantriebs. Die Hülle wird dem Beschuss nicht mehr lange standhalten. Captain, wir müssen evakuieren, sofort!“ Die Brücke des Kriegsschiffes wurde immer wieder in tiefrotes Licht getaucht, ehe dieses erlosch. Das Kreischen der Alarmsirenen betäubte einem förmlich die Sinne und unter dem wirren Stimmenknäul aus Befehlen, Com-Link-Berichten der einzelnen Stationen und dem hektischen Auftreten der Stiefel auf dem dumpfen Metall das sie hier in dem Nichts des Weltraums umgab, konnte sie im ersten Moment die Befehle die an sie gerichtet waren kaum verstehen. „ ...sofort! Verstanden?!“ Wirr blickte sie dem älteren und von dem Stress der Situation gezeichneten Mann entgegen, versuchte nachzuvollziehen was er ihr gerade entgegen gebrüllt hatte. „Bereiten sie die Rettungskapseln vor, SOFORT!“ Wiederholte er seinen Befehl nochmals, lauter und eindringlicher als sie es von einem Chiss je erwartet hätte. In größter Hektik salutierte sie vor ihrem Vorgesetzten, ehe sie sich eiligst auf den Weg durch die Gänge machte.

Hier und da stieß ihr Dampf aus einer abgerissenen Leitung des Schiffes entgegen während sie in Richtung der Rettungskapseln rannte. Die schwere Rüstung die sie trug hinderte sie daran noch schneller zu laufen. Es fühlte sich an als wenn sie mit jedem Schritt den sie tat nur noch mehr auf den Boden gedrückt wurde und ihr immer mehr das Vorwärtskommen erschwert werden würde. Sie musste einen Moment nach Luft schnappen. Der Gang schien schier unendlich als sie den Blick geradeaus richtete. Etwas weiter Vorne sah sie aus einer der Leitungen Funken sprühen und wusste, dass das in Zusammenhang mit den Gasen die hier austraten nur in einem Unglück enden konnte. Dieses Schiff würde nur noch einige Minuten Bestand haben, dann wären sie und die anderen dazu verdammt als Reste einer verlorenen Schlacht im Weltall umher zu treiben und irgendwann im Orbit eines Planeten oder der Hitze einer Sonne zu verglühen.

„Schwester, beweg dich!“ Ihr Bruder war hinter ihr wie aus dem Nichts aufgetaucht. Nicht einmal seine Schritte hatte sie hinter sich gehört, so heftig hatte sie nach der Luft gegiert die immer heißer wurde, durch den Dampf der sich in dem Gang ausbreitete. Mit einer Hand drückte er sie Vorwärts, während er in der anderen einen Blaster hielt. „Sie sind auf dem Schiff. Los! Los! Beweg dich, wir müssen hier weg. Jeder kämpft gerade für sich!“ Wirr und einen Moment vollkommen orientierungslos blickte sie in das schweißnasse Gesicht ihres Bruders. Er hatte bereits gekämpft, hatte bereits Wunden davon getragen, war selbst kaum noch in der Lage schneller zu rennen als sie und dennoch setzte er alles daran sie weiter in Richtung der Rettungskapseln zu treiben. „Da vorne...“ Sie keuchte einmal schwer. „..ist eine kaputte Leitung. Wir können da nicht...“ Eine Explosion hinter ihr machte ihr bewusst das es egal war, ob sie an den offenen Leitungen entlang rennen würden oder nicht. Sterben würden sie auf jeden Fall, wenn sie es nicht zumindest versuchten. Sie zog den Kopf ein und das erste Mal seit sie ein Kind war, das erste Mal seit sie ihr Elternhaus verlassen hatte, spürte sie so etwas wie Angst aufquellen. Sie war gefangen in einer Blechdose, mitten im Weltall und diese stand kurz davor in die Luft zu fliegen.

Sie duckte sich als die offenen Leitungen in ihre Reichweite kamen und versuchte ihren Kopf mit einer Hand zu schützen, während sie sich dichter an ihren Bruder drängte. Die Raumkapseln kamen in Sicht und für einen Moment spürte sie etwas aufkeimen. Hoffnung, ein leises Vertrauen dieser Situation doch noch entkommen zu können. Nicht als Asche im Weltraum zu enden. Eine weitere Explosion erschütterte das Schiff und riss die Beiden fast von den Füßen, als sie die Luke einer Kapsel versuchten zu öffnen. Blasterfeuer folgte der Explosion und kam unaufhörlich näher. Der Korridor den sie eben noch entlang gerannt waren wurde gestürmt und es blieb keine Zeit mehr. Das Gewehr im Anschlag und auf den Gang gerichtet versuchte ihr Bruder sie in die Rettungskapsel zu drängen, während sie beharrlich an seiner Hand zerrte. „Jetzt komm schon! Wir müssen weg!“ Nur ein Moment, ein kurzer Moment in dem Stille einkehrte als der erste Blasterschuss an ihm vorbei sauste. Dann hörte sie das unverkennbare Geräusch das damit einherging. Ein weiterer Moment der Stille, ihr Bruder, der den Blick auf sie richtete. Der Ausdruck in seinen Augen wirkte fast wie eine Entschuldigung, eine Bitte um Vergebung ehe sich alles um sie herum in Feuer tauchte....

....und sie sich den Kopf anstieß, als sie versuchte aus dem Sitz hochzuschrecken. Einen Moment sah sie sich aus verschlafenen Augen um, versuchte zu erkennen wo sie war. Kein Feuer, keine Blasterschüsse, kein Weltraum. Nur das monotone Surren des Motors und ihr Bruder der aus dem Augenwinkel heraus etwas verwundert zu ihr sah. „Alles in Ordnung?“ Sie sah ihn einen Moment vollkommen starr an, ehe sie dann langsam nickte und sich wieder in ihren Sitz zurück lehnte. „Wir sind fast da. Du wolltest es ja nicht anders.“
 
Alt 11.07.2011, 23:48   #5
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Als sie die Halle betrat in der die Kadetten sich zu versammeln hatten, war sie einen Moment zutiefst beindruckt. Die Halle wurde gesäumt von mehreren schlichten, unverzierten Säulen welche die mehr als 8 Meter hohe, leicht kuppelförmige Decke zu stützen schienen. Alles war in einer Mischung aus Weiß und Grau gehalten, nichts erschien übermäßig verziert. Und doch spürte man in einer gewissen Weise die Erhabenheit dieses riesigen Raumes. Nicht nur das unzählige Chiss sich hier versammelt hatten und darauf warteten aufgenommen zu werden, nein, alleine die Banner der einzelnen Staffeln, welche sich an den Wänden zeigten, ließen sie einen Moment erstarren. Riesige, aus hochwertigem Stoff gefertigte Banner hingen der Länge nach von den hohen Wänden hinab. Jedes Banner zeigte die Farben und Symbole der einzelnen Staffeln. In Reih und Glied standen die einzelnen Kadetten und zum Teil auch Offiziere bei ihren Bannern. Das leise Gemurmel das sich in kleinen Gruppen bildete wurde durch die Größe der Halle zu einem riesigen Wirrwarr aus Stimmen und Geräuschen. Wie ein undeutlicher Gesang dessen Sinn man erst verstehen konnte, wenn man ihn langsam und in Ruhe noch einmal abspielte. Untermalt wurde das Ganze nur noch durch das Geräusch der Schritte auf dem blank polierten Steinboden, in dem sich zum Teil die Banner, wie auch die Anwesenden spiegelten.

Es wurde ruhiger in der Halle. Ihr Bruder hatte ihr gesagt, dass sie sich einfach zu den anderen gesellen sollte, während er zu seinen Kammeraden seines Jahrgangs ging. Er würde sie später noch einmal aufsuchen, hatte er ihr versichert. Sie stellte sich zu den anderen, noch etwas undisziplinierter wirkenden jungen Leuten. Keiner von diesen jungen Chiss wirkte unsicher in seinem Verhalten. Alle hatten sie den Blick geradeaus zu dem Podium gerichtet und warteten darauf, dass die offizielle Aufnahme begann. Einen Moment lang noch war hier und da leises Stimmengewirr zu vernehmen, ehe auch der letzte verstummte, als ein älterer Herr in offensichtlicher Gardeuniform an das Podium trat und eine Rede zu halten begann.

Es gab in dieser Halle keine Stühle, keine Bänke. Die Aufnahmezeremonie dauerte Stunden, jedoch dauerte es weit weniger lange bis die ersten Anwärter in ihrer Reihe umfielen. Der Kreislauf, das lange stehen, vielleicht auch die unterdrückte Nervosität verlangten ihren Tribut. Auch die junge Chiss selbst hatte mit sich und ihrem Kreislauf zu kämpfen, doch ein guter Rat ihres Bruders half ihr, nicht genauso ein unschönes erstes Aufsehen zu erregen. ‚Beweg deine Füße ein wenig in den Stiefeln und wenn du merkst das dir der Kopf schwer oder dir schwindelig wird, spann die Nackenmuskeln an oder heb und senk ein wenig die Schultern. Jede Anspannung in deinem Körper bringt das Blut wieder zum zirkulieren.‘ Offensichtlich hatte ihrem Bruder dieser Rat schon mehr als einmal geholfen. Und auch heute, als sie den Blick kurz in seine Richtung schweifen ließ, konnte sie erkennen wie er ganz leicht, für einen Unwissenden vielleicht nicht einmal sichtbar den Kopf kreisen ließ und darauf kurz die Schultern anhob. Immer wieder traten einige Jahrgangsbeste vor an das Podium, begannen eine Rede zu halten was die neuen Kadetten erwarten würde, wie sie diese Aufgaben bewältigen könnten und was sie am Ende ihrer Zeit in der Akademie für ihr Volk und deren Weiterbestehen leisten würden. Ein wenig überrascht war sie dann, als auch ihr Bruder auf einmal aufgerufen und nach Vorne gebeten wurde. Seine Rede war nicht die Längste unter den Vielen, aber für diese junge Chiss, irgendwo in den hinteren Reihen doch die ergreifenste, denn immer wieder wandte der junge Mann in dieser dunklen Uniform den Blick in ihre Richtung. Eine Zeit lang wirkte es für sie so, als würde er nur mit ihr sprechen, als würde er all seine motivierenden, warnenden, antreibende aber auch beruhigende Worte nur an sie richten. Er hatte zu Hause niemals erwähnt, dass er in seinem Jahrgang der Beste war. Nur immer wieder, das es für ihn sehr gut lief und er sich keine Sorgen machte, die Ausbildung erfolgreich zu absolvieren. Nun wusste sie, warum er sich dessen so sicher gewesen war und in wessen Fußstapfen sie hier nun wirklich zu treten hatte. Es blieb ihr nur die Hoffnung, dass sie diesen Anforderungen, die sie immer unterwusste an sich selbst stellte, auch gerecht werden würde.

„Der Nächste.“ Ertönte die Stimme des Offiziers welcher die Uniformen an die Kadetten ausgab. „Größe?“ Der junge Chiss der vor ihm stand gab knapp seine Kleidergröße an und erhielt dann kurz darauf einen Stapel Wäsche, oben auf die schwarze Uniform der Kadetten. Sie war als nächste an der Reihe, gab sofort ihre Kleidergröße an und streckte die Arme nach der Kleidung aus welche ihr darauf direkt ausgehändigt wurde. Es waren Bettlacken, Bettwäsche, ein Trainingsanzug, eine Galauniform und die Uniform die sie während der theoretischen Ausbildung in den Lehrräumen zu tragen hatte. Alles weitere hatte sie bereits in ihrer Tasche und ihrem Rucksack, welche sie mühevoll um ihren Körper drapiert hielt, um die Kleidung und Wäsche, die sie gerade erhalten hatte nicht gleich wieder zu Boden fallen zu lassen. Schnell stellte sie sich zurück in die Reihe zu den anderen Neulingen die ebenfalls bereits ihre „Grundausstattung“ erhalten hatten.

„Name?“ Der Offizier war vor ihr zum Stehen gekommen. Er blickte auf das Datapad in seiner Hand und hielt es weder bei ihr, noch bei den anderen Rekruten für Nötig aufzusehen, bis sie ihren Namen nannte. „Mojon’jish’atsheta.“ Gab sie knapp und so deutlich wie nur möglich zurück. „Verstehe.“ Meinte er dann nur und betrachtete die junge Chiss einen kurzen Augenblick, ehe er zum Nächsten weiter schritt und wieder „Name?“ von sich gab. Einen moment verfolgte sie aus dem Augenwinkel heraus den Offizier mit ihrem Blick, fragte sich was das ‚verstehe‘ zu bedeuten hatte, doch am Ende wagte sie es nicht nun das Wort an ihn zu richten, sondern hielt weiter still, die Arme leicht ausgestreckt, die zuvor erhaltene Wäsche auf diesen haltend.

„Ich schlafe oben!“ Meinte die Eine, während die Andere bereits dabei war ihre Sachen auf dem unteren Bett auszubreiten. Njisha hatte sich, gleich als die Schlafräume zugeteilt worden waren auf ihr Bett gelegt. Nun ließ sie, während die anderen jungen Mädchen noch ihre Schränke einräumten, den Blick durch den Raum streifen. Es war ein kleiner Raum. Links und rechts der Tür waren jeweils zwei Etagenbetten in die Wand eingelassen worden. Zum oberen Bett führte eine kleine Trittleiter welche feste in der Wand installiert war. Es gab kein Fenster in diesen Räumen, genauso wenig wie es welche in der riesigen Halle gegeben hatte. Der Großteil der Akademie befand sich unter der Erde und lies somit keinen Platz für den Luxus einer schönen Aussicht. Die Deckenlampe, welche den Raum in unwirkliches, grelles Licht warf flackerte hin und wieder kurz, vermutlich musste sie in nächster Zeit repariert werden. Gegenüber der Tür waren die Schränke der jungen Chiss aufgereiht. Je ein Schrank für eine von ihnen. Die Schränke bestanden aus mattem, dunklem Metall, ließen sich allerdings nicht verschließen. Es war nicht notwendig. Links und rechts der Betten standen je ein Tisch und ein Stuhl. Eine kleine Lampe war darüber an der Wand angebracht und sollte wohl das studieren an diesen Tischen erleichtern. Hier und da befanden sich bereits einige Datapads ihrer zukünftigen Mitbewohnerinnen auf den Tischen, zusammen mit anderen, eher privaten Kleinigkeiten.

Sie wusste, dass sie hier nun einige Jahre studieren würde, vermutlich eine gewisse Vertrautheit zu den anderen Bewohnerinnen dieses Raumes aufbauen würde und am Ende vielleicht auch mit ihnen den Abschluss machen sollte. Für heute jedoch hatte sie genug erlebt, genügend Einflüsse gesammelt und genug gesehen um die Nacht vermutlich mit unruhigen Träumen zu verbringen. Sie würde, sobald sich etwas mehr Ruhe in den Raum gelegt und ihre Zimmergenossinnen sich eingerichtet hatten auch ihr Bett zu Recht machen, ihren Schrank mit ihren Habseligkeiten füllen und ihre Tasche für den morgigen, ersten Unterrichtstag vorbereiten.
 
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