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Alt 16.06.2011, 13:57   #1
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[Charaktergeschichte] Jade DeLounge

Nach langem Hin und Her habe ich die Charakter Geschichte von Jade in eine überarbeitung genommen. Einige Punkte gefielen mir noch nicht und auch einige unstimmigkeiten habe ich versucht auszumerzen. ich hoffe die neue neue Version ist besser und ich würde mich freuen, wenn ihr mir etwas Feedback dazu geben würdet, um weitere Unstimmigkeiten zu finden.



1. Prolog
Die langen, hell erleuchteten Gänge, die durch den leichten Kreuzer „New Hope“ führten, waren wie ausgestorben. Eine ruhige Stille lag in ihnen, obwohl eine einzelne Person mit langsamen Schritten durch sie wanderte.
Kaum ein Geräusch hallte von den verkleideten Durastahlwänden zurück. Sonst herrschte hier hektisches Treiben, doch zu dieser Uhrzeit, es war mitten in der Nacht, waren die Gänge leer.
Nur vereinzelt waren Wachposten zu treffen, die nur stumm nickten, wenn man vorbei kam.
Jade war es recht so. Sie konnte nicht schlafen, hatte sich in dieser Nacht in ihrem Bett nur herumgewälzt und bekam kein Auge zu. Sonst hatte sie keine Probleme damit, doch ab und an holte ihre Vergangenheit sie ein und raubte ihr den Schlaf.
In diesen Nächten dachte sie an ihre Kindheit und ihrem Leben danach, ein Leben, was sie führen musste als sie ihren Heimatplaneten verließ.
„Danach“ dachte sie. Ein komisches Wort für etwas, was man eigentlich auch zu jedem anderen Lebensabschnitt sagen konnte. Doch das hier und jetzt war ein anderes „danach“, und das alte „danach“, war eigentlich ein „davor“. Jedenfalls von ihrer jetzigen Sichtweise her.

Ziellos ging Jade durch die Gänge, hing einfach nur ihren Gedanken nach und achtete nicht darauf wohin sie ging oder wer an ihr vorbeikam. Ihre schulterlangen roten Haare waren wild zerzaust, eine Folge des ständigen herum wälzen in ihrem Bett. „Hab ich überhaupt geschlafen?“ Jade schaute an ihr herunter und bemerkte, das sie noch immer ihre Klamotten an hatte, die sie am Tag zuvor getragen hatte.
Das war eine unbeabsichtigte Folge der vielen Arbeit, die auf diesen kleinen Kreuzer anlag. Eine normale Republikanische Einheit musste sich nicht so viele Sorgen um ihre Warenbestände machen. Sie wurden automatisch von der Regierung unterstützt und versorgt. Ganz anders sah es bei ihrer Einheit aus, einer Einheit die zwar auf der Seite der Galaktischen Republik stand, aber nicht von ihr unterstützt wurde.

Wenn man es sogar genauer betrachtete, war das „104. Battalion“, eine abgespaltete Einheit, die völlig autark und selbstständig operierte. Jade musste sich korrigieren, es hieß nicht mehr „104. Battalion“ sondern sie waren seit kurzem nur noch unter dem Namen „Sarrelon Aces“, oder einfach Aces bekannt.
Sie standen nicht unter der Kontrolle der galaktischen Republik oder die des Jedi-Ordens. Sie wurden von beiden zwar beobachtet, das stand außer Frage, aber sie mischten sich nicht in die Angelegenheiten der Aces ein, den das „104. Battalion“ erzielte Erfolge und konnte dort operieren, wo reguläre Republikanische Einheiten nicht eingesetzt werden konnten.
Es war eine schwere Zeit, seit dem der Vertrag von Coruscant von den Sith und der Republik unterzeichnet worden ist.
Laut Vertrag befanden sie sich in einem Waffenstillstand, aber das war reine Augenwischerei, denn die Sith, die in einer plötzlichen Invasion die Galaxis ins Chaos gestürzt hatte, waren zu kriegerisch und machthungrig, als das sie sich zurücklehnten und allem ihren Lauf ließ.
Kleinere Scharmützel entlang der Waffenstillstandsgrenze waren an der Tagesordnung, doch konnte die Republik nicht eingreifen, denn sie wollten den unsicheren Waffenstillstand nicht gefährden. Dieser war ohnehin mit einem viel zu hohem Preis bezahlt worden. Zahlreiche wichtige
Welten, darunter auch Coruscant, waren an die Sith gefallen.

Aber obwohl die Aces nicht zu den regulären republikanischen Einheiten gehörte, so waren sie trotz allem der Republik über loyal ergeben. Früher gehörten sie zu den Republikanischen Streitkräften, doch das 104. Battalion wurde in einer Schlacht auf Bandomeer vernichtend geschlagen und verlor nicht nur den Großteil an Truppen und Ausrüstung, sondern auch ihren Kommandanten, ein Jedi-Meister namens Viado Feraan.
Eigentlich gab es das 104. Battalion nicht mehr, doch die Überlebenden der Schlacht widmeten sich des letzten Wunsches von Meister Feraan und formierten sich unter der neuen Führung seines ehemaligen Padawan FaRay neu. Auch wenn das bedeuten sollte, das sich der junge Jedi-Ritter FaRay vom Jedi-Orden abspalten musste. Jade verstand zwar nicht den Ehrenkodex der Jedi, vielleicht wollte sie es auch nicht verstehen, aber es musste ein unglaublicher Zwiespalt in FaRay gewesen sein.
Aber letztendlich folgte FaRay dem Wunsch seines alten Meisters und den Überlebenden des 104. Battalions, die nun unter der Führung des abtrünnigen FaRay einen kleinen Kreuzer der Republik stahlen und in die Äußere Galaxis verschwanden, um gegen die Sith zu kämpfen.

Jade kannte die Geschichte der Einheit, obwohl sie erst ein wenig später zur 104. gekommen ist und das auch unter sehr eigenartigen Umständen. Denn normal konnte man ihre Anwesenheit auf diesem Kreuzer und in dieser Einheit nicht nennen. Aber was war schon normal in dieser Zeit. Als Jade zur 104. stieß, bestand die Einheit nur aus wenigen Leuten. Soldaten, die aus anderen Einheiten desertiert waren, den Überlebenden der Bandomeer Schlacht und auch aus Söldnern, Halsabscheidern und Schmugglern. Und zu letzterer Sorte gehörte Jade.
Ihr Arbeitsbereich war eigentlich nicht genau definiert. Sie besorgte Waren und Ausrüstung für die Einheit, den der lange Krieg mit den Sith hatte die Ressourcen der Republik schrumpfen lassen. Informationsbeschaffung gehörte auch zu den Aufgaben, die Jade übernahm, genauso wie viele andere Sachen. Hier musste man flexibel sein und sich für nichts zu schade sein. Das war, so fand Jade es jedenfalls, der größte Plu*****t dieser Einheit. Sie bestand aus Spezialisten, die nicht an den normalen Dienstweg gebunden war. Schnell, flexibel und überaus schlagkräftig.
Und alle in dieser Einheit waren sehr spezielle Individuen. Sie waren eine Familie. Jeder stand für seine Kameraden ein.

Auch Jade war sehr speziell. Sie hielt sich nicht gerne an gradlinigen Konventionen oder gesellschaftlichen Formen. Sie trug die Klamotten, die sie wollte und sprach wie sie wollte. Manchmal war sie charmant und manchmal war sie nicht auszustehen. Manchmal war sie so sanft wie eine frische Briese auf Kuat und manchmal, vielmehr auch mal etwas öfter, war sie einfach nur gemein und brutal. Jade war halt einfach Jade. Ihr Leben hatte sie geprägt, und das hieß in ihrem Falle, das man bei ihr nie wusste was kommen würde. Dafür hatte sie viel zu unterschiedliche Lebensabschnitte gehabt und ein jeder hat sie beeinflusst.
Das hieß aber nicht, das Jade nicht fähig war ein ordentliches Benehmen an den Tag zu legen. Nicht viele wussten von ihrer Vergangenheit, den Jade mochte es nicht darüber zu sprechen. Wenn das Thema aufkam, wurde sie einfach still und sprach nicht mehr. Oder sie drehte sich um und ging woanders hin. Sie versuchte immer dem Thema aus dem Weg zu gehen.

Es rankten sich viele Gerüchte um sie, woher sie kam, was in ihrer Vergangenheit passiert ist, aber keines davon traf zu. Durch ihr Auftreten, was Außenstehende als ungehobelt und tollpatschig betrachten konnten, lag die Vermutung nahe, das Jade aus einfachen Verhältnissen stammte und nicht sonderlich gebildet war. Aber dem war nicht so.
Ihr Vater, wenn man davon überhaupt sprechen konnte, gehörte zu einer der Aristrohkatenfamilien ihrer Heimatwelt. Man konnte also mit Fug und Recht sagen, das Jade sogar aus sehr wohlhabenden Verhältnissen stammt. Sehr wohlhabend, wenn man bedachte, das Jade von dem Planeten Kuat kam.
Ihr Vater, vielmehr das Familienoberhaupt, war einer der großen Unternehmer, der die KDY belieferte. Die Kuat Drive Yards, die bekannteste Raumschiffwerft in der Galaxis. Und diese Verbindung, zwischen der KDY und dem Unternehmen ihres Familie, hielt schon einige Generationen. Sie wurde quasi Mitvererbt, was daran lag, das die Politik, die Wirtschaft und auch alles andere was Kuat betraf immer von Korruption und Vetternwirtschaft festgehalten wurde.

Ein lauter harter Knall riss Jade aus ihren Gedanken. Sie stand in der nähe der Kommunikationszentrale, die wie alle wichtigen Einrichtungen auf dem Kreuzer bewacht wurde. Der Soldat, der an der Tür stand, salutierte. Scheinbar war er noch neu bei den Aces. In perfekter Manier stand er da und hatte wohl seine Hacken zusammengeschlagen als er salutierte. Das hatte Jade aus ihren Gedanken gerissen.
Sie hatte sich noch immer nicht daran gewöhnen können, das man vor ihr salutierte. Sie wollte das auch gar nicht. Ihrer Meinung nach stand es ihr nicht zu, denn eigentlich gehörte sie ja nicht zum Militär. Sie war Schmugglerin, das war alles. Mit einer lockeren Handbewegung zeigte Jade dem Soldaten, wie viel Wert sie auf diesen Salut legte.
Dabei schlurfte sie einfach weiter und überließ den Soldaten seiner Verwunderung, die deutlich in seinem Gesicht zu sehen war.

Ein ausgetrocknetes Gefühl machte sich langsam an ihrem Gaumen bemerkbar. Irgendwoher musste sie sich was zu trinken organisieren. Um diese Zeit war die Messe leer und Jade konnte in ruhe die Küche nach was trinkbarem durchsuchen. Mit gemächlichen Schritten machte sie sich auf in Richtung Messe.
Wenn sie noch auf Kuat wäre, auf ihrem gigantischen Familienanwesen, hätte sie nur nach einem Diener schellen brauchen, der ihr alles gebracht hätte, was sie wollte. Es wäre einfacher, als hier in der rauen und teils grausamen Galaxis. Aber ist einfacher auch besser?
Langweiliger jedenfalls. Jade erinnerte sich daran, das sie früher nur Unsinn im Kopf hatte. Ständig gab es Ärger mit ihr, denn es machte ihr großen Spaß Unsinn anzustellen. Jedenfalls bekam sie dadurch wenigstens etwas Aufmerksamkeit von ihren Eltern.

Früher hatte sie auch noch nicht Verstanden wie ihre Familie aufgestellt war. Ihr Vater war ihr Vater und ihre Mutter war ihre Mutter. Erst viel später fand sie heraus, wie falsch sie dabei lag. Jades Mutter war auch ihre Mutter, doch den Mann, den sie für ihr Vater hielt, war es nicht. Jeden Tag buhlte Jade um die Gunst ihres falschen Vaters, sehnte sich danach endlich von ihm Anerkannt zu werden, doch vergebens, es gab nur eine Sache der seiner Aufmerksamkeit würdig war. Und das war sein Unternehmen. Er war ein „Geli Slimo“, wie es Jade auf Huttisch später gelernt hatte. Der einzige, der ständig in ihrer Nähe war und mit dem sie immer über alles Reden konnte, war ihr Leibwächter Ragil. Jades Mutter hatte ihr mal erklärt, das er zur Verwandtschaft gehörte und sich um Jade kümmerte, da Jade nicht Verstand, das ihr Leibwächter den selben Nachnamen trug wie sie.

Kaum in der Küche der Messe angekommen, öffnete Jade die Kühleinheit in der die Lebensmittel für den nächsten Tag verstaut wurden und griff sich aus einem kleinen Fach eine Flasche.
Der kühle Schluck des Corellianischen Biers tat gut, als es in ihrer Kehle hinablief. Das trockene Gefühl in ihrem Mund war verschwunden, stattdessen schmeckte sie die leichten Gewürze, die dieser Sorte des Bieres beim Brauen beigemischt wurden.
Jade stand, mit ihrem Rücken angelehnt, an der großen Kühleinheit der in der Küche der Messe stand. Normalerweise kam niemand außer Buck, dem Messekoch, in diesen Bereich, abgesehen von seinen Mitarbeitern. Er hatte sich ein kleines Fach für seine privaten Getränke gesichert. Buck würde schon nichts dagegen haben, das sie sich daran bediente, den er wusste, das sie es war die ihm diese Sonderwaren besorgte.
Alkohol hatte auf dem kleinen Kreutzer, den die Männer und Frauen der 104. ihr Zuhause nannten, nichts zu suchen. Aber jeder wusste, das es hier und da geheime Verstecke gab, die Alkohol oder andere Sachen verbargen. So war es nun mal, wenn Schmuggler zu der Besatzung gehörten.

Warum bin ich nicht viel früher Mistrausch geworden wegen Ragil? Es waren auch manchmal seine Blicke, die Jade einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen ließ. Es war nichts böses, nein, auf keinen Fall. Aber es waren komische Blicke, Blicke die mehr zu seien schienen als für einen Leibwächter normal gewesen wäre, oder auch für einen Verwandten. Wenn sie gewusst hätte, das er ein Telbun war, sie hätte nicht sagen können wie sie sich hätte verhalten sollen. Wie man es auch drehte und wendete, er war ihr richtiger Vater. Aber das fand sie erst heraus, als es schon zu spät war. Die Familienbande der Kuat Oberschicht war schon etwas sehr spezielles.
Etwas, was Jade als abartig und widerwärtig empfand. Wie kann eine ganze Gesellschaft so egozentrisch sein und seine Nachkommen nicht selber zeugen? Nur um die Reinheit des Kuat Aristrohkatenblutes zu gewährleisten? Um keine verwässerten Familienbündnisse mit der mittel Schicht eingehen zu müssen? Das war einfach zu suspekt. Aber mit ihrem Namen hatte Jade auch eine Verpflichtung gegenüber ihrer Familie. Sie würde irgendwann das Unternehmen auf Kuat übernehmen müssen. Auch wenn ihr Pseudo Vater sie verstoßen und enterbt hatte. Den ihren Namen konnte er ihr nicht wegnehmen, und das zählte mehr auf Kuat als irgendetwas anderes.

Für den heutigen Tag war irgendwie die Luft raus und Jade wurde jetzt doch müde. Mit einem zerknirschten Gesichtsausdruck überlegte sie sich, ob sie sich noch etwas hinlegen sollte. In ein paar Stunden musste sie sich wieder um die Angelegenheiten der Aces kümmern und das würde anstrengend genug werden. Jade ließ ihren Kopf kurz resigniert sinken und stellte die halb leere Flasche auf einen Küchentisch.
Mit einem leisen knurren stieß sie sich von der Kühleinheit ab und trottete langsam zu ihrem Quartier. Insgeheim wusste sie , das es ein Fehler seien würde, wenn sie sich noch hinlegte, aber Jade war zu müde um sich jetzt noch Sorgen darüber zu machen. Ihr Schlafmangel machte sich bemerkbar, denn sie konnte sich nicht daran Erinnern, wie sie wieder zu ihrem Zimmer gekommen ist. Sie stand plötzlich vor ihrem Bett, das nun nicht mehr unbequem aussah, sondern sie einlud noch etwas zu schlafen. Jade ließ sich einfach der Länge nach auf ihr Bett fallen und schlief sofort ein, in der Hoffnung, jetzt ruhiger Schlafen zu können als ein paar Stunden zuvor.
 
Alt 16.06.2011, 13:58   #2
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AW: [Charaktergeschichte] Jade DeLounge

2. Erinnerung
Blauer Himmel.
So blau und so wunderschön, das es einen Blenden konnte. Nur vereinzelte kleine Wolken waren zu sehen, die langsam und bedächtig durch den Himmel wanderten. Eine laue Briese strich sanft über Jade´s Gesicht. Die Luft war geschwängert von dem betörenden Duft unzähliger Blumen und hinterließ eine wahre Geruchsexplosion in der kleinen Nase, die gierig versuchte alles in sich aufzunehmen.
Jade hatte ihre Augen geschlossen, denn so konnte sie viel intensiver den Geruch oder die Berührungen des weichen Grases spüren, in dem sie lag. Ihre Hand fuhr langsam über die obersten Spitzen des Grases und verursachte ein leichtes Kitzeln.
In der ferne war ganz schwach das zwitschern eines Vogelschwarms zu hören. Es war eine Melodie, die von Hunderten von Kehlen inziniert wurde. In Jade´s Gedanken sah sie den Schwarm, wie er in der Luft ihre Akrobatischen Kunststücke vollführten und dabei die wundervolle Melodie sangen.

Wenn Jade es nicht mehr aushalten konnte und von ihrem sinnlosen und langweiligen Leben die Nase voll hatte, kam sie einfach hierher, mitten in die Wildnis Kuats und genoss die Schönheit, die hier zu finden war. Das war das einzige, was an Kuat gut war. Die Natur war so wunderschön und ruhig, wie es sonst nirgends seien konnte. Dessen war Jade sich sicher, obwohl sie noch nie von Kuat weg war. Selbst die gigantischen Fabriken, die sich wie ein metallenes Band um den Planeten zogen, sahen von hier atemberaubend aus.
Es ging etwas magisches von der Natur aus, die hier auf diesem Planeten erschaffen wurde. Weite, saftig grüne Wiesen so weit das Auge sehen konnte, vollkommen durchsetzt von atemberaubenden Pflanzen aus vielen Teilen der Galaxis. Wie ein bunter, gut riechender Fleckenteppich zog sich die Landschaft bis in die Ferne. Dann und wann unterbrochen von kleinen Wäldern, Flüssen oder Seen, die von den goldenen Sonnenstrahlen in blendendem Licht gebadet wurden.
Kuat war einzigartig. Erschaffen von Terraformern, frei von wilden Bestien. Hier wurde ein Paradies erschaffen.

Jade seufzte leise. „Ragil?“ sagte sie leise und schaute leicht zwinkernd zur Seite, wo ein großer Mann still im weichen Glas lag, nicht unweit von Jade entfernt. „Ja?“ antwortete er leise.
Bedächtig schaute Jade wieder in den strahlend blauen Himmel. „Was liegt eigentlich hinter dem blauen Himmel?“
Ragil räusperte sich kurz und schaute nachdenklich nach oben. „Die weite Galaxis mit Tausenden von Planeten liegen hinter dem Himmel, Jade.“
Jade rümpfte ihre kleine Nase. „Das weiß ich auch Ragil. Ich meine, wie ist es da? Warst du da schon mal? Ich meine auf einem anderen Planeten?“ Ragil drehte sich auf seine Seite und schaute Jade an. „Dort liegen die Träume die man träumt. Und auch die Hoffnung, das man sie verwirklichen kann“ Nun drehte sich auch Jade zur Seite und schaute Ragil an. „Ich träume viel. Ich wünsche mir, das ich es schaffe und meine Träume dort finde. Irgendwann werde ich hinaus fliegen und sie suchen“
Ragil fing an leise zu lachen und seine Augen strahlten. „Tu das, kleine Jade. Dafür sind Träume ja auch da“. Sein Gesicht wurde aber nun ernst. „Aber du musst auch wissen, das dort auch etwas anderes liegt. Etwas dunkles, böses. Albträume, die versuchen werden dich daran zu hindern deine träume zu finden. Vor denen musst du dich vorsehen. Sie sind hinterhältig und listig, aber wenn du deine Hoffnung nicht verlierst, können sie dir nichts anhaben“.

„Träumt Papa eigentlich auch?“ wollte Jade wissen. Nachdenklich zuckte Ragil mit seinen Schultern. „Ich weiß es nicht, aber ich denke schon. Jeder träumt“.
„Aber von was träumt er? Ich träume jedenfalls davon, das Papa und Mama bald mehr Zeit für mich haben. Ich vermisse sie. Sie haben nie Zeit für mich“
„Weißt du Jade,“ begann Ragil „Deine Eltern sind sehr angesehene Leute und haben viele Verpflichtungen. Es gibt vieles um das sie sich kümmern müssen, deshalb haben sie so wenig Zeit“
„Das verstehe ich nicht. Für andere haben sie Zeit, nur für mich nicht? Bin ich denn nicht wichtig? Manchmal kommt es mir so vor, als wenn Mama und Papa mir aus dem Weg gehen, nur um sich nicht mit mir beschäftigen zu müssen“.
„Nein,“ beschwichtigte Ragil Jade „ da irrst du dich. Deine Eltern lieben dich. Besonders dein Papa, das weiß ich ganz sicher“.
Da war es wieder, dieser Blick. Immer, wenn Ragil von ihrem Vater und dessen Liebe zu Jade sprach, entstand dieser komische Blick. Aber so sehr Jade auch versuchte zu verstehen was damit im Zusammenhang stand, sie schaffte es einfach nicht dieses Rätsel zu lösen.
Das laute summen von Ragil´s Comlink unterbrach Jade´s Gedanken. Immer, wenn sie so nahe war, wurde sie unterbrochen, das war nicht fair.
„Komm Jade,“ sagte Ragil zu ihr „wir müssen zurück nach Hause. Dein Vater ist da und will mit dir sprechen“.
Jade sprang sofort auf und zerrte an Ragil´s Arm. „Komm schon, nicht so lahm. Papa will mit mir sprechen“
Die beiden gingen gut gelaunt zu dem kleinen Gleiter, der etwas abseits abgestellt war und flogen damit in Windeseile zurück zu dem Anwesen, wo Jade zuhause war.

Der Flug zurück zu dem Anwesen dauerte etwas, aber Jade und Ragil vertrieben sich ihre Zeit mit einem kleinen Spiel, was beide zusammen erfunden haben. Es hieß „Seh, den Drebin“. Es war ein ganz einfaches Spiel. Der, der zuerst einen Drebin entdeckte bekam einen Punkt. Wenn man 5 Punkte erreichte, hatte man gewonnen.
So war die Zeit schnell verflogen und Jade hatte es kaum bemerkt, das ihr Gleiter schon in die Straße einbog, die hoch zum Anwesen führte.
Ragil steuerte den kleinen Gleiter direkt vor die lange Treppe, die hoch zum Eingang führte. Voller Vorfreude stieg Jade aus dem Gleiter und rannte die Treppen nach oben. Ohne auch nur anzuhalten stürmte Jade durch die sich öffnende Tür und kam schlitternd im Foyer zum stehen. Niemand war zu sehen.
„Hallo?“ rief Jade und ihr Ruf wurde von den Wänden leicht wiedergegeben. Aber niemand antwortete ihr. Sauer verzog Jade das Gesicht. Sie war es nicht gewohnt, das keiner da war oder geschweige denn ihr keiner Antwortete.
Mit langsamen Schritten durchquerte sie das Foyer, in Richtung des Arbeitszimmer ihres Vaters.

Als Jade näher kam konnte sie laute Stimmen vernehmen. Es hörte sich so an, als ob jemand herumschrie. Als Jade in der Nähe der Tür zum Arbeitszimmer war, wurde sie abrupt aufgestoßen und ihre Mutter kam weinend heraus gestürmt. Ihr Gesicht in ihre Hände vergraben rannte sie an Jade vorbei ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen. Irgendetwas stimmt hier nicht. Langsam und mit einem verwirrten Gesichtsausdruck kam sie dem Zimmer ihre Vaters näher und konnte nun ihren Vater reden hören.
„Ja, ja. Ich weiß was zu tun ist. Das müssen sie mir nicht erklären. Ich kenne die Gesetze“. Anscheinend hatte er eine Holoübertragung mit jemanden, den Jade nicht kannte. „Dann wissen sie auch, was passiert wenn sie es nicht tun. Ich werde dafür Sorgen, das sie alles Verlieren. Ihr Unternehmen, ihr Geld und vor allem ihren Titel. Sie wären ein nichts“.
Jade verstand nicht, worum es ging, aber es hörte sich wichtig an.
„Ich verstehe. Ich werde bald mit ihr sprechen und mich um dieses Problem kümmern“ versprach ihr Vater, wobei seine Stimme einen zittrigen Unterton hatte und es Jade so vorkam, als ob ihr Vater vor diesen jemand kuschte. Jade schaute vorsichtig um die Ecke der Tür, um sehen zu können, mit wem ihr Vater sprach.
Jade konnte jetzt das Hologramm sehen. Es war ein Mann in einem prächtigen Gewand, mit einem komischen Hut. Auch wenn es nur ein Hologramm war, konnte man sehen, das dieser Mann es gewohnt war Autorität auszustrahlen.

„Nicht bald“ schrie der Unbekannte ihren Vater an. „Ich entscheide wann etwas gemacht wird. Ich bin der Kuat. Und ich sage Ihnen, wenn die Sache bis heute abend nicht bereinigt ist, werden sie morgen schon auf der Straße schlafen. Ist das klar?“ Jade´s Vater fuhr sich angestrengt über das Gesicht. „Ja, werter Kuat. Es ist klar. Ich werde mich um die Sache sofort kümmern“ säuselte ihr Vater dem Hologramm entgegen.
Abrupt wurde die Holoverbindung getrennt und das Bild des Mannes verschwand. Zurück blieb ihr Vater, dessen Gesicht hochrot angelaufen war. Vielleicht konnte Jade ihrem Vater helfen, ihn beruhigen. Auch wenn er nicht zeigte, das er sich viel um Jade sorgte, so konnte sie es ihm zeigen. Vielleicht würde dann ja alles gut gehen.
Mit einem langsamen Schritt kam Jade in das Arbeitszimmer und blieb stehen. „Papa?“ fragte Jade vorsichtig.
Ruckartig drehte sich Jade´s Vater um, sein Kopf war so rot wie eine reife Juma-Frucht und sein Blick durchbohrte sie regelrecht. Mit großen Schritten stürmte er auf sie zu und schlug dann mit voller Wucht seinen Handrücken in ihr Gesicht. Jade´s Kopf wurde ruckartig nach hinten gerissen und schlug dann gegen den Türrahmen. Benommen und völlig überrascht von diesem Ausbruch sackte Jade zusammen und hinterließ eine kleine Blutspur an dem Rahmen. Völlig geschockt starrte Jade ihren Vater an. Mit einer kräftigen Bewegung riss er Jade wieder hoch und schlug erneut zu, wobei er diesmal seine Faust benutzte. Ihr Gesicht explodierte bei der Gewalt des Schlages und Blut spritzte zu allen Seiten davon. Jade schrie verzweifelt und versuchte sich mit ihren kleinen Armen zu schützen, indem sie diese über ihren Kopf legte. Doch ihr Vater fand eine neue Stelle auf die er einschlagen konnte.

Ein Schatten erschien neben ihr und legte schützend seine Arme über ihren Kopf. Jade hatte keine Kraft mehr, denn der letzte Schlag ihres Vaters hatte ihr die Luft aus ihrem Brustkorb getrieben. Ihre Schreie waren vergangen, zurück blieb nur ein gequältes wimmern. „Was machen sie denn da?“ schrie Ragil ihren Vater an. „Sind sie völlig von Sinnen?“
„Zur Seite, du Stück Mittelklasse Dreck. Das geht dich nichts an“ schrie ihr Vater zurück. „Das undankbare Gör hat es nicht anders Verdient. Für ihre Taten muss sie bezahlen, so ist das Gesetz“.
„Ich hab doch gar nichts gemacht Papa“ wimmerte Jade aus Ragil´s Deckung und schaute ihren Vater dabei mit rotunterlaufenden Augen an. Ihr Gesicht begann schon anzuschwellen und gaben ihr ein geschundenes Aussehen.
„Nenn mich nicht Papa, du Missgeburt“ schrie er Jade an. „Verraten hast du mich. Bloßgestellt vor dem Kuat. Dafür wirst du bezahlen“ Er versuchte an Ragil vorbeizukommen, doch dieser stemmte sich in seinen Weg.
„Was hat sie denn schlimmes getan, das sie diese Misshandlung verdient hat“ wollte Ragil wissen, um Jade irgendwie helfen zu können. „Was sie gemacht hat? Sie hat sich mit ihrem neuen Terminal, was ihre Mutter ihr geschenkt hat in mein Firmennetzwerk gehackt und dann weiter in das Sicherheitsnetzwerk der KDY. Und wenn das nicht schon genug wäre, hat sie sich unerlaubt Zugang zu den geheimen Konstruktionsplänen der Werft verschafft. Meintest du etwa, das dass nicht auffällt? Oder das dass keine Konsequenzen hat? Die Werfteigner haben den Weg zurückverfolgt, bis hier in mein Anwesen. Sie haben mich der Spionage beschuldigt“
„Ich wollte doch nur mal wissen was du so arbeitest. Das hat mich interessiert und du erzählst mir nie etwas davon“ weinte Jade bitterlich. „Das habe ich nicht gewollt“.
„Du hast es aber getan, du Miststück. Wie steh ich jetzt dar. Der Kuat von Kuat hat sich bei mir gemeldet und mir extreme Konsequenzen angedroht. Er weiß, das es dein Terminal war, von wo aus der Zugriff stattfand. Das Gesetzt ist klar und deutlich, Spione erhalten den Tod“.

Jade fing an wie am Spieß zu schreien. „Das können sie nicht machen, Sir. Sie ist eure Tochter“ entgegnete Ragil.
Jade´s Vater fing an höhnisch zu Lachen. „Sag du mir nicht was ich alles kann“.
Mit großen Schritten ging er zu seinem Schreibtisch und öffnete eine Schublade. Mit einem Griff nahm er einen Blaster heraus und richtete ihn auf Jade. „Kannst du dir im entferntesten Vorstellen, wie ich jetzt vor den anderen Adeligen da stehe. Ich habe mein Gesicht und meine Glaubwürdigkeit verloren und nicht nur das, der Kuat enteignet meine Familie und erkennt unseren Titel ab. Alles wofür meine Familie über Generationen gearbeitet hat, soll mit einem Schlag umsonst gewesen sein? Nur weil ein Bastardkind scheiße gebaut hat? Oh nein, das lasse ich nicht zu.“
„Aber Papa ......“
„Sei Ruhig“ schrie er Jade an, sein Kopf war nun bis zum bersten angespannt. „Ich bin nicht dein Vater. Du bist ein Bastardkind. Niemals würde ich eine solche Missgeburt zeugen“ Verwirrt und erschrocken starrte Jade ihren Vater an, der doch nicht ihr Vater war. Was war hier überhaupt los? Jade´s Kopf drehte sich, alles darin vermischte sich zu einer Mixtur aus Irritation und Verständnislosigkeit. „Wie können wir diese Sache klären, Sir? Es muss doch einen Weg geben?“ bettelte Ragil und seine Stimme versagte halb. „Es gibt nur einen Weg“ erklärte Jade´s Vater in einem bösartigen Unterton. „Jade muss sterben. Sie verdient den Tod“.
 
Alt 16.06.2011, 18:55   #3
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AW: [Charaktergeschichte] Jade DeLounge

Zwei sehr unterschiedliche Geschichten, die Spass machen zu lesen. Dafür schonmal einen Dank.
Die Gedanken einer schlaflosen Nacht, finde ich eine sehr gute Wahl um deinen Char näher zu beschreiben, wobei du dich ein wenig zu sehr in unwichtigen Details verlierst. Die Geschichte der Aces ist zwar auch eine interessante, aber eine andere. Das würde ich streichen oder nur kurz anschneiden. Jade ist der Protagonist und sie agiert mir zu wenig.
Sie holt sich ja im Grunde nur ein Bier (musste mir direkt auch eines holen, so gut und lecker hast du es beschrieben^^). Sie hätte vielleicht einen längeren Weg durchs Schiff gehn und eine typische kurze Situation für ihre Person erleben können. Ein kurzes Streitgespräch oder Flirt z.B...
Ich mag deine wundervoll bildhaften Beschreibungen und kleinen Details der Umwelt. Da punktest du besonders in der zweiten Geschichte. Einfach toll zu lesen und die spannende Wendung tut ihr Übriges.

MfG zenator
 
Alt 17.06.2011, 07:32   #4
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Alt 17.06.2011, 07:34   #5
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Alt 17.06.2011, 07:34   #6
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Alt 17.06.2011, 07:35   #7
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Alt 17.06.2011, 07:35   #8
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Alt 17.06.2011, 07:36   #9
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