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Alt 30.08.2010, 19:28   #1
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Rollenspielguide für Anfänger

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Inhalt

Einführende Worte:
  • Über diesen Guide

Rollenspiel (RP) - Kommunikation und Emotionen:
  • Kommunizieren und Emotionen erleben

Basiswissen zur Lore und dem Kanon:
  • Von der Reise in ein fernes Urlaubsland

Charaktererstellung:
  • Allgemeines zur Charaktererstellung
  • Klassenwahl I
  • Klassenwahl II
  • Charakter gestalten
  • Charakternamen
  • Feinschliff

Charakterplay:
  • Allgemeines zum Charakterplay
  • In Charakter (IC) / Out of Charakter (OOC)
  • In Charakter
  • Metawissen

Der gute Ton im Rollenspiel:
  • Die ungeschriebenen Regeln im Rollenspiel

Abschließendes:
  • Das letzte Wort





Einführende Worte:

Über diesen Guide
Dieser Guide kann für gänzlich unerfahrene Spieler, wie auch für alte Hasen eine Hilfestellung oder Ergänzung der eigenen Erfahrungen zum Rollenspiel sein. In erster Linie ist er aber an blutige Anfänger oder jene Rollenspieler gerichtet, die sich in einigen Teilen noch unsicher sind. Der Guide beruht auf meinen Erfahrungen, die ich in mehr als 15 Jahren mit dieser Leidenschaft, dem Rollenspiel, gemacht und erworben habe. Wie in allen meinen Guides verweise ich darauf, dass dieses Werk nicht als „der einzige und allgemeingültige“ Leitfaden anzusehen ist. Meine Ansichten zu diesem Thema sollen den Anfänger und unerfahrenen Rollenspieler helfen, anleiten, inspirieren, seine eigenen Überlegungen in Frage stellen oder einfach nur einen anderen Blick auf diese Thematik aufzeigen.
Aber auch hier gilt wie immer: „Alles kann, nichts muss!“. Der Spieler alleine entscheidet, welchen Weg er einschlägt, wie weit er gehen möchte und was er aus diesem Guide mitnehmen möchte.



Rollenspiel (RP) - Kommunikation und Emotionen:

Kommunizieren und Emotionen erleben
Rollenspiel ist keine Zauberei, du benötigst keinen Hochschulabschluss und auch sonst keine langjährige Ausbildung darin. Rollenspiel ist eine Mischung aus Kommunikation und Emotionen! Nach Außen die Kommunikation mit Sprache, Handlungen, Auftreten und im Inneren deine Emotionen die du beim RP erleben kannst.

Wie jede Form der Kommunikation, gibt es gewisse Ordnungen und Strukturen, die für den reibungslosen Ablauf unabdingbar sind. Schließlich willst du ja, dass deine Umwelt dich auch wahrnimmt und richtig versteht.
Wie diese Ordnung und Struktur nun im Einzelfall aussieht, ist stark von der jeweiligen Umgebung abhängig. In unserem Falle befinden wir uns in einem Star Wars Setting. Das ist der übergeordnete Rahmen, jedoch kann Kommunikation im Outer Rim anders sein, als auf Coruscant und in Coruscant wirst du erneut viele unterschiedliche Plätze (Umwelt) finden, in denen auch unterschiedliche Arten von Kommunikation vorherrscht.
Wie auch im echten Leben wird sich in der Bank, in Amtsstuben, in der Kirche, auf der Arbeit, auf dem Volksfest etc. anders verhalten und anders gesprochen – es gelten eben andere, ganz individuelle Verhaltens- und Sprachregeln. Ebenso gibt es die regionalen Unterschiede in Verhalten und Sprache (Stadt/Land – Norddeutschland/Süddeutschland)…

Emotionen sind das, was wir Rollenspieler vom Rollenspiel erwarten und damit auch meist belohnt werden. Es ist der Mehrwert, die Zufriedenheit, die emotionale Identifikation mit dem gespielten Charakter, die du ohne RP kaum bekommen würdest. Es gilt hierbei stets zu unterscheiden, wie du das Game spielst. Du als Hans-Peter kannst entweder deinen Trooper spielen, viel Spaß mit ihm haben und dich an den Erfolgen die du erspielst erfreuen oder aber du als Hans-Peter bist nebensächlich, denn du versetzt dich in den Trooper hinein und du – nicht der pixelige Held – erlebst die Schlachten, die Herausforderungen, die Beute.

Viele Nicht-Rollenspieler würden jetzt Einspruch erheben und sagen, dass auch sie live bei ihrem Charakter seien und alles miterleben. Das stimmt auch soweit mit dem kleinen aber entscheidenden Unterschied, dass Rollenspieler dies auf einer ganz anderen emotionalen Ebene wahrnehmen. Ein Rollenspieler der sich geistig in seinem Charakter („IC – In Character“: mehr dazu später) befindet, kann die Erlebnisse als seine eigenen wahrnehmen und wird sich selbst bald in dieser Spielewelt befinden. Auf dieser Reise kannst du als Spieler all das empfinden, was dein virtueller Charakter im Spiel empfindet – denn du bist er!

In unserem Fall bedeutet Kommunikation und Emotionen zusammenfassend:
Kommunikation sind deine Handlungen, Taten, dein Auftreten und deine Sprache die von vielen Faktoren (wo befindet sich der Charakter, welche Klasse, Rasse, Gesinnung, Herkunft etc. hat er) beeinflusst werden. Wenn sich dein Spielcharakter so angepasst innerhalb dieser Spielumwelt bewegt, dann ist dies bereits eine einfache Form von Rollenspiel.

Emotionen erlebt auch ein Nicht-Rollenspieler, jedoch sind diese meist oberflächlich und verfliegen auch schnell wieder. Befindest du dich als Rollenspieler geistig und emotional in deinem Charakter (IC), bekommen die Emotionen einen ganz anderen Wert. Du erlebst das, was dein Charakter erlebt und nimmst es als deine eigene Erfahrung wahr. Rollenspiel bzw. das Spiel „In Character“ muss man erlebt haben, um es vollends zu begreifen.

All dies bedeutet jedoch nicht, dass du als Spieler in eine emotionale Abhängigkeit geraten sollst oder intensives RP zwangsläufig dazu hinführt. Bei all diesen Ausführungen gehe ich von einem mental gesunden Menschen aus!



Basiswissen zur Lore und dem Kanon:

Von der Reise in ein fernes Urlaubsland
Um sich in einer definierten Spielwelt zu Recht zu finden, sollte ein grundlegendes Basiswissen vorhanden sein. Du musst dir die Strukturen und den Rahmen in denen Kommunikation stattfindet aneignen, anderenfalls läufst du Gefahr, dich vollkommen deplatziert und fremd zu fühlen.

Verschaffe dir einen Überblick über das Star Wars Setting.
Stelle dir dabei folgende Fragen und versuche sie zu beantworten – erst im Groben dann im Detail:
  • Wie sieht die Gesellschaft in der ich spiele, aus?
  • Welche Moralvorstellungen haben die Bewohner?
  • Welche ethischen Grundsätze gelten?
  • Wie sieht das Leben der Bewohner aus?
  • Wie sieht die Landschaft, das Wetter etc. aus?
  • Welche Regierungsform herrscht?
  • Welche geschichtlichen Ereignisse haben geprägt?
  • Welcher Zustand herrscht zurzeit?
  • Welche Sorgen und Ängsten haben die Bewohner?
  • Was ist typisch und was ist untypisch in diesem Setting?
Diese Fragen sind nur ein Teil dessen, was du dich Fragen kannst. Sie dienen dazu, dir den oben erwähnten Überblick zu verschaffen und helfen dir in allen weiteren Schritten, von der Charaktererschaffung, über den Hintergrund bis zum zurechtfinden in der Spielewelt.

Lass dich nicht davon abschrecken, dass es dir vielleicht zu viel werden könnte. Wir sprechen hier nicht davon, dass du die gesamte Star Ware Lore und den Kanon in seiner Fülle vollends verstehen und wiedergeben sollst. Erfasse von allem das
Grobe und arbeite dich nach und nach ins Detail hinein.

Es ist wie die Reise in ein fernes Urlaubsland. Vor Urlaubsantritt verschaffst du dir einen groben Überblick über das Land in welches du reisen magst. Machst dich vorab vielleicht etwas mit Sprache und Gepflogenheiten, Land und Leute etc. vertraut. Während des Urlaubs lernst du das Land besser kennen, dein Wissen um das Urlaubsland wird detaillierter.
Wenn du nun wieder in der Heimat bist, kannst du deinen Freunden vom fernen Urlaubsland erzählen und würdest dich bei einem zweiten Urlaub in diesem Land, wesentlich besser zu Recht finden.
Je öfter du das Land besuchst, desto besser und genauer wird dein Wissen darum und desto seltener würdest du als Tourist auffallen, sofern du dich entsprechend anpassen magst.

Nichts anderes ist Rollenspiel. Unser fernes Urlaubsland ist das Star Wars Universum, die Region in der du Urlaub machst, ist die bewohnte Galaxie mit den beiden großen Zugehörigkeiten Republik und Imperium. Du als Spieler bist nun kein Tourist in diesem Land mehr, du bist ein Teil dessen.

Zur Informationsbeschaffung bietet dir das Internet eine Fülle an Webseiten.
Fürs erste reichen aber folgende Seiten vollkommen aus:

Charaktererstellung:

Allgemeines zur Charaktererstellung
Kommen wir nun zu einem recht umfangreichen Thema, der Erstellung deines Charakters.
Auch hier sollte dir bewusst sein, je besser dein Wissen zu Star Wars ist, desto detaillierter kannst du den Charakter deines Pixelhelden erstellen. Und wie du jetzt schon gemerkt haben solltest, geht es hier nicht um wenige Klicks in der Charaktergenerierung im Spiel, sondern um das, was dein Ingame-Charakter im Spiel darstellen soll.


Grundlage ist also, dass du dir das notwendige Basiswissen zur Lore angeeignet hast. Dies ist quasi dein Baukasten, aus dem du dich bedienen kannst.
Für die eigentliche Charaktererstellung gibt es keine feste Reihenfolge. Du kannst die einzelnen Bauteile frei nach deinem Ermessen setzen oder bei Bedarf, wenn du merkst, manches passt einfach nicht, austauschen. Ein erfahrener Rollenspieler wird meist sein eigenes System haben, in welcher Reihenfolge er sich seinen Charakter ausdenkt. Für Anfänger eignet sich die nachfolgende Reihenfolge doch am besten.

Jetzt sitzt du da und fragst dich sicher, wie diese Charaktergestaltung ablaufen soll. Ganz einfach: es ist das was Rollenspiel immer ist: Kommunikation. Die ganze Charaktergenerierung ist ein Gespräch mit dir selbst. Du stellst dir die Fragen und du beantwortest sie auch.

Aber genug, lass uns anfangen!


Klassenwahl I
Die grundlegende Frage die du klären solltest, ist die nach der Klasse die du im Spiel verkörpern möchtest. Diese Entscheidung beeinflusst die gesamte Charaktererstellung und sollte meist, gleich zu Anfang dieses Prozesses, geklärt sein. Hast du eine Antwort auf diese Frage gefunden, wird dein Baukasten um einige Teile reduziert – nämlich die die du nicht mit deiner Klasse verbinden kannst – und es geht einen Schritt weiter, denn die Klassenwahl selbst, gibt dir nur einen Rahmen, in dem du dich bewegen kannst, aber entscheidet nicht darüber, was du darstellen möchtest.


Klassenwahl II
Kläre alle Fragen, die unmittelbar mit der Profession deines Charakters zusammenhängen.
Du hast zum Beispiel die Klasse "Soldat" gewählt, musst aber dennoch keinen aktiven Soldaten spielen. Du kannst genauso gut auf dieser Basis einen Leibwächter, einen Milizsoldaten, einen Straßenkämpfer, einen Einzelkämpfer, etc. mimen. Das ist auch die erste Frage die du dir beantworten solltest.

Beachte bitte hierbei, dass du dich auch im Bereich des Möglichen befindest. Hinterfrage hier und im Folgenden nach jedem einzelnen Schritt in der Generierung:
„Ist es in dieser Spielwelt möglich, dass mein Charakter … mit der Klassenwahl „Soldat“ ein Leibwächter sein kann?“


Charakter gestalten
Mache dir nun weitere Gedanken zu deinem Charakter und beginne mit dem Hier und Jetzt und vom Äußeren zum Inneren!
Hier einige Beispiele; du kannst und solltest sie bei Bedarf entsprechend erweitern:

Außen:
  • Wo befindet sich dein Charakter?
  • Was tut er?
  • Gehört er einer Organisation an?
  • Wie vertreibt er sich die Zeit?
  • Wie überlebt er?
  • Wie sieht er aus?
  • ...

Innen:
  • Warum befindet er sich dort wo er ist?
  • Warum tut er das, was er eben gerade tut?
  • Warum sieht er so aus?
  • Warum muss er dies und jenes tun, um zu überleben?
  • ...

Schreibe dir dazu stichpunktartig die Dinge auf, die dir einfallen und gefallen.
Dann dass gleiche Spiel noch einmal, aber diesmal widmest du dich dem Vergangenen.

Außen:
  • Wo wuchs dein Charakter auf?
  • Wo wurde er ausgebildet oder woher hat er sein heutiges Wissen?
  • Welche Stationen gab es noch im Leben deines Charakters?
  • ...

Innen:
  • Wie war seine Kindheit?
  • Wie kam es dazu bzw. welche Beweggründe hatte dein Charakter, zu dem zu werden was er ist?
  • Warum schloss sich dein Charakter dem Imperium oder der Republik an?
  • Welche Erlebnisse der Vergangenheit prägten deinen Charakter?
  • ...
Auch hier solltest du nun wieder deine einzelnen Antworten hinterfragen, ob sie auch in der Spielewelt möglich wären. Das ganze musst du zusätzlich noch von der Wahl deiner Spezies, der Kultur und dem Geschlecht abhängig machen. Gerade die kulturellen Hintergründe deiner gewählten Rasse oder Kultur entscheiden maßgeblich darüber, ob etwas reell sein kann. Während du in einer Rasse mit entsprechendem kulturellem Hintergrund einen Sklavenhändler spielen könntest, wäre dies bei einer anderen wiederum undenkbar.


Charakternamen
Selbstverständlich besitzt dein Charakter einen Namen und es ist nun an dir, diesen zu finden und dein virtuelles ich damit zu taufen.
Zur Namensfindung solltest du auch hier wieder dein Wissen zum Star Wars Setting mit einbeziehen.
Suche dir einen Namen der in die Spielwelt, zu deinem Charakter, der gewählten Rasse und Kultur passt. Vermeide dabei allzu modere Namen oder Namen die einfach nur "cool" klingen. Ebenso solltest du keine Namen von bekannten Persönlichkeiten aus der Star Wars verwenden.
Ein Darkshadowjedi, eine Healmaus, ein Yodas Sohn, ein Han Solo oder ein Darth Vader sind einfach unpassend und sollten vermieden werden. Außerdem, du hast dir nun sehr viel Zeit genommen um einen stimmigen Rollenspielcharakter zu erstellen und willst ihn nun mit einem solch bescheidenen Namen küren? Ich glaube kaum dass dies in deinem Sinne wäre.

Der Name deines Charakters ist aber nicht einfach nur ein Name! Oftmals kann der Name das entscheidende und ausschließende Kriterium für einen anderen Rollenspieler sein, dass er dich nicht von sich aus anspricht. Ein Rollenspieler geht bei einem Charakter namens Healmaus wohl kaum davon aus, dass es sich bei dem Spieler im Hintergrund um einen RPler handelt. Dementsprechend ist es äußerst denkbar, dass er sich einen anderen Charakter zum RP sucht.

Hier noch zwei Webseiten zu Star Wars Namensgeneratoren:Da der Schritt der Charaktererstellung der umfangreichste ist, wirst du damit auch die meiste Zeit verbringen. Doch am Ende daran hast du einen Pixelhelden, der nicht nur weiß dass er ein Kopfgeldjäger ist, sondern du hast einen Kopfgeldjäger der eine Vergangenheit, eine Geschichte hat, der Beweggründe hatte dies zu sein, was er ist. Du hast einen Charakter erschaffen, dem du nur noch ein bisschen Leben einhauchen musst.


Feinschliff
Es ist wie bei zwei Zwillingen, die ein identisches Erbgut besitzen, in denselben Verhältnissen aufgewachsen sind, die selbe Bildung und vielleicht auch Ausbildung genossen haben – am Ende können beide doch ganz unterschiedlich sein.
Diesen Unterschied schaffst du mit dem Feinschliff deines Charakters.

Überlege dir passende pysische oder mentale Eigenheiten die dein Charakter haben könnte. Dinge die ihn besonders machen und von anderen abheben. Charakterzüge die eben interessant sind und Stoff für stimmiges Rollenspiel geben.

Hierbei lege ich dir aber ganz deutlich ans Herz, dich vom Superhelden-Image zu entfernen!
Der Charakter der am stärksten oder am tödlichsten ist, der der am besten mit dem Lichtschwert fuchteln kann oder nie ein Ziel verfehlt, ist auch meist derjenige der auf andere am uninteressantesten wirkt.

Das Gegenteil empfehle ich dir, ohne deinen Charakter zu einem unfähigen Nichtsnutz zu degradieren. Oftmals sind die Charaktere interessant, die aus unserer Sicht menschlich sind und eben nicht fehlerfrei und makellos auftreten. Auch für dich kann es interessanter sein, wenn dein Charakter einen inneren Konflikt mit sich herum trägt oder es Dinge gibt, die ihn selbst benachteiligen würden.

Das könnte ein Soldat sein, der vor Jahren den Tod eines Kameraden zu verschulden hatte und nun, jedes Mal wenn eine ähnliche Situation auftritt, er an dieses Geschehnis erinnert wird und er Schuldgefühle bekommt. Es kann die Agentin sein, die ihren Auftraggeber hintergangen hatte, da sie ihr Ziel nicht eliminierte, da es ihr Liebhaber war. Nun lebt sie in ständiger Angst, dass dieser Schwindel ans Licht kommt. Es kann der Jedi sein, der mit sich und den Lehren der Jedi im Zwist ist und oftmals hin und her gerissen wirkt.
Dein Charakter könnte Rauschmittelabhängig sein, ein Säufer, einer der ständig die Befehle in Frage stellt, er könnte stets übertrieben freundlich sein oder lispeln und keine deutlichen Sätze von sich geben…

Diese kleinen aber feinen Charaktereigenheiten sind meist das, was gerade im Zusammenspiel und dem Interagieren mit anderen Rollenspielern den ausschlaggebenden Schub gibt. Es sind die Makel, die Eigenheiten und die Konsequenzen die daraus entstehen, die zu lebhaften, interessanten und stimmigen RP führen.

All jenes ist die Basis dafür, dass dein Charakter, sobald du ihn in die Spielwelt frei lässt, leben kann und sein Eigenleben entwickelt. Mehr zum Eigenleben dann im nächsten Part, dem Charakterplay.



Charakterplay:

Allgemeines zum Charakterplay
Kommen wir nun zu einem Punkt, an dem es für dich ernst wird. Du hast dich in die Star Wars Lore eingelesen, hast dir Gedanken zu einem möglichen Charakter gemacht; ihm eine Geschichte, einen Hintergrund gegeben und nun möchtest du ihn in die Galaxis entlassen.

Und spätestens jetzt wirst du feststellen, dass dich niemand kennt! Kein Spieler wird erkennen, warum du die Narbe im Gesicht hast, keiner weiß etwas von deinem Hintergrund, von deiner glücklichen Kindheit auf Alderaan, von deinem Geschick im Umgang mit Waffen oder vom heimlichen Saufgelage während deiner Grundausbildung.
Alle Punkte die du dir nun mit diesem Guide erarbeitet hast, waren nur für dich bestimmt. Sie dienten einzig und ausschließlich dafür, dich jetzt durch das aktive Rollenspiel Ingame zu leiten.


In Charakter (IC) / Out of Charakter (OOC)
Jetzt, im entscheidenden Part, geht es darum, all jenes umzusetzen, was du dir bisher angeeignet hast. Du weißt wie sich deine Imperiale Agentin, einst aus vornehmen Hause, aber stets als Schwarzes Schaf der Familie angesehen, verhalten wird. Du kennst sie wie kein anderer.

Du bist sie! Also denke wie sie, handle wie sie, spreche wie sie!

Ab hier sind wir an einem Punkt, an dem du In Character (IC) und Out of Character (OOC) trennen musst. In Character bist du, wenn du die besagte Agentin bist. OOC, wenn du dies nicht bist und deine Spielfigur einfach nur steuerst.

Stehst du am Anfang deiner Rollenspielerfahrung oder hast du Probleme dich in deinen Charakter hinein zu versetzen, so nimm dir einige Minuten Zeit. Gehe noch einmal dein Charakterkonzept durch, versetze dich in die Person hinein und markiere geistig einige markante Punkte oder Eckpfeiler deines Charakters. Mach dich frei von anderen Gedanken und konzentriere dich auf das was du machen möchtest.
Erfahrene Rollenspieler können von jetzt auf den nächsten Moment vom OOC ins IC wechseln und lassen sich auch nicht so leicht – durch meist äußere Einflüsse – aus ihren Charakter werfen.


In Charakter
Hier möchte ich dir nun einige Tipps geben, die dich beim Rollenspiel IC unterstützen.

Rollenspiel ist Kommunikation, also kommuniziere!
Benutze die Sprache, die Ausdrücke, die Wörter und die sprachlichen Gepflogenheiten die auch deine Agentin nutzen würde. Deine Agentin kennt kein Internet, kein Fußball und nichts aus unserem Reallife, also vermeide dies tunlichst. Benutze nur die Sprache und die Begriffe die auch im Star Wars Universum gebräuchlich sind.

Lasse dein Gegenüber deine Gefühle erkennen, denn nur so kann er darauf eingehen.
Nehmen wir an, deine Agentin flirtet mit einer Person in einer Cantina. Dein Gegenüber wird nicht sehen, dass du lächelst, errötest, dass sich deine Stimmlage verändert, das du dir durchs Haar streifst. All das musst du deinem Gegenüber mitteilen.
Dazu kannst du Emotes im Spiel benutzen oder dies im Chat entsprechend schreiben.
Nur so hat dein Gesprächspartner die Möglichkeit, wirklich das zu sehen, was auch tatsächlich von deiner Agentin ausgehen würde.

Zwei Beispiele wie es aussehen könnte.
In beiden Fällen wird dein Gesprächspartner nun wissen, dass du ihn angelächelt hast. Ohne dies, wüsste er es nicht.
  • Emote über den Chat: “/lächeln“ - [Dein Charname] lächelt euch an.
  • Emote per Text im Chat: „Vielen Dank, ungewöhnlich dass mir jemand ein Getränk bezahlt *lächelt*“
Beachte jedoch, dass es auch für die Verwendung von Emotes – egal ob sie im Chat integriert sind oder du sie besonders gekennzeichnet schreibst – Regeln gibt. Benutze also keine Power-Emotes!
  • Beispiel # 1: „[Dein Charname] denkt, dass es fast zu schade ist, ihren Flirtpartner später zu eliminieren.“
  • Beispiel # 2: „[Dein Charname] gibt dem Schmuggler einen Holochip, der ihn daraufhin schnell verstaut.“
  • Zu Bsp. #1: Dein Gegenüber kann keine Gedanken lesen, also drücke deine Gedanken auch nicht in Emotes aus. Behalte sie für dich, denn nur in deinem Kopf gehören sie hin.
  • Zu Bsp. #2: Du bist kein Hellseher und weißt daher auch nicht, was dein Gegenüber mit dem Chip macht. Du beraubst ihn damit seiner eigenen Handlung, denn vielleicht wollte er etwas anderes mit dem Chip anstellen. Mit einem solchen Emote greifst du in das RP des anderen Spielers ein – das steht uns nicht zu und sollte unterlassen werden.
Hier nun eine Möglichkeit, wie du die Situation von Beispiel # 2 besser lösen könntest:
„[Dein Charname] gibt dem Schmuggler einen Holochip“
[Dein Charname] sagt: „Pack den Chip bitte schnell weg, nicht das noch jemand darauf Aufmerksam wird“


Metawissen
Dein Charakter Ingame gibt nur das weiter, was er weiß.
Du musst immer zwischen Spielerwissen und Charakterwissen unterscheiden.
  • Der Jedi-Botschafter Olekk den du im Spiel antriffst hat weder ein Namensschild um den Hals, noch steht auf seiner Stirn, dass er Botschafter ist. Du als Spieler siehst das, aber dein Charakter im Spiel nicht. Er erkennt ihn als Jedi, aber das war es auch schon.
  • Du siehst einen Jedi abseits in einer Cantina sitzen, der sich mit einer Frau vergnügt und denkst dir sofort, dass der Jedi gegen seinen Kodex verstößt. Du als Spieler darfst das denken, da du womöglich das entsprechende Hintergrundwissen dazu hast, doch hat dies auch dein Charakter? Hat dein Schmuggler oder Kopfgeldjäger eine so genaue Kenntnis vom Jedi-Kodex, dass er dies beurteilen kann? Hat er diese Kenntnis nicht, so kann es deinem Charakter im Spiel egal sein, was der Jedi macht.
Beides waren nun Beispiele, in denen du Charakterwissen nicht mit Spielerwissen verbinden darfst.
Du wirst im Rollenspiel ständig mit solchen Situationen konfrontiert. Versuche einfach den Spieler im Hintergrund auszublenden. Je tiefer du in deinem Charakter drin bist, desto leichter wird es dir auch fallen.

Begegnen dir Charaktere, die offensichtlich mit Metawissen umgehen und ihrem Charakter ihr Spielerwissen einverleiben, tue dies, was dein Charakter tun würde.
Stell dir vor, eine fremde Person kommt im Spiel zu dir und spricht dich mit deinem Namen an – obwohl der Charakter den Namen nicht kennen kann, nur der Spieler. Reagiere nun wie dein Charakter reagieren würde: „Was? Woher kennst du meinen Namen? Hab ich ne Plakette auf der Stirn?“

Grundsätzlich ist es kaum machbar, Metawissen zu 100% nicht zu verwenden. Sobald du als Spieler eine interessante oder gar wichtige Information besitzt, passt sich dein Spielverhalten unbewusst an. Es sind ganz subtile Dinge die du oft nicht kontrollieren kannst. Daher überlege dir vorher gut, welche OOC-Informationen du als Spieler brauchst und haben möchtest. Gerade als Anfänger ist weniger oftmals mehr.



Der gute Ton im Rollenspiel:

Die ungeschriebenen Regeln im Rollenspiel
Hier noch ein paar ungeschriebene Regeln, die ich dir als künftiger Rollenspieler ans Herz legen möchte.
  • Respektiere das Rollenspiel anderer. Es gibt per Definition kein schlechtes oder gutes Rollenspiel.
  • Was für den einen gutes, stimmiges RP sein mag, ist für den anderen ein Graus.
  • Spiele und lebe dein Rollenspiel aus, aber beeinträchtige nicht das RP anderer. Dein RP darf nicht auf Kosten Anderer stattfinden. Wir alle wollen unseren Spaß mit dem RP haben und das funktioniert eben nur miteinander!
  • Niemand ist unfehlbar! Fehler im Rollenspiel passieren und schnell hat man etwas geschrieben, was man so nicht sagen wollte. Sieh einfach darüber hinweg und wenn es dir selbst einmal passiert, korrigiere wenn möglich.
  • Sei konsequent in deinem Rollenspiel. Gerade in brenzligen Situation solltest du die Folgen deines Tuns kennen.
  • Steh nicht nur in der Gegend herum und warte darauf, dass du angesprochen wirst. Ergreife selbst die Initiative egal wo du bist. RP ist nicht an Zeit oder Ort gebunden. Rollenspiel kann überall stattfinden.
  • Benutze bitte keine Smilies wenn du IC sprichst! Smilies sind meist verpönt und ein deutliches Zeichen von Nicht-Rollenspielern.
  • Springe nicht wie ein wildgewordener Affe durch die Gegend! Würdest du das im RL auch tun?
  • Gehe auch und renne nicht nur die die Straßen. Dein Charakter würde dies sicherlich auch nicht ständig machen.


Abschließendes:

Das letzte Wort
An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe. Wie in den einführenden Worten bereits gesagt, beruht dieser Leitfaden auf meiner über 15-jährigen RP-Erfahrung sowie meinen persönlichen Sichtweisen.
Dieser Leitfaden darf jederzeit unter Angabe der Quelle kopiert und auf anderen Webseiten und Foren veröffentlicht werden. Allerdings weise ich ausdrücklich darauf hin, dass der Guide weder verändert noch gekürzt dargestellt werden darf. Dies schließt diese Zeilen sowie den Copyright-Hinweis mit ein.

Fragen, Anregungen, Lob und Kritiken werden hier nur bedingt, auf www.schattenbund-aurora.de garantiert beantwortet.
Dort findet ihr auch stets die aktuelle Version, sowie andere Guides zum Thema Rollenspiel und SWTOR.

Dieser Guide wurde von Angram erstellt.
eMail: info ät schattenbund-aurora.de
Webseite: www.schattenbund-aurora.de

Stand: 01.02.2011


Eine kleine Sammlung Archetypen (vorgefertigster Beispielcharaktere), eine Konzeptvorlage mit der man seinen Charakter stichpunktartig nach und nach gestalten kann, sowie eine Zusammenfassung des Konzeptes gibt es als PDF-Download. Den Link dazu findet ihr ganz oben am Anfang des Themas.
 
Alt 30.08.2010, 20:57   #2
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Super Guide.

So würde ich in der Art auch ohne deinen Guide Rp spielen da ich finde das dies eine gute Methode ist wie du sie beschrieben hast, danke für die viele mühe.
 
Alt 30.08.2010, 21:56   #3
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Wirklich schöner Guide. Ich spiele auch schon etwas länger Rollenspiele und finde, das dieser Guide eine ziemlich umfassende Basis für unerfahrenere Rollenspieler bildet. Wenn jeder, der gerne mal RP ausprobieren möchte sich hier ein oder zwei denkanstöße holt, stehen uns vermutlich ziemlich stimmige Rollenspiele bevor.
Daumen hoch!
 
Alt 30.08.2010, 22:51   #4
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Klasse Guide! Lässt sich leicht lesen und verstehen und ich hoffe, dass dadurch noch viel mehr Spieler zum Rp finden. Vielen dank für Deine Mühe.

Eigentlich wäre das doch einen Sticky wert.
 
Alt 30.08.2010, 23:34   #5
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Wirklich ein toller Guide.

Ich bin einer dieser RP-Anfänger und habe gleich eine Frage an dich oder jemanden der sich gut mit Rollenspiel auskennt.

Ich will einen Sith Krieger spielen, enen absoluten Einzelgänger der das Wort Teamplay kaum kennt.
Natürlich will ich mich irgendwann langsam in eine Begleiterin verlieben aber das überlasse ich erstmal Bioware .

Meine Frage lautet wie folgt: Wie soll ich denn als hasserfüllter,Einzelgänger eine Gruppe für einen Flashpoint oder für bestimmte Quests auftreiben?
Wenn ich nämlich wirklich nur sage was mein Charakter denken würde würde ich wohl nie eine Gruppe finden.

Wie könnte man so ein Problem denn nun lösen?
 
Alt 30.08.2010, 23:56   #6
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Danke für die Blumen bisher!


Um deine Frage zu beantworten, kannst du den Guide anwenden.
Stichwort: W-Fragen!

Worauf begründet sich dein Hass?
Wen oder Was hasst du?
Warum bist du Einzelgänger?
...

Wenn du dies hast, wirst du womöglich Lücken darin finden. Vieleicht hasst dein Char nicht alles und jeden. Vielleicht ist dein Char nicht gerne Einzelgänger und würde dies gerne ändern...

Gibt dazu jede Menge Möglichkeiten, aber dazu müste man mehr über dich erfahren.


Vielleicht starben in der Vergangenheit deine Mitstreiter immer (warum auch immer). Du hast zwar keine Schuldgefühle, aber gerade in gefährlichen Situationen warst du immer auf dich allein gestellt (zwangweise, weil die anderen verrecken mussten ^^). So entwickelte es sich mit den Jahren, dass du als Einzelgänger besser zurecht kamst und dich so nicht um die Belange oder die Unfähigkeit anderer kümmern musstest...

Wenn du für Quests oder Flashpoints in Gruppen gehen musst, dann musst du dies ja nicht gerne tun. Gehe widerwillig in die Gruppe hinein, sieh es als notwendiges Übel an...

Gibts echt viele Ansatzpunkte, aber da, ich wiederhole mich, müsstets du deinen Charakter besser kennen.

So, ich geh nun pennen. Nacht ^^
 
Alt 31.08.2010, 11:02   #7
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

So damit das hier nicht untergeht und die Mods eventuell doch noch nen Sticky draus machen:
/Push
kann aus eigener Erfahrung sagen, dass dieser Guide mehr als nur ein wenig hilfreich für einen RP-Neuling ist
 
Alt 31.08.2010, 12:13   #8
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

respekt

Ich finde es immerwieder schön wenn Leute sich die Mühe machen Rollenspiel anderen näher zu bringen.
Ich weiss wie schwer das ist und wie oft man dumm angeschaut wird wenn man das versucht.
(Ich spreche jetzt aus Pen&Paper Rollenspieler-Sicht)

Ich selber, obwohl ich noch nie MMO-RP betrieben habe mache dennoch für jeden Mainchar den ich mir in einem MMO erstelle eine kleine Backstory und so weiter. Einfach aus der guten alten Pen&Paper gewohnheit. Manche halten mich deshalb zwar für nen Freak aber hey... ein bisschen Freak ist doch in jedem von uns



Wenn es später getrennte Server geben sollte werde ich sicher auch mal mein Glück als MMO-RP'ler versuchen, denn das hab ich bisher noch nicht gemacht. Trotz jahrzehnte langer Pen&Paper Spielererfahrung


also nochmal alle 3 ... ähm 2 Daumen hoch für diesen Beitrag.
 
Alt 31.08.2010, 12:36   #9
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

noch eine kleine Ergänzung, auch wenn sich manches des tollen Guides oben wiederholen mag


Grundlagen für gemeinschaftliches Rollenspiel

Man sollte sich nicht selbst zu wichtig nehmen, es geht um ein Miteinander. Es gibt kein "So musst du das machen!", wenige Do's und Dont's. Schreibe niemandem vor wie er oder warum er dieses und jenes so oder so zu spielen hätte, drängt aber auch niemanden in eine Ecke weil er eure Ansichten nicht teilt und vielleicht etwas strenger spielt als ihr.
Jeder soll aktiv mitspielen dürfen, im Rahmen gegenseitigen Respekts, dies gilt für alle Seiten - RP mit sich selbst ist recht sinnfrei.
Probleme freundlich und friedlich klären, sonst einfach aus dem Weg gehen, kein ooc-Traraa vom Zaun brechen, sondern Lösungen gemeinsam erarbeiten und das Spiel geniessen, niemanden interessiert wirklich ob ein rosa Lichtschwert für einen Jedi nun stilecht ist oder nicht. Lasst Neulingen eine Chance! Wir alle wollen Spaß!


Atmosphäre

Schliesse deine Augen und stelle dir deinen Character in der Umgebung vor - spiele seine Rolle. Dies nennt man IC.
Im Interface Namen ausblenden kann die Spannung erhöhen, ausserdem erkennt man so nicht direkt einen Angehörigen der anderen Fraktion, einen Jedi, oder den gefährlichen Bountyhunter. Die eigene Story sollte etwas ausgearbeitet sein - Schwächen gehören dazu!! Egal ob Haudrauf oder Hasenfuss - auch lernfähig bleiben - und konsequent sein.

Spielt keinen Uber-Helden - es geht ums Miteinander nicht darum die anderen zu "ownen". Sei realistisch, zwar will nicht jeder ein kleines Licht darstellen und irgendwie sind wir alle Helden, aber Revans Sohn muss es ja nicht direkt sein.
Weder muss ein Sith alleine gegen eine Horde Gangster den Max markieren, noch ein Jedi versteckt auf Korriban sein Lichtschwert rausholen um zu zeigen wer der Boss ist. Wenn man allein vor einem Sith-Lord steht den Mund vollnehmen und ihn verhöhnen, ist nicht so cool. Alle diese S****z-Vergleiche sind absolut unnötig.

Nimm andere Charaktere ernst. Wenn jemand unbedingt eine lokale Berühmtheit spielen will, und das auch noch interessant darstellt, lass ihn und unterstütze ihn dabei. Geht auf den anderen ein und zerstört nicht sein Spiel. Betrachtet die Situation einmal möglichst objektiv. Konsequenzen für seine Handlungen, sein Spiel, muss man tragen, immer kann man etwas verlieren, sei es auch nur seine Glaubwürdigkeit.

Man kann Tipps per anflüstern geben, falls "erspielen" einer Situation nicht funktioniert.
Man muss das Spiel auch mal "biegen" können - warum jagt ein Jedi-Meister diese armen Tierchen? Sprecht ihn einfach nicht darauf an.

Wir wollen eine gemeinsame Geschichte erzählen!!! (Reines PvP bringt eine Geschichte auf Dauer nicht voran) Man kann einen Kampf auch emoten, muss nicht direkt drauflosballern. Chars haben Angst vor dem Sterben (es gibt Leute die löschen ihre Chars nach einem Tod sogar) macht euch bewusst, was das Töten für Folgen haben kann. Lernt auch mal zu verlieren, man kann nicht immer gewinnen.
 
Alt 31.08.2010, 14:53   #10
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Servus zusammen,

schön geschrieben, sowohl der Eingangspost, als auch die Ergänzung. Festpinnen wäre wirklich toll.

Hier nun noch einige Anmerkungen:

Rollenspiel kann dir eine emotionale Zufriedenheit geben, die du ohne RP nicht bekommen würdest.[/quote]Und genau dann sollte man kein RP machen, weil es sehr schnell in Realitätsflucht endet.

Ein Rollenspieler der sich geistig in seinem Charakter („IC – In Character“: mehr dazu später) befindet, kann die Erlebnisse als seine eigenen wahrnehmen und wird sich selbst bald in dieser Spielewelt befinden. [/quote]Du gehst hier davon aus, das jeder so RP betreibt wie dramatisches/aristotelisches Theater aussieht. Es gibt aber auch Leute die auf die epische Form ausweichen und so ihre Rolle darstellen. Was dann in krassem Gegensatz zu

Du bist sie! Denke wie sie, handle wie sie, spreche wie sie![/quote]steht. Sicherlich ist die Art die du beschreibst zunächst die einfachere, aber nicht die einzige Art wie man einen Charakter spielen oder darstellen kann.

Respektiere das Rollenspiel anderer. Es gibt kein schlechtes oder gutes Rollenspiel.[/quote]Falsch. Es gibt schlechtes Rollenspiel, nämlich genau das was passiert wenn man sich zum Beispiel nicht an das Trennen von IC und OOC hält. Wenn man Metawissen nutzt was man nicht hat.

Nun zu dem wqas VanAtik geschrieben hat.


Nimm andere Charaktere ernst. Wenn jemand unbedingt eine lokale Berühmtheit spielen will, und das auch noch interessant darstellt, lass ihn und unterstütze ihn dabei.[/quote]Nein. Nicht weil ich diesen einen Spieler nicht mag oder so etwas grundsätzlich nicht akzeptiere, sondern weil gelten muss: Gleiches Recht für alle. Und dann geht das ganz schnell spiralförmig nach unten und wir haben 35 lokale Berühmtheiten. Sonderwunsch- und Extrawurstfraktion ist eine sehr gruselige Sache, wenn nämliche genau diese Selbstdarsteller und Divenfraktion nicht daran gehindert wird sich selber ins Rampenlicht zu stellen wird das RP sehr schnell sehr monoton und Charakterzentriert.


Zum Thema "Wie spiele ich RP auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner" oder auch RP für Fortgeschrittene kommt demnächst noch was von mir, wird etwas länger und befindet sich in Arbeit. Vielleicht können wir uns zusammen tun und so Stück für Stück einen Guide erstellen der für einen Großteil der Community akzeptabel ist. Auch wenn ich glaube, dass das bei meinen sehr rigiden Vorstellungen schwer werden könnte. Aber auf einen Versuch kommt es an.

LG
Zidi
 
Alt 31.08.2010, 15:30   #11
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Zitat:
Zitat von Zididorux
...Sicherlich ist die Art die du beschreibst zunächst die einfachere, aber nicht die einzige Art wie man einen Charakter spielen oder darstellen kann...
Das habe ich auch nicht behauptet. Aber wie du ja selbst meinst, ist es wohl die einfachere und genau darum geht es. Es ist ein Guide für Anfänger und richtet sich in erster Linie auch an diese.

Die Gefahr mit lokalen Berühmtheiten ist selbstverständlich gegeben, aber wird dieses RP stimmig und ernsthaft dargestellt, ist es in meinen Augen vollkommen legitim und bereichert das RP in der Gemeinschaft.
Gleiches Recht für alle lasse ich hier nicht als Gegenargument gelten, denn es ist viel eher monoton, in einer Gemeinschaft keine schillernden RP-Charaktere zu haben.

Ebenso sehe ich nicht, dass emotionales RP das einem "Zufriedenheit" gibt, in eine Realitätsflucht mündet. Es kann passieren, das sich ein Rollenspieler in seiner Spielewelt verliert und alles herum im RL unwichtig wird, aber dann liegen definitiv noch andere Gründe vor, als das RP mit einem gewissen Mehrwert zu erleben.

Leider bin ich auch in anderen Punkten nicht ganz deiner Meinung.
Aber so wie ich dies in den abschliessenden Worten betonte, es ist eben meine Ansicht von RP und so hat jeder seine eigene.
 
Alt 31.08.2010, 16:39   #12
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Zitat:
Zitat von Angramm
Die Gefahr mit lokalen Berühmtheiten ist selbstverständlich gegeben, aber wird dieses RP stimmig und ernsthaft dargestellt, ist es in meinen Augen vollkommen legitim und bereichert das RP in der Gemeinschaft.
Gleiches Recht für alle lasse ich hier nicht als Gegenargument gelten, denn es ist viel eher monoton, in einer Gemeinschaft keine schillernden RP-Charaktere zu haben.
Dann wirst du irgendwann 17 Grafen, 35 Jedis die ausnahmsweise nicht dem Orden dienen, 14 gute Sith und 22 undiplomatische Botschafter haben, die alle auf "Toleranz" und ihr Recht RP zu machen pochen.

Extrawürste gehen nicht. Nicht in der Größenordnung eines MMOs
 
Alt 31.08.2010, 16:58   #13
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Zitat:
Zitat von Zididorux
Dann wirst du irgendwann 17 Grafen, 35 Jedis die ausnahmsweise nicht dem Orden dienen, 14 gute Sith und 22 undiplomatische Botschafter haben, die alle auf "Toleranz" und ihr Recht RP zu machen pochen.

Extrawürste gehen nicht. Nicht in der Größenordnung eines MMOs
17 Grafen gehen
35 Jedis sind ein nichts, nennt man zudem graue jedis und die gibt es schon.
ein Botschafter muss nicht wie ein Botschafter gespielt werden nur weil er so heißt, dann könnte ich ihn auch mega pwner nennen ändert aber nichts daran das er die macht benutzen würde und trotzdem desshalb nicht stärker ist.
 
Alt 31.08.2010, 17:32   #14
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Ja und es sind alles lauter schillernde Persönlicheiten bis das schillernde den Normalfall darstelt und jeder sein höchstpersönlicher Lord of Ownage ist.

Prima. Das gibt ne stimmige Welt.
 
Alt 31.08.2010, 17:34   #15
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Zitat:
Zitat von Zididorux
Dann wirst du irgendwann 17 Grafen, 35 Jedis die ausnahmsweise nicht dem Orden dienen, 14 gute Sith und 22 undiplomatische Botschafter haben, die alle auf "Toleranz" und ihr Recht RP zu machen pochen.

Extrawürste gehen nicht. Nicht in der Größenordnung eines MMOs
Also, statt deiner Annahme 17 Grafen, 35 ordensferne Jedis ... dann lieber gar keine Grafen, ordensfremde Jedis ...?
Wenn du nach diesem Maßstab heran gehst, dürfte deiner Aussage nach, niemand einen Grafen, ... spielen. Denn dies wäre der Umkehrschluss.

Wenn ein Rollenspieler eine Rolle gut spielt und der Charakter gut in das Setting etc. hineinpasst, dann sollte er dies auch tun dürfen. Dabei ist es unwichtig, ob er eine schillernde Persönlichkeit oder einen einfachen Soldaten spielt. Beide passen in die fiktive Spielwelt hinein und keinem steht es zu, darüber zu entscheiden ob ein Spieler einen Grafen spielen darf.

Rollenspieler, die das RP anderen Rollenspielern vorschreiben wollen? Nein, danke!


Vielleicht bist du auch nur ein gebranntes Kind.
Ich jedenfalls habe bisher in keinem MMORPG, ob DAoC, WoW, LotRO oder AoC, eine Rollenspielgemeinde auf dem Server vorgefunden, in der es zu viele schillernde Persönlichkeiten gab. Wenn es RP gab, dann sicherlich keines, in der deine 17 Grafen aufgetaucht sind.
 
Alt 31.08.2010, 17:55   #16
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Zitat:
Zitat von Angramm
Also, statt deiner Annahme 17 Grafen, 35 ordensferne Jedis ... dann lieber gar keine Grafen, ordensfremde Jedis ...?
Wenn du nach diesem Maßstab heran gehst, dürfte deiner Aussage nach, niemand einen Grafen, ... spielen. Denn dies wäre der Umkehrschluss.
Genau das.

Wenn ein Rollenspieler eine Rolle gut spielt und der Charakter gut in das Setting etc. hineinpasst, dann sollte er dies auch tun dürfen. Dabei ist es unwichtig, ob er eine schillernde Persönlichkeit oder einen einfachen Soldaten spielt. Beide passen in die fiktive Spielwelt hinein und keinem steht es zu, darüber zu entscheiden ob ein Spieler einen Grafen spielen darf.[/quote]Und wer entscheidet das er es darf?
Kann man es bei der Charaktererstellung auswählen? Nein. Also gibt die Engine die Regeln vor.

Rollenspieler, die das RP anderen Rollenspielern vorschreiben wollen? Nein, danke![/quote]Ich finde einfach nur es sollten die gleichen Regeln für alle gelten.
Und das tun sie genau dann nicht mehr, wenn sich jeder zweite herausnimmt was darzustellen was ihn besonders macht, statt einfach so gut zu spielen, dass man auffällt.

Vielleicht bist du auch nur ein gebranntes Kind.
Ich jedenfalls habe bisher in keinem MMORPG, ob DAoC, WoW, LotRO oder AoC, eine Rollenspielgemeinde auf dem Server vorgefunden, in der es zu viele schillernde Persönlichkeiten gab. Wenn es RP gab, dann sicherlich keines, in der deine 17 Grafen aufgetaucht sind.[/quote]Ich habe sie bei WoW, bei EQ2 und bei AoC gesehen. Und im LARP und bei diversen Cons. Und am Tisch ist es noch das kleinere Problem, da kann ne SL das regeln, aber lustig wird es wenn dann die beiden Herren Grafen meinen beide IC Recht zu haben und keine Instanz da ist, die den Konflikt regelt.

Es müssen noch nicht mal Grafen sein, ein "das ist mein Haus" reicht schon.
Dann kommt der nächste "nein, das ist meins". Und schon hat man den Salat.

Warum können nicht Leute das nehmen was für alle vorgegeben ist und damit spielen?
Warum braucht man IC immer ne Stadtwache/Security die irgendwelche Befugnisse hat, warum Grafen die über dem "gemeinen" Volk stehen. Warum spielt keiner das was da steht? Weil alle was besonderes sein wollen.

Blödsinn ist das. Es gibt imho nur eine Möglichkeit die Sache zu regeln, indem man einen ausreichend großen Clan/Gilde hat die interne Strukturen haben die fluktuieren können.

Und was das Argument angeht "anderen das RP vorschreiben". Das tut der Spieler mit Adelstitel, indem er MIR aufzwingt seinen Titel zu akzeptieren obwohl das Spiel keine derartige Option bietet.

LG
Zidi
 
Alt 31.08.2010, 18:12   #17
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Ich sehe schon, dass wir beide zwei grundverschiedene Auffassungen von Rollenspiel haben.

Mehr werde ich nun nicht mehr sagen.
An Diskussionen die von Inhalt her "Rollenspieler wollen anderen Rollenspielern ihr RP vorschreiben" gleichen, werde ich mich nicht beteiligen.
 
Alt 31.08.2010, 18:16   #18
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Schade.
 
Alt 31.08.2010, 20:54   #19
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Und was mach ich wenn ich behaupte ich arbeite als soldat oder schmuggler im kohleberg, das gibt auch nicht die engine her also bin ich was besonderes weil ich dreck schippe
 
Alt 01.09.2010, 01:41   #20
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Zitat:
Zitat von DarthRevolus
Und was mach ich wenn ich behaupte ich arbeite als soldat oder schmuggler im kohleberg, das gibt auch nicht die engine her also bin ich was besonderes weil ich dreck schippe
Beruf ist was anderes als ein Titel der von anderen akzeptiert werden muss.
 
Alt 09.09.2010, 11:11   #21
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Ersteinmal: ein wirklich schöner Guide! Ich habe zugegeben nicht alles gelesen, aber er wirkt sehr stimmig und für Anfänger sicher hilfreich. Ich hoffe wir schaffen es zusammen bei TOR eine schöne RP-Community aufzunbauen.

Ich muss mich in meinem Standpunkt in der (wies aussieht ohnehin nicht stattfindenden ) Diskussion jedoch eher Zididorux anschließen. Ich selbst habe bis jetzt zwar kaum Erfahrung mit MMOs (habe mich immer geweigert solche Dinge zu spielen da ich größtenteils auf Story Wert lege und diese dabei meist völlig auf der Strecke bleibt), dafür als jahrelanger P&P Rollenspielleiter ziemlich viel Erfarhung mit Rollenspielen und Rollenspielern allgemein.
Insoferne habe ich ähnliche Befürchtungen wie Zididorux. Es gibt sehr oft Leute die versuchen aus ihrem Charakter etwas "ganz besonderes" zu machen und dabei teilweise den Metaplot und die Stimmung des Settings verbiegen, um ihren heißgeliebten Über-Charakter zu spielen, sei er jetzt Hochadeliger, gefährlichster Assassine aller Zeiten oder was auch immer. Keine Welt verträgt viele solcher Spieler.
Zusätzlich gibt es im MMO ja, anders als in P&P RPGs keinen Spielleiter der solchen Dingen einen Riegel vorschiebt und dessen Wort Gesetz bei Streitigkeiten ist. Alleine deshalb glaube ich nicht dass RP auch bei TOR im großen Rahmen funktionieren wird.
Das ist auch der Grund warum ich eher versuchen werde eine Gruppe zu finden (die wohl teilweise auch aus Leuten bestehen wird die ich im RealLife kenne) um mit dieser Rollenspielen zu können. Ich denke da so an 20-30 Leute, das sollte mehr als genug sein und immer noch einigermaßen übersichtlich, sodass man sich auf gewisse "Regeln" einigen kann.

Was die Sache mit "ich will mir nicht von anderen Spielern vorschreiben lassen was ich spiele" betrifft: Der Standpunkt ist mehr als verständlich, andererseits kann es ja auch nicht sein dass der eigene Charakter sich soviele Freiheiten herausnimmt und damit bereits beginnt das Spielgefühl der anderen Spieler zu stören. WIe im wahren Leben muss man auch hier Kompromisse treffen.
 
Alt 10.09.2010, 02:27   #22
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Sers,

das Fehlen einer SL ist in der Tat ein Problem. Aus meiner Sicht ist es nur logisch zu sagen: "Ich spiele was aus dem was die Engine hergibt". Zum Beispiel in Bezug auf Rasse/Klasse.

Was mir sowohl bei AoC als auch bei WoW immer gefehlt hat, waren gesellschaftliche Strukturen und Charakterausarbeitungen. Kaum ein Spieler konnte mir damals die Frage beantworten: "Was macht dein Charakter in seiner Freizeit?".

Aus den "halben" Hintergründen und fehlenden SL resultiert dann das Problem fehlender gesellschaftlicher Strukturen und Organisationen. Konfliktrollenspiel ist ein Beispiel wo man das sehr schnell sieht.

Charakter A beauftragt Spion B jemand auszuspionieren. Dieser tut genau das und wird nach 3 Monaten erwischt. Und dann? Keine Folgen, ausser man legt es groß an und jagt dem Charakter 'ne Rufmordkampagne hinterher. Und genau da geht das Geheule dann los, weil der Charakter Konsequenzen zu spüren bekommt die nur sehr schwer rückgängig gemacht werden können. Man kann nirgendwo wegen übler Nachrede Anzeige erstatten. Klar gibt es Leute die rumrennen und dann ein Tribunal abhalten.

Und da geht es dann los. Wer ermächtigt Spieler zu Charakteren die exekutive Rechte haben. Der Adel (der auch keine Genehmigung einer SL hat) ? Die Mehrheit der Spieler (bestechung rockt!) ?

Das Ansehen von Charakteren von dem von Spielern zu trennen ist mehr als schwer, auch für RPler mit viel Erfahrung.

Das einzige was imho gut klappen könnte ist eine Gilde/Clan/Corp aufzubauen die intern eigene, dynamische Strukturen hat und in der die GIldenleitung keine tragende Rolle IC spielt. Die "Macht" innerhalb der Organisation wird von Spielern verteilt, gestaltet und in einem gewissen Rahmen von der SL überwacht und mit Hintergrund versehen.

Insofern wäre dann die Gildenleitung die SL. Aber die Auswirkung dessen was diese Quasi-SL beschließt darf und soll sich nur auf die Gilde/Clan auswirken, anderen Spielern das "auzuzwingen" wäre mehr als unverschämt.

Im Rahmen dieser Idee bin ich auf ein weiteres Phänomen gestoßen:

A: "Ich habe eine 20seitige Charaktergeschichte"
Gildenleitung: "Schick rüber"
A: "Nein, die geht dich nichts an"

Was motiviert einen Menschen 20 Seiten zu schreiben, die dann nur dazu dienen sich selber genial in der Rolle zu fühlen. In jedem RP kennt der SL die Char-Backgrounds und die Bögen. Warum hier nicht? Meine These ist, dass viele Online RPler genau zu der Sorte powergeiler Munchkins gehören, die einem auf ner Con den wirklich allerletzten Nerv rauben weil sie alles können, nur keine Charaktere mit Schwäche spielen. Und 100% Autark handeln wollen.

Bedauerlicherweise geht aber so jeder Server irgendwann platt, weil Geschichten ohne Bezugnahme auf die teilnehmenden Spieler irgendwann ausgelutscht und langweilig werden. Ergo plottet man als Leiter Charakterbezogen und so episch wie es so eben glaubwürdig bleibt. Cliffhanger helfen und Charaktere, deren Entwicklung niemals ganz abgeschlossen ist, helfen dabei sehr.

Letztlich versuche ich selber immer mit meinem Spiel andere zu begeistern und mitzureissen, und für andere darzustellen. Wenn die dann dasselbe tun ist allen geholfen. Wenn jeder an den anderen denkt ist an alle gedacht. Grafen, Adlige, Superhelden, Halbdrachenerzengeldämonenvampire und die einzigartigen 725 getarnten Sith müssen meistens irgendwann die Flecken von ihrer Tastatur wischen.

LG
Zidi
 
Alt 10.09.2010, 07:06   #23
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Einen sehr schön zu lesenden Guide hast du da geschrieben. Ich möchte dir jetzt kein inhaltliches Feedback geben, da es deine Sicht auf das Rollenspiel ist, egal ob ich dem zustimmen würde oder nicht.

Viel eher möchte ich ein paar Worte zu der aufgekommenen Diskussion verlieren. Seit meiner ultima Online Zeit sehe ich leider diese Problematik immer wieder. Die Meinung und Ansichten zum Rollenspiel einer bestimmten Person werden "berichtigt"oder als "fehlerhaft" erklärt. Ich wüsste nicht, dass irgendwann mal ein internationales Gesetzbuch zum fehlerfreien Rollenspiel veröffentlicht wurde. Niemand hat hier die Weisheit mit Löffeln gefressen und niemand kann auch nur annähernd sagen, was "richtiges oder "echtes" Rollenspiel ist. Niemand hat das Recht das Rollenspiel eines anderen als "schlecht" zu bewerten.

Deshalb verstehe ich das Streitthema auch nicht so richtig. Ehrlich gesagt, ist es meiner Meinung nach immer das selbe Thema und ich habe es noch nie richtig verstanden: Zwei oder mehrere Individuen versuchen sich gegenseitig davon zu überzeugen, was nun der richtige Weg für einen Rollenspieler ist. Dabei wird dem anderen dann die Richtigkeit seiner oder ihrer Worte abgesprochen und die eigenen als richtig aufgrund von jahrelangen Erfahrungen ausgelegt.

Natürlich kann eine Gemeinscahft/ Gilde einen Weg finden Rollenspiel zu betreiben. Diese Art des Rollenspiels ist eine Eingrenzung für welche sich jeder Bewerber entscheidet, weil es hoffentlich seiner Art am nächsten kommt.
Auf eine komplette Community übertragen funktioniert so etwas aber nicht. Es gibt keinen Communityleiter und die Rollenspieler haben auch nicht wie bei einer Gilde die Möglichkeit auszuweichen.

Deshalb unterscheide ich einen Gildenfremen Rpler nur nach einem qualitativen Punkt: Seiner Toleranz für mein und das Rollenspiel anderer.

Leider ist Toleranz ein seltenes Gut unter Rollenspielern.
 
Alt 10.09.2010, 07:50   #24
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Und vor allem- was stört dich denn an halbdrachenvampirischen Jedi, die sich als Sith tarnen und dem Hochadel angehören, obwohl sie zur Hälfte Erzengel, zur Hälfte Erzdämon und zur dritten Hälfte Ninja sind? Abgesehen davon dass du nicht mit diesen spielen MUSST (was übrigens ein blöde Plan ist- immer wieder mit ihm spielen und ihn mit dem Zaunpfahl verhauen)- was interessiert dich seine Geschichte? Du spielst DEIN Ding. Zur Not- wenns dir zu blöd wird- X dich raus und hau ihn fürs erste aufs ignore. Aber jeden zu zwingen so zu spielen wie du willst bringt nur Stress. Entspannt rollenspielen. Hilft weiter.

Was habt ihr eigentlich alle gegen Grafen in Star Wars? Da sind Adelstitel doch mal ernsthaft unwichtig.
 
Alt 10.09.2010, 08:25   #25
Gast
Gast
AW: Rollenspielguide für Anfänger

Ich denke es geht nich um den Titel an sich, sonder darum, dass dieser Spieler sagen könnte, "Höre auf mich, denn ich bin ein Graf und du schuldest mir Gehorsam!"
Darum vertrete ich auch eher die Meinung, dass man sich hier größtenteils an der Engine orientieren sollte. Alles andere wäre ein Ding für Kleingruppen-RP.

Und ich finde auch, dass man sehrwohl das RP eines anderen beurteilen kann und dann evtl. auch verurteilen.
 
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