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Alt 18.11.2011, 10:57   #1
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Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Als ich eben das Karstadt Prospekt aufgeschlagen hab, hats mich fast vom Stuhl gehauen.
Lego war ja schon immer teuer, aber das....das Shuttle Tydirium als Lego Bausatz: 259,- Euro.
Dem Fass den Boden schlägt aber ein aufgeschnittener Todesstern aus: Das Ding
hat zwar mehrere Ebenen und Spielfiguren, ist aber nicht sonderlich groß (schätze den Durchmesser mal auf so 30 cm (Edit: es sind 42 cm, nach Recherche im Netz^^))...419,- Euro. Über 800 DM!

Ich erinnere mich als ich noch klein war, da lag das teuerste Zeug von Lego bei höchstens 200 DM.
Und als Modellbauer würde ich für 400 Euro ein riesiges, originalgetreues Modell bekommen, das vermutlich sogar noch beleuchtet ist.

Wer gibt also 400 Euro für Kinderspielzeug aus?
Oder ist Lego nur im Star Wars Rausch und erhofft sich durch das in einem Monat erscheinende MMORPG einen Hype auf dem Spielzeugsektor?

Würdet ihr euren Kindern sowas kaufen, einen Legobausatz für 400 Euro? Oder gar für euch selbst, nur weils Star Wars ist?
 
Alt 18.11.2011, 11:00   #2
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Natürlich würde ich so etwas nicht kaufen, da zahlt man ja zu mindestens 50% den Namen mit. Denk aber nicht dass es etwas mit SWTOR zu tun hat.
 
Alt 18.11.2011, 11:01   #3
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Da bau ich mir doch eher alles selber. Soviel Lego wie ich noch habe
Nee das ist schon zu teuer geworden. Hatte mal darüber nachgedacht, aber ... ist mir doch zuviel Asche!
 
Alt 18.11.2011, 11:03   #4
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

ist mir auch schon aufgefallen, daß Lego einen riesen SW Bereich hat, gibt da wirklich fast alles

und die Preise sind intergalaktisch

sollten meine Kinder daran mal gefallen finden, boykottiere ich das. Da geht es einfach ums Prinzip bei mir. 150 EUR für ein Mini Ship
 
Alt 18.11.2011, 11:06   #5
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Das Verhältniß muss gegeben sein,

400€ Für ein tolles LEGO Spielzeug ? Klar, wenn es keine Alternativen gibt - warum nicht? Was mich an Lego als Kind fasziniert hat, waren die Steine an sich, mit denen ich das Capt. Future Schiff (die Komet?) nachgebaut hatte und und und...die Dinger die auf der Verpackung waren (wie Mondbasen z.B.) hatte ich immer 1x gebaut, auseinander gebastelt und dann was eigenes draus gemacht.

Darum, die Steine sind der Hit, lieber kaufe ich meinem Kid die Steine und sehe zu wie er aus seiner Kreativität den Todesstern nachbaut, als das Set zu kaufen und ihn nach Bauplan 1-2-3-4 fertig nachbauen zu lassen. Ich hoffe das war verständlich
 
Alt 18.11.2011, 11:22   #6
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Zitat:
Zitat von Kustho
Ich hoffe das war verständlich
Ja war es^^
Grundsätzlich habe ich auch kein Problem mit teurem Spielzeug, aber es muss eben was geboten werden, was in diesem Fall (zumindest für mich) nicht der Fall ist.

Ich hab hier mal das Angebot rausgesucht, damit man besser sieht wie spärlich das ist was man für 400 Öcken bekommt:

Lego Todesstern
 
Alt 18.11.2011, 11:26   #7
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Für normalsterbliche Eltern gibt es bei den Preisen für Lego eigentlich nur die Möglichkeit auf dem Flohmarkt oder sonstigen Gebrauchtwarenmärkten zuzuschlagen.
Da kann man den ganzen Kram mitunter deutlich preiswerter abstauben.
 
Alt 18.11.2011, 11:33   #8
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Es gibt drei Arten der LEGO Star Wars Reihe:

Die zum Spielen für die Kinder, normale Grösse nicht so realitätsgetreu

Die zum Aufstellen für grössere Kinder, bisschen grösser als die zum Spielen
Haben eine fünfstellige Nummer beginnend mit 10xxx

Die riesiegen Realitätsgetreustesten Modelle welche weder gut anzuheben noch zu spielen ist. Die haben auch einen intergalaktischen Preis und zigtausend Teile.

ps: pro Legostein kannst du mit 20 Cent rechnen.

hier noch ein link vom Millenium Falcon:
http://www.amazon.de/LEGO-Star-Wars-.../dp/B0017V21EY
 
Alt 18.11.2011, 11:43   #9
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Zitat:
Zitat von Agonythy
Lego war ja schon immer teuer
es kann ja mal jemand durchrechnen, aber ich denke nicht, dass die sondermodelle, die immer schon sehr teuer waren, heute teurer sind, als damals. wahrscheinlich sogar günstiger.

Zitat:
Zitat von Agonythy
Oder ist Lego nur im Star Wars Rausch und erhofft sich durch das in einem Monat erscheinende MMORPG einen Hype auf dem Spielzeugsektor?
die star wars serien bei lego gibt es schon sehr lange.

nur interessehalber: was kriegst du von lego für diesen beitrag hier?
 
Alt 18.11.2011, 12:27   #10
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Einerseits ist es richtig, dass es Bausätze gibt, die verdammt teuer sind und eher wohl sehr selten gekauft werden ( - eigentlich eher von Erwachsenen gekauft werden, die sich ihr "kindsein" bewahrt haben). Ehrlich gesagt, finde ich diese auch zu teuer.

Andererseits muss man beachten, dass dabei nicht unerhebliche Lizenzforderungen - wie bei allem, wo GL dahinter ist - im Raum stehen. Ein weiteres Beispiel dürfte dafür die "Fluch der Karibik" - Serie von Lego sein. Ich denke, dass bei sowas locker 25-50% für Lizenzen drin sind.

Was allerdings nicht stimmt, ist dass ein Legoteil auf rund 20ct kommt. Der Schnitt, auch wenn es teuer genug ist, liegt je nach Modell bei rund 9-10ct.

Im übrigen: ja - ich schenke meinen Kinder Lego-Starwars, schon seit Jahren.
Weil ich es immer noch besser finde, als den ganzen Animé-Kommerz und meine Kinder selten die Bausätze am Stück lassen, sondern eher neue Raumschiffe kreieren.

(Und weil ich es schön finde, wenn man mit so einem Modell auch mal ein Stück Kindheit in den Händen hält )
 
Alt 18.11.2011, 15:14   #11
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Sowas wie Lego ist toll. Weil es die Kreativität fördert. Siehe:

Zitat:
Zitat von Kustho
[...] Was mich an Lego als Kind fasziniert hat, waren die Steine an sich, mit denen ich das Capt. Future Schiff (die Komet?) nachgebaut hatte und und und...die Dinger die auf der Verpackung waren (wie Mondbasen z.B.) hatte ich immer 1x gebaut, auseinander gebastelt und dann was eigenes draus gemacht. [...]
800 DM (lach) / 400 EUR für einen bestimmten Bausatz läßt uns natürlich an den Kopf fassen. Weil wir da aus unserer Warte des kleinen Kosumenten und Hausmannes /-frau rangehen. Für die meisten sprengt sowas komplett die Haushaltskasse. Wie kommen dann solche Preise zustande? Wer soll denn sowas bezahlen?

Die Antwort, es ziele auf erwachsene Sammler und Fans ab, ist schon mal nicht schlecht und trifft erstmal ins Schwarze: Lego produziert auch Luxusartikel. Das kann man so stehen lassen. Vielleicht kann man sich als einfacher Facharbeiter irgendwie schon vorstellen, daß jemand für sein Hobby Geld zur Seite legt und irgendwann 400 Euro für Spielzeug auf den Ladentisch legt. Schon gleich unterhalb der oberen Mittelschicht kann man das nur noch schwer begreifen.

Das Phänomen der Marktsegmentierung spiegelt die Entwicklung in der Einkommensverteilung. Wenn es früher hieß: Ein Lego-Luxusartikel kostet 200,- DM und ein durchschnittlicher Facharbeiter muß dafür X Prozent seines Einkommens aufwenden, um es seinem Sohnemann zu Weihnachten zu schenken, heißt es heute: Er muß 4 * X Prozent dafür aufwenden. Also vier mal so viel. Und dabei handelt es sich nur sehr am Rande um ein Inflationsphänomen. Wie kann sich der Mann, die Frau auf der Straße das also erklären?

Erstmal faßt man sich bei einem astronomischen Preis für Spielzeug an den Kopf. Es mag zwar einige erwachsene Sammmler unter den Käufern geben, aber sicher nicht nur. Das Zeug geht auch an viele Kinder reicher Eltern. Leisten können sich das nur die Menschen, die in günstigsten Verteilungspositionen gelandet sind. Und weil an diese Verteilungspositionen über die Jahre immer mehr Geld ausgeschüttet wird, reagieren die Unternehmen darauf mit einer ganz natürlichen Logik, um dieses Geld abzugreifen.

Auch wenn jedem die Logik im Grunde klar ist, kann man sich das Ganze mal aus einer höheren Warte ansehen. Was ist das im Grunde für eine Logik?
Die Logik ist, sich an möglichst günstigen Stellen des Verteilungsflusses zu positionieren. Das gilt für alle Teilnehmer des Verteilungsflusses. Nicht nur für Unternehmen. Auch für dich. Jeder möchte eine gute Position, erstmal für die materielle Grundsicherung, dann Gesundheit, später für den besseren Lebensstil, Urlaub und schließlich für die Luxusartikel. Je nachdem, an welcher Position des Verteilungsflusses ein Teilnehmer landet, fließen ihm/ihr diese Dinge zu. Einigen fließt sehr wenig zu, anderen sehr viel. Es kommt darauf an, wo man landet.

Unternehmen wollen sich natürlich an den dicksten Pfründen des Stroms, dort, wo die dicksten Lachse aus dem Wasser springen, postieren. Eine gute Positionen gibt natürlich niemand freiwillig auf - im Gegenteil, es gilt immer: das Streben nach einer noch besseren Positionierung. Es ist also ein gegenseitiger Kampf um die besten Positionen im Verteilungsstrom: ein Verteilungskampf. Einige sind vom Verteilungskampf stärker ausgenommen, wie Beamte, oder Konzerne mit Monopolstellung. Eine langjährige Angestellte einer Bibliothek muß vielleicht weit weniger kämpfen als ein freiberuflicher Journalist oder jemand aus der Generation Praktikum. Aber es gilt: Diese Logik ist allumfassend und bestimmt nicht nur das Denken, sondern dann auch das Sein jedes Teilnehmers. Drück einem jungen Menschen Hausbesitz in die Hand und besuch ihn 10 Jahre später. In den meisten Fällen wird jeder Idealismus und jede Strebung, sich von der Verwertungslogik abzugrenzen, verschwunden sein. Geld bringen die Mieter mit den besten Positionen; die alleinstehende Mutter von 3 Kindern mit Geld vom Amt aber nicht.

Was wird nun eigentlich verteilt? In einem Dorf von vor tausenden von Jahren kann das verteilt werden, was alle Bewohner am Tag erarbeitet haben. Im Grunde hat sich das nicht verändert. Verteilt werden kann, was erwirtschaftet wurde. Und zwar die Güter und Dienstleistungen von jedem arbeitenden Bewohner. Ob Friseur, Bäcker oder den KfZ-Mechanikern einer Autowerkstatt. Es ist das täglich Erarbeitete, was der Gemeinschaft zusammen zur Verfügung steht und was sie nutzen kann. Ein weiterer Verteilungsfaktor ist die Umwelt: Wir nehmen uns natürlichen Ressourcen, um sie zu verteilen, oder, um damit etwas zu erzeugen und es auf diese Weise zu verteilen.

Die tägliche Arbeit wird mit Zahlen bewertet und auf Scheine gedruckt. Diese Abstraktion ist nötig, weil wir nicht mehr die Grenzen eines Dorfes haben und wir uns mit dieser hilfreichen Abstraktion mit anderen Dörfen vernetzen können. Damit können wir die Gemeinschaft, die zusammen etwas erzeugt, vergrößern. Leider haben alle tollen Systeme ihren Preis: mit ihrer Mächtigkeit bringen sie Komplexität mit sich, die gemeistert werden will. Es entstehen neue Fragen, die gute Antworten brauchen. Wer bestimmt, welchen Wert das Geleistete eines einzelnen für die Gemeinschaft hat? Die Frage wird bis heute mit einem sehr einfachen Satz beantwortet: Der Wert deiner täglichen Leistung wird ihm dadurch gegeben, daß andere das haben wollen und nachfragen. Der Sinn des Geleisteten ändert sich also von der ursprünglichen lokalen Nutzung und wird zu einem Angebot in einer größeren komplexeren Gemeinschaft. Diese Lösung, das Zusammenkommen eines Angebotes und einer Nachfrage - der Markt - , definiert ab jetzt den Wert des Geleisteten. Deine tägliche Arbeit bekommt nicht dadurch einen Wert, daß sie konkret nutzbar ist, sondern dadurch, daß sie irgendwo nachgefragt wird. Jetzt kann man sagen, daß ja auch das dann letzlich genutzt wird - nur an einem anderen Ort. Das stimmt. Wesentlich ist aber die Verschiebung des Wertes von der Nutzung auf die Nachfrage. Eine Dienstleistung, etwas Erzeugtes, etwas Geerntetes wird nicht mehr dadurch wertvoll, daß es einen unmittelbaren Nutzen hat, sondern dadurch, daß irgend jemand das nachfragt.

Wenn ihr jetzt sagt, daß das doch ganz natürlich sei, dann stimmt das einerseits. Andererseits bringt jede Abstraktion weg von realen und natürlichen Vorgängen neue Probleme. Probleme, die wir bis heute nicht gelöst haben. Abstraktionen sind nötig, weil wir in einer komplexen Gemeinschaft leben. Andererseits müssen Abstraktionen immer auf real-wirtschaftliche Vorgänge zurückgeführt werden können. Und das System, das wir erfunden haben, tut das nicht. Und zwar schon sehr lange nicht mehr. Seit 2008 kann auch unsere Generation das wieder entdecken. Sogar der berühmte "kleine Mann" kann das mitterweile sehen.

Es wäre schön, wenn wir nur mit dem Finger auf eine einzelne Stelle des Systems verweisen könnten. Dann wäre die gesellschaftliche Aufgabe, die vor uns steht, einfach. Zur Zeit zeigen wir zu Recht auf das Banken- und Finanzsystem, das ein Eigenleben mit eigener Dynamik entwickelt hat und schon seit mindestens 200 Jahren aus den Fugen geraten ist. Aber so bequem können wir uns das leider nicht machen. Unser ganzes Zusammenleben, unser gemeinschaftliches Wirken, vom Fachangestellten bis zum Bäcker, ist durchzogen von der gleichen Systemlogik. Die Leistung des einen werden zu Kosten des anderen; ersterer möchte die Leistung des anderen abwerten. Es führt zur Erodierung eines gemeinschaftlichen Geistes. Der solidarische Gesinnung wird in der Verwertungslogik ganz natürlich im Verteilungskampf geopfert - am Ende steht die atomisierte Gesellschaft: ich sehe in dir nur noch den Konkurrenten; jeder gegen jeden.

Solange das nur eine Einflußgröße unter vielen ist, kann so etwas einigermaßen in Balance gehalten werden. Noch bis in die 80er Jahre wurde das durch die vielgescholtenen Sozialsysteme in Deutschland und Europa abgefedert. Langfristig ging es politisch aber auf den Weg, auf den unsere führende Wirtschaftsmacht und Leitkultur - die USA - gezeigt haben. Seit Jahrtausenden gilt: Wenn ein Trabantenland in seine Zukunft schauen möchte, muß es sich sein Führungsland angucken. "Das wird in Rom jetzt so gemacht", hieß es vor 2000 Jahren. Wenn eure Kinder zukünftig 3 Jobs brauchen, um über die Runden zu kommen, schaut euch die USA der 70er Jahre (bis heute) an.

Der Verteilungskampf fördert Eliten. Er ist zum Schaden der gesamten Gemeinschaft; ausgenommen derjenigen, die sich aus ihr verabschiedet haben und genau von dieser Logik profitieren. 400,- Euro für ein Spielzeug kann sich eine kleinere Gruppe leisten. Und diese Preise werden eher nach oben gehen, weil nicht die Leistung, sondern die Position im Verteilungsfluß dieser Gruppe einen immer größeren Anteil des gemeinschaftlich Erwirtschafteten in die Taschen spülen wird. Viel Geld, daß ausgegeben werden will.

400,- Euro für ein Spielzeug. Die meisten Menschen auf diesem Planeten leben von 1,- EUR am Tag! (Nagelt mich nicht auf genaue Zahlen fest - die habe ich nicht parat; müßt ihr selber nachgucken.) Hier in Hamburg zahlen Leute ohne Wimpernzucken 70,- Euro für eine 0,75 L Wasserflasche, während man auf der Flaniermeile gesehen werden will. Letztens habe ich einen lustigen Vorschlag gehört: das Wort "Vermögen" umzubenennen in das Wort "Selbst-Erarbeitetes". Das würde wirklich häufig zu Lachanfällen führen.

In dem Maße, in dem günstige Positionen im Verteilungsfluß zu irrational hohen Einkommen führen, verlieren diejenigen ihren Anteil am gesamtgesellschaftlich Erzeugten, deren täglich Geleistetes nicht nachgefragt wird. Statt des solidarischen Wirtschaftens fördern die Vorgaben unseres Systems, daß einige Menschen versuchen, andere aus dem Fluß der Verteilung herauszudrängen. Der Zufluß auf eine Persongruppe braucht und bedingt den Abfluß von einer anderen Gruppe. Ganz logisch.

Damit das alles weiterhin so laufen kann und trotzdem bei allen einigermaßen Zustimmung findet, braucht es einige Illusionen.
- die Illusion, daß jeder hier unbegrenzt reich werden kann
- die Illusion, daß wir unterschiedlich Ziele verfolgen würden, daß Wirtschaften nur in einem Konkurrenzkampf möglich sei
- die Illusion, der Gewinn des einen bräuchte nicht den Verlust des anderen
- die Illusion, angehäufter Reichtum auf eine kleine Gruppe wäre folgenlos für die restlichen 90%
- die Illusion der Knappheit
und noch viele weitere.

Vielleicht teilen einige diese Sicht. Dazu muß man auch nicht Marx gelesen haben. Die meisten haben aber sicher eine andere Sicht. Ich hoffe, es war für einige trotzdem eine nette Abendunterhaltung.
 
Alt 18.11.2011, 15:35   #12
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Das fand ich gerade putzig
Japanische Comicfiguren und co. als Kommerz abstempeln (der größte Teil der gesamten Produktion richtet sich übrigens nicht an Kinder) und Lego.....nicht. Lego ist auch nur eine Marke, hinter der eine Firma steht die ordentlich Kohle jedes Weihnachten kassieren will und im Grunde eine ganz andere Sparte an Spielzeug bedient (nämlich Sachen aus Einzelteilen bauen).

Hätte ich Kinder, würde ich ihnen möglichst das schenken was sie sich gut überlegt gewünscht haben. Aber auch mir käme dieser Luxustodesstern nicht untern Baum, der Preis steht in keinem Verhältnis!
 
Alt 18.11.2011, 15:46   #13
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Lego Todrsstern: 500€. Wär der nich so teuer hät ich ihn gekauft :-(
 
Alt 18.11.2011, 15:48   #14
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Ach das geht doch noch.

Sucht doch bei Amazon mal nach dem Lego Sternenzerstörer 10030
 
Alt 18.11.2011, 17:12   #15
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Zitat:
Zitat von Bastilla
Sowas wie Lego ist toll. Weil es die Kreativität fördert. Siehe:



800 DM (lach) / 400 EUR für einen bestimmten Bausatz läßt uns natürlich an den Kopf fassen. Weil wir da aus unserer Warte des kleinen Kosumenten und Hausmannes /-frau rangehen. Für die meisten sprengt sowas komplett die Haushaltskasse. Wie kommen dann solche Preise zustande? Wer soll denn sowas bezahlen?

Die Antwort, es ziele auf erwachsene Sammler und Fans ab, ist schon mal nicht schlecht und trifft erstmal ins Schwarze: Lego produziert auch Luxusartikel. Das kann man so stehen lassen. Vielleicht kann man sich als einfacher Facharbeiter irgendwie schon vorstellen, daß jemand für sein Hobby Geld zur Seite legt und irgendwann 400 Euro für Spielzeug auf den Ladentisch legt. Schon gleich unterhalb der oberen Mittelschicht kann man das nur noch schwer begreifen.

Das Phänomen der Marktsegmentierung spiegelt die Entwicklung in der Einkommensverteilung. Wenn es früher hieß: Ein Lego-Luxusartikel kostet 200,- DM und ein durchschnittlicher Facharbeiter muß dafür X Prozent seines Einkommens aufwenden, um es seinem Sohnemann zu Weihnachten zu schenken, heißt es heute: Er muß 4 * X Prozent dafür aufwenden. Also vier mal so viel. Und dabei handelt es sich nur sehr am Rande um ein Inflationsphänomen. Wie kann sich der Mann, die Frau auf der Straße das also erklären?

Erstmal faßt man sich bei einem astronomischen Preis für Spielzeug an den Kopf. Es mag zwar einige erwachsene Sammmler unter den Käufern geben, aber sicher nicht nur. Das Zeug geht auch an viele Kinder reicher Eltern. Leisten können sich das nur die Menschen, die in günstigsten Verteilungspositionen gelandet sind. Und weil an diese Verteilungspositionen über die Jahre immer mehr Geld ausgeschüttet wird, reagieren die Unternehmen darauf mit einer ganz natürlichen Logik, um dieses Geld abzugreifen.

Auch wenn jedem die Logik im Grunde klar ist, kann man sich das Ganze mal aus einer höheren Warte ansehen. Was ist das im Grunde für eine Logik?
Die Logik ist, sich an möglichst günstigen Stellen des Verteilungsflusses zu positionieren. Das gilt für alle Teilnehmer des Verteilungsflusses. Nicht nur für Unternehmen. Auch für dich. Jeder möchte eine gute Position, erstmal für die materielle Grundsicherung, dann Gesundheit, später für den besseren Lebensstil, Urlaub und schließlich für die Luxusartikel. Je nachdem, an welcher Position des Verteilungsflusses ein Teilnehmer landet, fließen ihm/ihr diese Dinge zu. Einigen fließt sehr wenig zu, anderen sehr viel. Es kommt darauf an, wo man landet.

Unternehmen wollen sich natürlich an den dicksten Pfründen des Stroms, dort, wo die dicksten Lachse aus dem Wasser springen, postieren. Eine gute Positionen gibt natürlich niemand freiwillig auf - im Gegenteil, es gilt immer: das Streben nach einer noch besseren Positionierung. Es ist also ein gegenseitiger Kampf um die besten Positionen im Verteilungsstrom: ein Verteilungskampf. Einige sind vom Verteilungskampf stärker ausgenommen, wie Beamte, oder Konzerne mit Monopolstellung. Eine langjährige Angestellte einer Bibliothek muß vielleicht weit weniger kämpfen als ein freiberuflicher Journalist oder jemand aus der Generation Praktikum. Aber es gilt: Diese Logik ist allumfassend und bestimmt nicht nur das Denken, sondern dann auch das Sein jedes Teilnehmers. Drück einem jungen Menschen Hausbesitz in die Hand und besuch ihn 10 Jahre später. In den meisten Fällen wird jeder Idealismus und jede Strebung, sich von der Verwertungslogik abzugrenzen, verschwunden sein. Geld bringen die Mieter mit den besten Positionen; die alleinstehende Mutter von 3 Kindern mit Geld vom Amt aber nicht.

Was wird nun eigentlich verteilt? In einem Dorf von vor tausenden von Jahren kann das verteilt werden, was alle Bewohner am Tag erarbeitet haben. Im Grunde hat sich das nicht verändert. Verteilt werden kann, was erwirtschaftet wurde. Und zwar die Güter und Dienstleistungen von jedem arbeitenden Bewohner. Ob Friseur, Bäcker oder den KfZ-Mechanikern einer Autowerkstatt. Es ist das täglich Erarbeitete, was der Gemeinschaft zusammen zur Verfügung steht und was sie nutzen kann. Ein weiterer Verteilungsfaktor ist die Umwelt: Wir nehmen uns natürlichen Ressourcen, um sie zu verteilen, oder, um damit etwas zu erzeugen und es auf diese Weise zu verteilen.

Die tägliche Arbeit wird mit Zahlen bewertet und auf Scheine gedruckt. Diese Abstraktion ist nötig, weil wir nicht mehr die Grenzen eines Dorfes haben und wir uns mit dieser hilfreichen Abstraktion mit anderen Dörfen vernetzen können. Damit können wir die Gemeinschaft, die zusammen etwas erzeugt, vergrößern. Leider haben alle tollen Systeme ihren Preis: mit ihrer Mächtigkeit bringen sie Komplexität mit sich, die gemeistert werden will. Es entstehen neue Fragen, die gute Antworten brauchen. Wer bestimmt, welchen Wert das Geleistete eines einzelnen für die Gemeinschaft hat? Die Frage wird bis heute mit einem sehr einfachen Satz beantwortet: Der Wert deiner täglichen Leistung wird ihm dadurch gegeben, daß andere das haben wollen und nachfragen. Der Sinn des Geleisteten ändert sich also von der ursprünglichen lokalen Nutzung und wird zu einem Angebot in einer größeren komplexeren Gemeinschaft. Diese Lösung, das Zusammenkommen eines Angebotes und einer Nachfrage - der Markt - , definiert ab jetzt den Wert des Geleisteten. Deine tägliche Arbeit bekommt nicht dadurch einen Wert, daß sie konkret nutzbar ist, sondern dadurch, daß sie irgendwo nachgefragt wird. Jetzt kann man sagen, daß ja auch das dann letzlich genutzt wird - nur an einem anderen Ort. Das stimmt. Wesentlich ist aber die Verschiebung des Wertes von der Nutzung auf die Nachfrage. Eine Dienstleistung, etwas Erzeugtes, etwas Geerntetes wird nicht mehr dadurch wertvoll, daß es einen unmittelbaren Nutzen hat, sondern dadurch, daß irgend jemand das nachfragt.

Wenn ihr jetzt sagt, daß das doch ganz natürlich sei, dann stimmt das einerseits. Andererseits bringt jede Abstraktion weg von realen und natürlichen Vorgängen neue Probleme. Probleme, die wir bis heute nicht gelöst haben. Abstraktionen sind nötig, weil wir in einer komplexen Gemeinschaft leben. Andererseits müssen Abstraktionen immer auf real-wirtschaftliche Vorgänge zurückgeführt werden können. Und das System, das wir erfunden haben, tut das nicht. Und zwar schon sehr lange nicht mehr. Seit 2008 kann auch unsere Generation das wieder entdecken. Sogar der berühmte "kleine Mann" kann das mitterweile sehen.

Es wäre schön, wenn wir nur mit dem Finger auf eine einzelne Stelle des Systems verweisen könnten. Dann wäre die gesellschaftliche Aufgabe, die vor uns steht, einfach. Zur Zeit zeigen wir zu Recht auf das Banken- und Finanzsystem, das ein Eigenleben mit eigener Dynamik entwickelt hat und schon seit mindestens 200 Jahren aus den Fugen geraten ist. Aber so bequem können wir uns das leider nicht machen. Unser ganzes Zusammenleben, unser gemeinschaftliches Wirken, vom Fachangestellten bis zum Bäcker, ist durchzogen von der gleichen Systemlogik. Die Leistung des einen werden zu Kosten des anderen; ersterer möchte die Leistung des anderen abwerten. Es führt zur Erodierung eines gemeinschaftlichen Geistes. Der solidarische Gesinnung wird in der Verwertungslogik ganz natürlich im Verteilungskampf geopfert - am Ende steht die atomisierte Gesellschaft: ich sehe in dir nur noch den Konkurrenten; jeder gegen jeden.

Solange das nur eine Einflußgröße unter vielen ist, kann so etwas einigermaßen in Balance gehalten werden. Noch bis in die 80er Jahre wurde das durch die vielgescholtenen Sozialsysteme in Deutschland und Europa abgefedert. Langfristig ging es politisch aber auf den Weg, auf den unsere führende Wirtschaftsmacht und Leitkultur - die USA - gezeigt haben. Seit Jahrtausenden gilt: Wenn ein Trabantenland in seine Zukunft schauen möchte, muß es sich sein Führungsland angucken. "Das wird in Rom jetzt so gemacht", hieß es vor 2000 Jahren. Wenn eure Kinder zukünftig 3 Jobs brauchen, um über die Runden zu kommen, schaut euch die USA der 70er Jahre (bis heute) an.

Der Verteilungskampf fördert Eliten. Er ist zum Schaden der gesamten Gemeinschaft; ausgenommen derjenigen, die sich aus ihr verabschiedet haben und genau von dieser Logik profitieren. 400,- Euro für ein Spielzeug kann sich eine kleinere Gruppe leisten. Und diese Preise werden eher nach oben gehen, weil nicht die Leistung, sondern die Position im Verteilungsfluß dieser Gruppe einen immer größeren Anteil des gemeinschaftlich Erwirtschafteten in die Taschen spülen wird. Viel Geld, daß ausgegeben werden will.

400,- Euro für ein Spielzeug. Die meisten Menschen auf diesem Planeten leben von 1,- EUR am Tag! (Nagelt mich nicht auf genaue Zahlen fest - die habe ich nicht parat; müßt ihr selber nachgucken.) Hier in Hamburg zahlen Leute ohne Wimpernzucken 70,- Euro für eine 0,75 L Wasserflasche, während man auf der Flaniermeile gesehen werden will. Letztens habe ich einen lustigen Vorschlag gehört: das Wort "Vermögen" umzubenennen in das Wort "Selbst-Erarbeitetes". Das würde wirklich häufig zu Lachanfällen führen.

In dem Maße, in dem günstige Positionen im Verteilungsfluß zu irrational hohen Einkommen führen, verlieren diejenigen ihren Anteil am gesamtgesellschaftlich Erzeugten, deren täglich Geleistetes nicht nachgefragt wird. Statt des solidarischen Wirtschaftens fördern die Vorgaben unseres Systems, daß einige Menschen versuchen, andere aus dem Fluß der Verteilung herauszudrängen. Der Zufluß auf eine Persongruppe braucht und bedingt den Abfluß von einer anderen Gruppe. Ganz logisch.

Damit das alles weiterhin so laufen kann und trotzdem bei allen einigermaßen Zustimmung findet, braucht es einige Illusionen.
- die Illusion, daß jeder hier unbegrenzt reich werden kann
- die Illusion, daß wir unterschiedlich Ziele verfolgen würden, daß Wirtschaften nur in einem Konkurrenzkampf möglich sei
- die Illusion, der Gewinn des einen bräuchte nicht den Verlust des anderen
- die Illusion, angehäufter Reichtum auf eine kleine Gruppe wäre folgenlos für die restlichen 90%
- die Illusion der Knappheit
und noch viele weitere.

Vielleicht teilen einige diese Sicht. Dazu muß man auch nicht Marx gelesen haben. Die meisten haben aber sicher eine andere Sicht. Ich hoffe, es war für einige trotzdem eine nette Abendunterhaltung.
Wow. Dir muss wirklich langweilig sein. Dir ist schon klar, dass nach dem ersten Absatz so gut wie keiner mehr weiter gelesen hat, oder?

Mit höchstem Respekt,
Thacuros
 
Alt 18.11.2011, 18:04   #16
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Zitat:
Zitat von Agonythy
Wer gibt also 400 Euro für Kinderspielzeug aus?
Oder ist Lego nur im Star Wars Rausch und erhofft sich durch das in einem Monat erscheinende MMORPG einen Hype auf dem Spielzeugsektor?
Das liegt eher an der Neuauflage der Filme als an SW:ToR - das war auch der Grund für die Werbung von VW. Nebenbei ist SW an sich schon ewig ein großes Thema bei Lego, brauchst es Dir ja nur mal bei Amazon anschauen: http://www.amazon.de/LEGO-Star-Wars-...node=553977011

Falls Lego irgendwann einmal ein Old Republic-Setting macht könnte es durchaus mit dem Spiel zusammen hängen

Übrigens zählt nicht alles was Lego an Modellen hat als Spielzeug, auch wenn es durchaus als solches verwendet werden kann

Die 400€ sind allerdings garnichts gegen das hier: http://www.amazon.de/Lego-Star-10030...1640010&sr=1-2

Gibt noch ein teureres, da es aber als Sammlermodell verkauft wird lass ich es mal aussen vor: http://www.amazon.de/LEGO-Star-Wars-...1640010&sr=1-1

Gruß
-Tyrone-
 
Alt 18.11.2011, 18:17   #17
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Ganz ehrlich? Wenn ich das Geld hätte, dann würde ich mir den hier kaufen: http://www.amazon.de/Lego-Star-10030...1640153&sr=8-2...

Nein Spaß bei Seite. Ich weiß schon, dass das ein absolut seltenes Sammlermodell ist, aber wer gibt bitte freiwillig 2600€ für ca 60cm langes Raumschiff aus, was zu 99% nur aus ~3100 grauen Teilen besteht? xD

Edit: Ach mist, da war jemand über mir schon schneller^^
 
Alt 18.11.2011, 18:28   #18
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Da ist ja das Ding http://shop.lego.com/de-AT/Super-Sternenzerstörer-10221 ein Schnäppchen^^.

Die Modelle gibt es schon länger, hat nichts mit SWTOR zu tun. Wurde aber eh schon gesagt.

LG
Dodger
 
Alt 18.11.2011, 18:32   #19
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Zitat:
Zitat von Shaynah
Ach das geht doch noch.

Sucht doch bei Amazon mal nach dem Lego Sternenzerstörer 10030
Das liegt auch daran das es ein UCS SW Modell is und niemals zum spielen gedacht wie es bei alles USC Modellen der Fall ist. Bei diesen Modellen ist eine Wertsteigerung nach Produktionsende garantiert.

So ziemlich alle Lego SW UCS Modelle die bisher Produziert worden sind und es heute nicht mehr werden sind teilweise ein vielfaches des damaligen Preises Wert.

Der Star Destroyer is ein gutes Beispiel dafür, da sein damaliger Preis bei 369,99€ lag und heute unverpackt ca 200-2k€ mehr Wert ist.

Zumal sind derartige Modelle auch nur für richtige Fans gedacht, aber eins kann man mir glauben, es is einfach n tolles Gefühl ein Lego-Modell in dieser Größenordnung gebaut zu haben und daheim stehen zu haben.

Zitat:
Zitat von Dodger-Tom
Da ist ja das Ding http://shop.lego.com/de-AT/Super-Sternenzerstörer-10221 ein Schnäppchen^^.

Die Modelle gibt es schon länger, hat nichts mit SWTOR zu tun. Wurde aber eh schon gesagt.

LG
Dodger
Ja dieser wird ja auch immernoch Produziert, der Star Destroyer dagegen wurde nur zwischen 2002 und 2007 produziert, von daher die enorme Wertsteigerung. Wogegen dieser noch nichma die Krönung ist mit seinen 3096 teilen.

Der Millenium Falcon übetrifft diesen mit 5195 teilen um längen.
 
Alt 18.11.2011, 20:19   #20
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Zitat:
Zitat von Bastilla
Sowas wie Lego ist toll. Weil es die Kreativität fördert. Siehe:



800 DM (lach) / 400 EUR für einen bestimmten Bausatz läßt uns natürlich an den Kopf fassen. Weil wir da aus unserer Warte des kleinen Kosumenten und Hausmannes /-frau rangehen. Für die meisten sprengt sowas komplett die Haushaltskasse. Wie kommen dann solche Preise zustande? Wer soll denn sowas bezahlen?

Die Antwort, es ziele auf erwachsene Sammler und Fans ab, ist schon mal nicht schlecht und trifft erstmal ins Schwarze: Lego produziert auch Luxusartikel. Das kann man so stehen lassen. Vielleicht kann man sich als einfacher Facharbeiter irgendwie schon vorstellen, daß jemand für sein Hobby Geld zur Seite legt und irgendwann 400 Euro für Spielzeug auf den Ladentisch legt. Schon gleich unterhalb der oberen Mittelschicht kann man das nur noch schwer begreifen.

Das Phänomen der Marktsegmentierung spiegelt die Entwicklung in der Einkommensverteilung. Wenn es früher hieß: Ein Lego-Luxusartikel kostet 200,- DM und ein durchschnittlicher Facharbeiter muß dafür X Prozent seines Einkommens aufwenden, um es seinem Sohnemann zu Weihnachten zu schenken, heißt es heute: Er muß 4 * X Prozent dafür aufwenden. Also vier mal so viel. Und dabei handelt es sich nur sehr am Rande um ein Inflationsphänomen. Wie kann sich der Mann, die Frau auf der Straße das also erklären?

Erstmal faßt man sich bei einem astronomischen Preis für Spielzeug an den Kopf. Es mag zwar einige erwachsene Sammmler unter den Käufern geben, aber sicher nicht nur. Das Zeug geht auch an viele Kinder reicher Eltern. Leisten können sich das nur die Menschen, die in günstigsten Verteilungspositionen gelandet sind. Und weil an diese Verteilungspositionen über die Jahre immer mehr Geld ausgeschüttet wird, reagieren die Unternehmen darauf mit einer ganz natürlichen Logik, um dieses Geld abzugreifen.

Auch wenn jedem die Logik im Grunde klar ist, kann man sich das Ganze mal aus einer höheren Warte ansehen. Was ist das im Grunde für eine Logik?
Die Logik ist, sich an möglichst günstigen Stellen des Verteilungsflusses zu positionieren. Das gilt für alle Teilnehmer des Verteilungsflusses. Nicht nur für Unternehmen. Auch für dich. Jeder möchte eine gute Position, erstmal für die materielle Grundsicherung, dann Gesundheit, später für den besseren Lebensstil, Urlaub und schließlich für die Luxusartikel. Je nachdem, an welcher Position des Verteilungsflusses ein Teilnehmer landet, fließen ihm/ihr diese Dinge zu. Einigen fließt sehr wenig zu, anderen sehr viel. Es kommt darauf an, wo man landet.

Unternehmen wollen sich natürlich an den dicksten Pfründen des Stroms, dort, wo die dicksten Lachse aus dem Wasser springen, postieren. Eine gute Positionen gibt natürlich niemand freiwillig auf - im Gegenteil, es gilt immer: das Streben nach einer noch besseren Positionierung. Es ist also ein gegenseitiger Kampf um die besten Positionen im Verteilungsstrom: ein Verteilungskampf. Einige sind vom Verteilungskampf stärker ausgenommen, wie Beamte, oder Konzerne mit Monopolstellung. Eine langjährige Angestellte einer Bibliothek muß vielleicht weit weniger kämpfen als ein freiberuflicher Journalist oder jemand aus der Generation Praktikum. Aber es gilt: Diese Logik ist allumfassend und bestimmt nicht nur das Denken, sondern dann auch das Sein jedes Teilnehmers. Drück einem jungen Menschen Hausbesitz in die Hand und besuch ihn 10 Jahre später. In den meisten Fällen wird jeder Idealismus und jede Strebung, sich von der Verwertungslogik abzugrenzen, verschwunden sein. Geld bringen die Mieter mit den besten Positionen; die alleinstehende Mutter von 3 Kindern mit Geld vom Amt aber nicht.

Was wird nun eigentlich verteilt? In einem Dorf von vor tausenden von Jahren kann das verteilt werden, was alle Bewohner am Tag erarbeitet haben. Im Grunde hat sich das nicht verändert. Verteilt werden kann, was erwirtschaftet wurde. Und zwar die Güter und Dienstleistungen von jedem arbeitenden Bewohner. Ob Friseur, Bäcker oder den KfZ-Mechanikern einer Autowerkstatt. Es ist das täglich Erarbeitete, was der Gemeinschaft zusammen zur Verfügung steht und was sie nutzen kann. Ein weiterer Verteilungsfaktor ist die Umwelt: Wir nehmen uns natürlichen Ressourcen, um sie zu verteilen, oder, um damit etwas zu erzeugen und es auf diese Weise zu verteilen.

Die tägliche Arbeit wird mit Zahlen bewertet und auf Scheine gedruckt. Diese Abstraktion ist nötig, weil wir nicht mehr die Grenzen eines Dorfes haben und wir uns mit dieser hilfreichen Abstraktion mit anderen Dörfen vernetzen können. Damit können wir die Gemeinschaft, die zusammen etwas erzeugt, vergrößern. Leider haben alle tollen Systeme ihren Preis: mit ihrer Mächtigkeit bringen sie Komplexität mit sich, die gemeistert werden will. Es entstehen neue Fragen, die gute Antworten brauchen. Wer bestimmt, welchen Wert das Geleistete eines einzelnen für die Gemeinschaft hat? Die Frage wird bis heute mit einem sehr einfachen Satz beantwortet: Der Wert deiner täglichen Leistung wird ihm dadurch gegeben, daß andere das haben wollen und nachfragen. Der Sinn des Geleisteten ändert sich also von der ursprünglichen lokalen Nutzung und wird zu einem Angebot in einer größeren komplexeren Gemeinschaft. Diese Lösung, das Zusammenkommen eines Angebotes und einer Nachfrage - der Markt - , definiert ab jetzt den Wert des Geleisteten. Deine tägliche Arbeit bekommt nicht dadurch einen Wert, daß sie konkret nutzbar ist, sondern dadurch, daß sie irgendwo nachgefragt wird. Jetzt kann man sagen, daß ja auch das dann letzlich genutzt wird - nur an einem anderen Ort. Das stimmt. Wesentlich ist aber die Verschiebung des Wertes von der Nutzung auf die Nachfrage. Eine Dienstleistung, etwas Erzeugtes, etwas Geerntetes wird nicht mehr dadurch wertvoll, daß es einen unmittelbaren Nutzen hat, sondern dadurch, daß irgend jemand das nachfragt.

Wenn ihr jetzt sagt, daß das doch ganz natürlich sei, dann stimmt das einerseits. Andererseits bringt jede Abstraktion weg von realen und natürlichen Vorgängen neue Probleme. Probleme, die wir bis heute nicht gelöst haben. Abstraktionen sind nötig, weil wir in einer komplexen Gemeinschaft leben. Andererseits müssen Abstraktionen immer auf real-wirtschaftliche Vorgänge zurückgeführt werden können. Und das System, das wir erfunden haben, tut das nicht. Und zwar schon sehr lange nicht mehr. Seit 2008 kann auch unsere Generation das wieder entdecken. Sogar der berühmte "kleine Mann" kann das mitterweile sehen.

Es wäre schön, wenn wir nur mit dem Finger auf eine einzelne Stelle des Systems verweisen könnten. Dann wäre die gesellschaftliche Aufgabe, die vor uns steht, einfach. Zur Zeit zeigen wir zu Recht auf das Banken- und Finanzsystem, das ein Eigenleben mit eigener Dynamik entwickelt hat und schon seit mindestens 200 Jahren aus den Fugen geraten ist. Aber so bequem können wir uns das leider nicht machen. Unser ganzes Zusammenleben, unser gemeinschaftliches Wirken, vom Fachangestellten bis zum Bäcker, ist durchzogen von der gleichen Systemlogik. Die Leistung des einen werden zu Kosten des anderen; ersterer möchte die Leistung des anderen abwerten. Es führt zur Erodierung eines gemeinschaftlichen Geistes. Der solidarische Gesinnung wird in der Verwertungslogik ganz natürlich im Verteilungskampf geopfert - am Ende steht die atomisierte Gesellschaft: ich sehe in dir nur noch den Konkurrenten; jeder gegen jeden.

Solange das nur eine Einflußgröße unter vielen ist, kann so etwas einigermaßen in Balance gehalten werden. Noch bis in die 80er Jahre wurde das durch die vielgescholtenen Sozialsysteme in Deutschland und Europa abgefedert. Langfristig ging es politisch aber auf den Weg, auf den unsere führende Wirtschaftsmacht und Leitkultur - die USA - gezeigt haben. Seit Jahrtausenden gilt: Wenn ein Trabantenland in seine Zukunft schauen möchte, muß es sich sein Führungsland angucken. "Das wird in Rom jetzt so gemacht", hieß es vor 2000 Jahren. Wenn eure Kinder zukünftig 3 Jobs brauchen, um über die Runden zu kommen, schaut euch die USA der 70er Jahre (bis heute) an.

Der Verteilungskampf fördert Eliten. Er ist zum Schaden der gesamten Gemeinschaft; ausgenommen derjenigen, die sich aus ihr verabschiedet haben und genau von dieser Logik profitieren. 400,- Euro für ein Spielzeug kann sich eine kleinere Gruppe leisten. Und diese Preise werden eher nach oben gehen, weil nicht die Leistung, sondern die Position im Verteilungsfluß dieser Gruppe einen immer größeren Anteil des gemeinschaftlich Erwirtschafteten in die Taschen spülen wird. Viel Geld, daß ausgegeben werden will.

400,- Euro für ein Spielzeug. Die meisten Menschen auf diesem Planeten leben von 1,- EUR am Tag! (Nagelt mich nicht auf genaue Zahlen fest - die habe ich nicht parat; müßt ihr selber nachgucken.) Hier in Hamburg zahlen Leute ohne Wimpernzucken 70,- Euro für eine 0,75 L Wasserflasche, während man auf der Flaniermeile gesehen werden will. Letztens habe ich einen lustigen Vorschlag gehört: das Wort "Vermögen" umzubenennen in das Wort "Selbst-Erarbeitetes". Das würde wirklich häufig zu Lachanfällen führen.

In dem Maße, in dem günstige Positionen im Verteilungsfluß zu irrational hohen Einkommen führen, verlieren diejenigen ihren Anteil am gesamtgesellschaftlich Erzeugten, deren täglich Geleistetes nicht nachgefragt wird. Statt des solidarischen Wirtschaftens fördern die Vorgaben unseres Systems, daß einige Menschen versuchen, andere aus dem Fluß der Verteilung herauszudrängen. Der Zufluß auf eine Persongruppe braucht und bedingt den Abfluß von einer anderen Gruppe. Ganz logisch.

Damit das alles weiterhin so laufen kann und trotzdem bei allen einigermaßen Zustimmung findet, braucht es einige Illusionen.
- die Illusion, daß jeder hier unbegrenzt reich werden kann
- die Illusion, daß wir unterschiedlich Ziele verfolgen würden, daß Wirtschaften nur in einem Konkurrenzkampf möglich sei
- die Illusion, der Gewinn des einen bräuchte nicht den Verlust des anderen
- die Illusion, angehäufter Reichtum auf eine kleine Gruppe wäre folgenlos für die restlichen 90%
- die Illusion der Knappheit
und noch viele weitere.

Vielleicht teilen einige diese Sicht. Dazu muß man auch nicht Marx gelesen haben. Die meisten haben aber sicher eine andere Sicht. Ich hoffe, es war für einige trotzdem eine nette Abendunterhaltung.
Also ich habe weiter gelesen ! Und ich muss sagen ich bin tief beeindruckt Respeckt !
 
Alt 18.11.2011, 20:32   #21
Gast
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AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Zitat:
Zitat von Kustho
Das Verhältniß muss gegeben sein,

400€ Für ein tolles LEGO Spielzeug ? Klar, wenn es keine Alternativen gibt - warum nicht? Was mich an Lego als Kind fasziniert hat, waren die Steine an sich, mit denen ich das Capt. Future Schiff (die Komet?) nachgebaut hatte und und und...die Dinger die auf der Verpackung waren (wie Mondbasen z.B.) hatte ich immer 1x gebaut, auseinander gebastelt und dann was eigenes draus gemacht.

Darum, die Steine sind der Hit, lieber kaufe ich meinem Kid die Steine und sehe zu wie er aus seiner Kreativität den Todesstern nachbaut, als das Set zu kaufen und ihn nach Bauplan 1-2-3-4 fertig nachbauen zu lassen. Ich hoffe das war verständlich
Auf jedenfall. Mein erster Todesstern hatte mehr Farben als mein Tuschkasten damals xD

Hach das waren Zeiten...

Edit:

Den find ich ja noch krasser als den Sternenzerstörer:

http://www.amazon.de/LEGO-Star-Wars-...1649374&sr=1-3
 
Alt 18.11.2011, 21:31   #22
Gast
Gast
AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Zitat:
Zitat von LogusKreshan
Ganz ehrlich? Wenn ich das Geld hätte, dann würde ich mir den hier kaufen: http://www.amazon.de/Lego-Star-10030...1640153&sr=8-2...

Nein Spaß bei Seite. Ich weiß schon, dass das ein absolut seltenes Sammlermodell ist, aber wer gibt bitte freiwillig 2600€ für ca 60cm langes Raumschiff aus, was zu 99% nur aus ~3100 grauen Teilen besteht? xD

Edit: Ach mist, da war jemand über mir schon schneller^^
Der ist doch nur so teuer, weil es den nicht mehr im Laden zu Kaufen gibt. Der der bei Amazon 2600€ kostet ist neu (bzw. orignalverpackt). Gebraucht ist er für die Hälfte zu haben.

Und zu den Leuten, die meinten Lego wolle auf den SWTOR-Zug mit aufspringen: Da wisst ihr aber nicht, wie lange es schon Lego Star Wars gibt: seit 1999, also seit dem Start von Episode I. Mittlerweil gibt sogar zwei Sachbücher: Link und Link. Und diverse (Online-)Kurzfilme und (Online-)Videospiele. Seit diesem Jahr gibt es sogar einen Adventskalender, dessen Preise immer mehr steigen.

Ich würde mir so ein teures Set nicht kaufen, da man mit etwas Fantasie, so etwas auch selbst nachbauen kann.
 
Alt 24.11.2011, 16:09   #23
Gast
Gast
AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

@Bastilla

Hallo,

auch ich habe deinen Beitrag komplett durchgelesen. Ja, und ich muss sagen, deine Argumente sind schlüssig und nachvollziehbar. Ich finde, die Arbeit, die du dir gemacht hast, bemerkenswert.

Mit freundlichen Grüßen
 
Alt 24.11.2011, 20:44   #24
Gast
Gast
AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Meine meinung zu diesem thema:
Lego muss nicht unbedingt kinderspielzeug sein!!!
Da können auch erwachsene mal ihrer kreativität freien lauf lassen.
Setzt euch mal hin und baut iwas frei nach sinn dann wisst ihr was ich meine.
Und die preise???
Angebot und nachfrage (muss nicht unbedingt stimmen aber nenn mir was besseres^^)
 
Alt 24.11.2011, 22:36   #25
Gast
Gast
AW: Lego scheinbar im Star Wars Rausch

Zitat:
Zitat von Reroush
Meine meinung zu diesem thema:
Lego muss nicht unbedingt kinderspielzeug sein!!!
Da können auch erwachsene mal ihrer kreativität freien lauf lassen.
Setzt euch mal hin und baut iwas frei nach sinn dann wisst ihr was ich meine.
Und die preise???
Angebot und nachfrage (muss nicht unbedingt stimmen aber nenn mir was besseres^^)
Der Markenname Lego sowie die Lizenz, die Lego braucht für die Star Wars Produkte.

Dafür zahlst du auch.
 
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